DFB-Präsident Zwanziger zu Gast in Hehlrath

Von: Stefan Herrmann
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Unterhaltsamer Schlagabtausch zwischen Pfarrer und DFB-Präsidend: Für Josef Wienand (3. von rechts) und einige andere gibt´s ein Wiedersehen mit Theo Zwanziger (links) beim Länderspiel. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Dass der Besuch des DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanzigers bei den Sportfreunden Hehlrath möglicherweise in Zukunft Auswirkungen auf den Gottesdienstplan haben könnte, hat wohl keiner der Gäste im Vorfeld vermutet.

Doch nach einer ebenso geistreichen wie charmanten Segnung des neuen Vereinsheims durch Pfarrer Josef Wienand stand neben Zwanzigers Einladung in Richtung des Geistlichen, beim nächsten Spiel der Nationalmannschaft in Köln dabei zu sein, auch das „heimliche” Ziel des Sportfreunde-Vorsitzenden Guido Esser fest: den Kontakt zum DFB-Präsidenten aufrecht zu erhalten.

Dabei hatte Deutschlands oberster Fußballfunktionär noch zu Beginn gesagt: „Ich habe mein Versprechen gehalten und bin hier.” Zwanziger hatte dem fußballverrückten Esser vor fünf Jahren die Zusage gegeben, bei der Eröffnung des Sportheims dabei zu sein. „Aber ich verspreche Ihnen auch, dass ich Ihnen kein neues Versprechen gebe”, war der Jurist anfangs noch siegessicher.

Eine diskussions- und anekdotenreiche Stunde später warf der 64-Jährige seine Taktik kurzerhand über den Haufen: Samt Pfarrer und dem Fußball-Kreisvorsitzenden Raphael Lamm geht es für eine kleine Sportfreunde-Delegation zum Länderspiel.

„Großer Tag für kleinen Verein”

Doch das ist Zukunftsmusik, Realität sind dagegen folgende Maße: 37 Meter lang und sechs Meter breit ist der ganze Stolz der Sportfreunde groß. Das hauptsächlich in Eigenleistung errichtete Sportheim am Maxweiher ist vor allem ein Symbol dafür, was durch unerschütterlichen Einsatz und ehrenamtliches Engagement geleistet werden kann.

„Ein großer Tag für einen kleinen Verein”, herzte, drückte und ehrte Guido Esser daher bei seinem Danksagungsmarathon in bekannter Schnelligkeit all die vielen Helfer, die in gerade einmal vier Jahren dafür sorgten, dass aus einem Traum gemauerte Wirklichkeit wurde.

„Ist der immer so flott?”, fragte Zwanziger erstaunt. Doch als guter Gastgeber verfolgte der Sportfreunde-Vorsitzende vor allem ein Ziel: Der Ehrengast der Hehlrather sollte reichlich Zeit für Geschichten aus der großen Welt des Fußballs haben.

Theo Zwanziger ließ sich folglich nicht lumpen. Von seltsamen Brief-Bitten, die Nationalspieler mögen sich doch bei der Hymne der Größe nach aufstellen bis zu ernsten Themen wie der enorm wichtigen Integrationsleistung des Fußballs für die Gesellschaft dribbelte der DFB-Chef durch die Themenschwemme rund um die „schönste Nebensache der Welt”.

Ein besonderes Anliegen des Fachmanns ist die weitere Etablierung des Mädchen- und Frauenfußballs. Das Fußballmagazin „11 Freunde” spricht bereits von „Theo´s Angels”, wenn es um die Frauen-Nationalmannschaft geht.

Und auch in Hehlrath brach Zwanziger eine Lanze für die lange Zeit stiefmütterlich behandelten Spielerinnen. „Auf diesem wunderschönen Ball hat nie gestanden: Nur für Männer!”, plädierte der Fan von Birgit Prinz & Co. für mehr Respekt in allen Bereichen.

Er rührte dann gleich auch noch die Werbetrommel. „Die Männer-WM 2006 war ein riesiges kommerzielles Ereignis, die Frauen-WM 2011 im eigenen Land kann ein großes Familienfest werden.” Die Unterstützung, auch und gerade der Basis, sei hier, ebenso wie bei der gesamten Förderung des Fußballsports, notwendig. „Integration ist die Herausforderung unseres Landes, und daran arbeiten vor allem auch die vielen Sport- und Fußballvereine mit”, so der Funktionär.

Eine Einschätzung, die auch von Bürgermeister Rudi Bertram geteilt wird. Im Namen aller Kommunalpolitiker nutzte dieser daher die Gelegenheit, einen der mächtigsten Verbandspräsidenten der Welt um Hilfe zu bitten, damit chronisch klamme Städte wie Eschweiler auch zukünftig noch ehrenamtliche Vereinstätigkeiten wie die der Sportfreunde Hehlrath unterstützen können.
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