Designiertes Prinzengespann: Beide können nicht mehr ohneeinander

Von: Sonja Essers
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Bis Aschermittwoch werden sie über die Jecken der Indestadt regieren: der designierte Prinz René Schönenborn (rechts) und Zeremonienmeister Daniel Asara (links). Foto: Sonja Essers/Thomas Weiland

Eschweiler. Ohneeinander können diese Zwei anscheinend nicht mehr sein. Als Daniel Asara wenige Tage nach der Prinzenwahl am 2. Oktober einen Anruf erhielt, war er verwundert. „Das war der erste Abend seit Ende Juni, an dem René und ich uns nicht gesehen haben. Dann hat René vorgeschlagen, ob wir nicht trotzdem einfach etwas machen sollen“, berichtet der 28-Jährige.

Bis Aschermittwoch werden sie sich in der Tat häufiger sehen: Die beiden sind schließlich Prinz und Zeremonienmeister der kommenden Session.

René Schönenborn ist 33 Jahre alt, verheiratet, zweifacher Vater und Elektromeister. Daniel Asara arbeitet als Groß- und Außenhandelskaufmann und ist 28 Jahre alt. Die Nachnamen der beiden werden in den kommenden Monaten bis Aschermittwoch allerdings eine eher untergeordnete Rolle spielen. Jeck op Fastelovend sind die beiden Röher Jungs bereits seit frühster Kindheit. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich ihren größten Traum, Prinz und Zeremonienmeister in Eschweiler zu werden, erfüllen würden. Dass dies jedoch bereits in der kommenden Session der Fall sein würde, damit hätten Schönenborn und Asara nicht gerechnet.

Vor rund einem Jahr wurden die Planungen der beiden konkreter. Ein Termin stand damals allerdings noch nicht fest. Das änderte sich im Juni dieses Jahres. Renés Vater, Albert Schönenborn, der gleichzeitig Präsident der KG Onjekauchde Röhe ist, erzählte seinem Sohn, dass sich für die kommende Session noch kein Kandidat gemeldet habe.

Was dann folgte? Ein Anruf bei Daniel Asara. Dieser befand sich noch auf der Arbeit. An den Moment kann sich der 28-Jährige noch genau erinnern. „René meinte, dass wir im kommenden Jahr Prinz und Zeremonienmeister werden können und hat mich gefragt, ob wir das machen oder nicht“. Lange zu überlegen brauchte der Groß- und Außenhandelskaufmann nicht. Nun musste nur noch der Vorstand der KG Onjekauchde überzeugt werden. Als auch von ihrer Seite Unterstützung zugesichert wurde, stand dem Traum der beiden Indestädter nichts mehr im Weg.

Zweifel hatten die jungen Männer zu Beginn trotzdem. Die betrafen jedoch nicht ihren gefassten Entschluss, sondern die verbleibende Zeit. Schließlich war erst Ende Juni klar, dass sie für die kommende Session als Prinzengespann kandidieren würden. „Wir haben uns gefragt, ob das in dieser kurzen Zeit überhaupt zu schaffen ist“, gibt Asara zu. Die Antwort fiel allerdings schnell positiv aus.

Auch der Kostümschneider in Korschenbroich war zunächst nicht von dem engen Zeitfenster begeistert. Mittlerweile seien beiden Kostüme allerdings fertig, versichern Schönenborn und Asara erleichtert.

Und was folgte nach der Entscheidung? Zunächst wurde der Prinzenstab, das Team, das Prinz und Zeremonienmeister durch die Session begleiten wird, gegründet. Eine wichtige Rolle spielte auch Vater Albert. „Durch ihn wussten wir, was alles zu tun ist. Er hat uns auch seine vollste Unterstützung zugesichert“, sagt René Schönenborn.

Seit Ende Juni haben sich die beiden Männer jeden Tag getroffen. „Meine Frau und meine Kinder habe ich in dieser Zeit kaum gesehen“, sagt Schönenborn. Doch nicht nur allerhand Vorbereitungen auf die Prinzenwahl und die Session standen an. Die beiden halten sich auch gemeinsam fit und gehen mehrmals in der Woche zehn Kilometer laufen.

In der Session wird René nicht auf seine Familie verzichten müssen. Frau Christin kümmert sich um die beiden Kinder Liam und Liv, die als Pagen mit von der Partie sein werden. Prinz zu werden, sei nur möglich, wenn auch die Familie dahinter stehe, sind sich die beiden sicher. Als sein Vater als Prinz Albert die Säle der Indestadt unsicher machte, war René 16 Jahre alt. Angst vor einem Vergleich mit dem Familienoberhaupt hat er allerdings nicht. Vielmehr werden er und Daniel Asara in einem Bereich in seine Fußstapfen treten. „Wir werden auch singen“, verraten die beiden.

Und was steht nach dem ereignisreichen Wahlabend, an dem die beiden einstimmig gewählt wurden (wir berichteten), als nächstes auf dem Programm? Nach dem Tag des Karnevals, der am morgigen Sonntag stattfindet, und dem Elften im Elften auf dem Marktplatz, werden sie zunächst gekürt und dann Anfang Januar proklamiert. „Wir freuen uns einfach auf alles“, sagt Schönenborn und fügt hinzu: „Aber Rosenmontag wird bestimmt ein ganz besonderes Highlight.“

Angst vor dem Ende der Session haben die beiden Karnevalisten nicht. Sie haben bereits neue Ideen, die sie nach ihrer Amtszeit in die Tat umsetzen könnten. „Vielleicht schreiben wir ja ein Buch über unsere Zeit, warum nicht?“, meint Asara und lacht.

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