Detlef Bunk begeistert sein Publikum im Talbahnhof

Von: vr
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Ein Purist an den Saiten: Detlef Bunk präsentierte bei seinem Konzert der „Saitensprung-Reihe” im Talbahnhof Lieder des Lebens mit überragender Spieltechnik und viel Herz. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Er nennt sie „Berta”, hat sichtlichen Respekt vor ihr, zupft, streichelt sie, manchmal trommelt er auch auf ihr: Detlef Bunk und seine Gitarre. Der Dresdner Musiker und seine Songs begeisterten am Freitag im Talbahnhof ihr kleines Publikum mit handwerklich einfachen Mitteln, aber klanglich großem Effekt.

Zimt auf dem Käsebrötchen, Wollpullover an der portugiesischen Küste und graue Schwäne auf der Autobahn, Detlef Bunk hat ein Auge für die ungewöhnlichen Situation, die der Alltag für ihn bereit hält und die er dann in seine Lieder packt. Dabei gelingt es dem Akustikgitarristen, der als einer der wenigen seiner Zunft ausschließlich auf Stahlsaiten spielt, mit einfachen Techniken dennoch immer wieder überraschende Klangelemente zu kreieren.

So konnte sein Indestadtpublikum am Freitag das Quietschen und Ächzen des Wagons während einer Straßenbahnfahrt durch San Francisco deutlich hören und die Dynamik derselben pulsierenden Metropole in „Wednesday night in San Francisco” miterleben, prägende Eindrücke, die Detlef Bunk während seines USA-Debüts 1998 auf der Tournee von Alex de Grassi im Album „California Impressions” verarbeitet.

Verträumt sitzend im Wald der alten „Redwood”-Bäume, Trost spendend am Telefon „For a friend”, Liebeserklärung an seine „Christin”, egal, was Detlef Bunk mit seiner Musik ausdrückt, er wirkt dabei sympathisch, enthusiastisch, vor allem sehr authentisch und beweist, dass sich perfekte Technik und Gefühl nicht ausschließen, sondern einander bedingen müssen.

Experimenteller Höhepunkt des Konzertes der „Saitensprung”-Serie im Talbahnhof war die „Night in Istanbul”, bei der der Gitarrist mittels elektronischer Klangwiederholung einen mehrstimmigen Gitarrenkanon spielte, in dessen Strudel er immer weitere Klangbausteine einbaute.

Weniger ist manchmal mehr, das gilt für Detlef Bunks Verständnis von Musik, die ganz simpel ihre ganze Schönheit entfalten kann. Das galt allerdings leider auch für die Anzahl der Zuhörer am Freitag im Talbahnhof, die die Gelegenheit nutzten und in direkten Kontakt mit dem Gitarristen und seiner Musik traten.
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