Deutsch-Polnischer Schüleraustausch in den Herbstferien

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In den Herbstferien reisten 14 Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 der Waldschule zur polnischen Partnerschule im schlesischen Ruda Śląska und knüpften dort viele neue Freundschaften.

Eschweiler. Bereits zum sechsten Mal besuchte eine 14-köpfige Schülergruppe aus den Jahrgangsstufen 9 bis 13 der Waldschule Eschweiler in der ersten Woche der Herbstferien die polnische Partnerschule Zspól Szkól Ogólnokszalcacych N°2 im schlesischen Ruda lska.

Nach 21-stündiger Busfahrt wurden die Schüler herzlichst in ihren Gastfamilien aufgenommen. Eine faszinierende Erfahrung für die Schülergruppe, die zum ersten Mal das östliche Nachbarland besuchte. „Als ich in der Gastfamilie ankam, war ich überrascht und gerührt von der Gastfreundlichkeit“, erzählt Schülerin Lucy Wendland.

Am Sonntag ging es für die Schülergruppe zum Auftakt Richtung Weichsel – zur Besichtigung der kultur- und religionshistorisch bedeutendsten Stadt Polens: Krakau. Auf dem Wawel und dessen imposantem gotischen Dom mit seinen romanischen und klassizistischen Anbauten besichtigten die Schüler die Krypta mit dem Grab von Lech Kaczyski. Danach ging es zum Marktplatz mit den Tuchhallen, dem Denkmal des Nationaldichters Adam Mickiewicz und zur Marienkirche.

Hier wurde der Reichtum und die Macht des mittelalterlichen Krakaus deutlich. Der zweite Teil des Tages stand mit der Besichtigung des Schindlermuseums ganz im Zeichen des europäischen Erinnerungsjahres zum Beginn des Zweiten Weltkrieges, dem übergeordneten Thema des diesjährigen Austausches. In der Ausstellung wurden die Schüler durch verschiedene Erfahrungsräume geführt, die zum Beispiel die Enge des Lebens im Warschauer Ghetto simulierten. „Das Museum war sehr spannend gestaltet. In manchen Momenten habe ich mich allerdings bedrückt und traurig gefühlt,“ sagt Jana Schoeffen.

Am Montag wurden die deutschen Gäste vom Schulleiter Pan Aleksander und der stellvertretenden Schulleiterin Mariola Ulejczyk herzlich begrüßt und im Foyer mit folkloristischem Gesang und der traditionellen Überreichung von Brot und Salz in der Schule in Empfang genommen.

Am Dienstag und Mittwoch setzten sich die Schüler während der Begehung der Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau intensiv mit den Folgen der Deutschen Besatzung sowie dem Schicksal der europäischen Juden auseinander. Eine aufwühlende und ergreifende Erfahrung für die Schülergruppe: „Ich habe an diesen beiden Orten viel nachgedacht und gebetet. Mich hat schockiert, wie man Menschen so behandeln konnte“ sagt Anna-Maria Wilberg.

Das abschließende Gespräch mit dem 88-jährigen Zeitzeugen, Prof. Waclaw Dlugoborski, der mit 16 Jahren dem polnischen Widerstand beigetreten und Ende 1942 nach Auschwitz-Birkenau deportiert worden war, nutzten die Schüler, um viele Fragen zu stellen.

Am nächsten Tag kam es in der Schule zu einem improvisiertem deutsch-polnischen Fußballspiel. Die erfolgreichsten Feldspieler beider Teams erhielten nach Abpfiff von der polnischen Schulleitung Preise. „Die polnischen Schüler hielten Deutschlandfahnen hoch und jubelten für uns. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht“ be

Am Freitag nahmen die Schüler am polnischen Unterricht teil, um das deutsche mit dem polnischen Bildungssystem zu vergleichen. „Ich war überrascht, wie unterschiedlich die Schule zu unserer ist – sei es die Notengebung oder das Verhältnis von Hausaufgaben und Freizeit,“ sagt Nick Krüttgen.

Den krönenden Abschluss der Woche bildete am Abend das „Festival der fremdsprachigen Songs“, in dessen Rahmen die Teilnehmer des diesjährigen Austausches offiziell mit einem kleinen Präsent in der Schule verabschiedet wurden.

Am Samstag flossen beim Abschied dann auch reichlich Tränen.

„Am Tag der Abreise konnte man die Trauer über den Abschied spüren. Als wir dann vor dem Bus standen, liefen die Tränen und Worte, die man nicht mehr vergessen kann, wurden gesagt. Die Woche war eine unvergessliche Zeit mit vielen spannenden Erlebnissen, Eindrücken und Freundschaften,“ berichtet Anna-Maria Wilberg. „Ich vermisse schon jetzt alle sehr und freue mich auf das nächste Jahr. Ich kann nur empfehlen einmal an einem Austausch teilzunehmen“, meint auch Cedric Taffe.

Der Großteil der Austauschschüler wird wohl auch im nächsten Jahr wieder in Eschweiler zusammenkommen – auch wenn einige so lange nicht warten wollen: „Es war kein Abschied für eine lange Zeit. Die Treffen für die Zukunft sind schon geplant. Der Austausch war eine Erfahrung für mein ganzes Leben“ sagt Sokol Belegu.

Finanziell unterstützt wurde der Schüleraustausch in diesem Jahr vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk sowie vom Förderverein der Waldschule Eschweiler. Begleitet wurde das Programm auf polnischer Seite von Irena Bugoslawka mit Unterstützung von Malgorzata Stygienko und Krzysztof sowie Angelika Waloszczyk und auf deutscher Seite von Christel Schäber und Tobias Marquardt.

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