Eschweiler - Deutschland Einwanderungsland? Waldschüler sagen ja

Deutschland Einwanderungsland? Waldschüler sagen ja

Von: ran
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Stellten in ihrer Projektarbeit die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei: Jasmin Mohne, Abdullah Aksu, Nazira Amidou Issaka, Hannelore Moronfolu und Meryam El Bodon (v.l.). Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Kriege, Terror, Klimawandel, demografische Entwicklungen – die Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Riesige Herausforderungen warten auf die Menschen und vor allem die junge Generation. Ganz weit oben auf der Agenda der Probleme stehen jedoch die Flüchtlingsströme und die Situation der Menschen, die vor Gewalt jeglicher Art auch und nicht zuletzt nach Deutschland fliehen.

Im Rahmen ihrer Projektarbeiten im Fach Sozialwissenschaften beschäftigten sich die Schüler der 13. Jahrgangsstufe der Gesamtschule Waldschule unter der Überschrift „Eine Welt im Umbruch – Wie wirken sich globale Veränderungen in unserem lokalen Umfeld aus? Anforderungen, Herausforderungen und Perspektiven für Schüler der Waldschule Eschweiler“ in den zurückliegenden Wochen mit einem breitgefächerten Themenspektrum. Jetzt stellten die angehenden Abiturienten die Ergebnisse in der Mensa ihren jüngeren Mitschülern vor.

„Eines der Ziele unserer jährlichen Projektarbeiten ist, die Schüler mit selbstständigem Arbeiten auf die Anforderungen eines Studiums oder einer Ausbildung vorzubereiten“, erklärte Fachlehrerin Ulrike Brings, die mit ihrem Kollegen Daniel Wilwertz das Projekt leitete. Im einzelnen vorgestellt von Michelle Sonntag und Milena Jardner, gaben deren Mitschüler Einblicke in ihre Erfahrungen, die sie während der Projektarbeiten machten. So stellten Hannelore Moronfolu, Nazira Amidou Issaka, Jasmin Mohne, Meryam El Bodon und Abdullah Aksu die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei. „Von 63 Schülern der 10. Jahrgangsstufe haben 60 mit Ja beantwortet“, berichte Hannelore Moronfolu.

Als Gründe, warum viele Menschen gerne in Deutschland lebten, seien unter anderem der Wunsch nach einer guten Zukunft, guten Bildungschancen und die gute medizinische Versorgung genannt worden. Allerdings hätten viele Personen den Begriff „Einwanderungsland“ mit den Flüchtlingen in Verbindung gebracht. „Dies ist aber schon historisch gesehen falsch“, so die Oberstufenschülerin, denn Einwanderung habe bereits unter Friedrich dem Großen im 18. Jahrhundert stattgefunden.

„Und dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, beweisen nicht zuletzt wir mit unseren nigerianischen, togolesischen, libanesischen, türkischen und niederländischen Wurzeln doch am besten“, unterstrichen die fünf Schüler, die in Deutschland geboren wurden und sich in wenigen Monaten den Abiturprüfungen stellen werden.

Vanessa Offermanns, Janin Dunia und Vela Maria Joana Manuel setzten sich mit dem Thema Migration aus der Sicht der Flüchtlinge sowie den rechtlichen Grundlagen in Sachen Asyl auseinander. „Bildung ist die Voraussetzung für Integration. Und der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe ist die Sprache“, erklärten sie einhellig. Und was macht Mut? Mit dieser Frage beschäftigte sich neben Michelle Sonntag und Milena Jardner auch Mylinh Ngo, die als Tochter einer chinesischen Mutter und eines vietnamesischen Vaters in Bayern geboren wurde und im Alter von vier Jahren nach Stolberg umzog: „Die zahlreichen Hilfsorganisationen sowie die vielen Ehrenamtler geben Hoffnung.“

Ein nach eigener Auskunft sehr emotionales Gespräch führten Sara Altunalan, Melda Altay, Meryem Yapici und Yasemin Demir mit einer syrischen Flüchtlingsfamilie, deren beschwerlicher Weg von der syrisch-turkmenischen Grenze bis nach Stolberg führte. Einen Dokumentarfilm zur Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge drehten Jana Scheffen, Carolina Löhrer und Daniel Pfeil.

Das Fazit der Schüler : Kulturaustausch sei ein Plusfaktor für alle Beteiligten. Leider fehle vielen Menschen auch etwas Mut, auf die Mitmenschen anderer Kulturkreise zuzugehen. Ein Problem, an dem auf allen Seiten gearbeitet werden müsse.

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