Dicke Luft am Bushof: Hohe Stickoxid-Werte festgestellt

Von: pan
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Befestigten einen Passivsammler am Bushof: MdB Oliver Krischer und Alexander Tietz-Latzka. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Nicht erst seit dem Dieselskandal sorgen sich die Menschen um die Luftqualität. In Eschweiler gilt seit etwa einem Jahr eine Umweltzone. Mit ihr soll erreicht werden, dass sich die Atemluft in der Innenstadt verbessert. Jetzt stellten auch die Grünen einen eigenen sogenannten Passivsammler am Eschweiler Bushof auf, um feststellen zu lassen, wie hoch die Belastung mit Stickoxiden ist.

Das Ergebnis liegt nun vor: Das Labor stellte einen Mittelwert von 30,5 Mikrogramm Stickstoffoxide pro Kubikmeter Luft fest. Der Grenzwert liegt in Deutschland bei 40 Mikrogramm.

Ende August war der Sammler von den beiden Grünen-Kandidaten für die Bundestagswahl, Alexander Tietz-Latza und MdB Oliver Krischer, an einem Mast neben dem Kiosk des Bushofs befestigt worden. Das Ergebnis kommentierte Tietz-Latzka mit den Worten: „Man muss bedenken, dass es in der Messperiode oft geregnet hat und die Werte erfahrungsgemäß dann niedriger sind.“

Hinzu komme, dass der Grenzwert im Vergleich zu anderen Länder hoch sei. „In den USA und in der Schweiz beispielsweise gilt ein Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft“, sagt er. Vorrangiges Ziel müsse sein, umweltschädliche Verbrennungsmotoren durch umweltfreundliche Fortbewegungsmittel zu ersetzen. Er fordert auch die Umrüstung der Aseag-Flotte. Dies ist auch eine der Kernforderungen im Luftreinhalteplan für Eschweiler.

In der gesamten Städteregion und in der Stadt Aachen nahmen die Grünen eigene Messungen vor. In der Aachener Junkerstraße wurde so ein Mittelwert von 20,8 g/m³ festgestellt, in der Franzstraße ein Wert von 33,5 und in Herzogenrath (Kreuzung Erkenstraße) ein Wert von 30,6. Die Theaterstraße liegt mit 37,8 gg/m³ nur knapp unter dem Grenzwert, und in Würselen (22,2 gg/m³) wäre laut Grünen ein niedriger Wert zu erwarten gewesen.

Auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) setzt an seinem Messpunkt an der Indestraße einen sogenannten Passivsammler ein. Daron befinden sich Messstäbe die auf Stickstoffoxide reagieren. Entfernt man sie nach einem bestimmten Zeitraum, lässt sich daran der durchschnittliche Gehalt von Stickoxiden in der Luft feststellen.

Das Landesamt hat in den vergangenen Jahren immer wieder Werte oberhalb von 40 Mikrogramm gemessen. Dies war einer der Gründe, in Eschweiler einen Luftreinhalteplan herauszugeben und eine Umweltzone einzurichten. Laut Umweltbundesamt sind hohe Stickstoffdioxid-Konzentrationen „vor allem für Asthmatiker ein Problem, da sich eine Bronchialkonstriktion (Bronchienverengung) einstellen kann, die zum Beispiel durch die Wirkungen von Allergenen verstärkt werden kann.“

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