Eschweiler - Der Weg in die Öffentlichkeit fällt oft schwer

Der Weg in die Öffentlichkeit fällt oft schwer

Von: Verena Richter
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Eigeninitiative: Die Teilnehmerinnen des Projektes Kulturenladen bringen ihre selbstgeschneiderten Sachen an die Frau. Foto: Verena Richter

Eschweiler. Die Auswahl ist enorm. Fast alles, was aus Stoff hergestellt werden kann, liegt auf den langen Tischen im Culture Café: Schals, Tücher, Jacken, Kleider, Tops, Stulpen ja sogar Topfhandschuhe, Taschen und Brillenetuis finden sich. Geschneidert wurden die Sachen von Teilnehmerinnen des Projekts Kulturenladen, das wiederum zu dem Programm „Stärken vor Ort” gehört.

Ziel des Projektes ist es, Frauen den Ein- beziehungsweise Wiedereinstieg in das Berufsleben zu erleichtern, erklärt Heide Pittelkow von der „low-tec” gGmbH.

Die Projektleiterin der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft ist sehr zufrieden mit der Leistung und dem Engagement ihrer Teilnehmerinnen, die die Kleidung und Accessoires nicht nur hergestellt haben, sondern nun auch an den Mann oder vielmehr die Frau bringen sollen.

„Das heute ist eigentlich ein Verkaufstraining. Die Frauen haben schon im vergangenen Jahr an einem Projekt teilgenommen, bei dem das Herstellen von Kleidern im Mittelpunkt stand. Damals wurden die Sachen aber nicht verkauft”, sagt Heide Pittelkow, die weiter erklärt, dass die handwerklichen Fähigkeiten in den vergangenen Monaten vertieft und gleichzeitig das richtige Präsentieren der Sachen studiert wurde.

Trainiert und geschneidert wurde in den Räumen der Bürgerbegegnungsstätte und im Marokkanischen Kulturverein. „Und dabei hatten wir auch Unterstützung von Nermin Colak, die beim Nähen beraten hat, und von Dina Sabbar, einer Schneidermeisterin aus Aachen”, sagt Heide Pittelkow.

Die Resonanz ist gut an diesem Nachmittag, im Parterre des Culture Cafés drängen sich die Menschen um die Tische mit den Näharbeiten, was bei den Projektleitern und auch bei Gretel Germann, der Besitzerin des Cafs, für glückliche Gesichter sorgt - die Mühe der letzten acht Monate zahlt sich aus.

Neben der Freude über den Erfolg der Verkaufsausstellung, steht für das Führungsteam aber noch vielmehr das eigentliche Ziel des Projekts im Mittelpunkt. „Wichtig ist der Bezug zum Arbeitsmarkt. Von den Erfahrungen profitieren die Teilnehmerinnen und vielleicht führt sie der Weg auch einmal in die Selbstständigkeit”, erläutert Annette Groneberg von „low-tec”.

Das Rüstzeug hätten die Teilnehmerinnen an der Hand, wenngleich im Vergleich zur harten Verkaufswelt noch ein Unterschied besteht: Im Kulturenladen gibt es nur symbolische Preise, erklärt Sigrid Harzheim, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eschweiler.

„Im Grunde sind es die Materialkosten, die hier gefragt werden. Die Stoffe haben die Frauen ja selbst bezahlt”, sagt Heide Pittelkow, die weiß, wie wichtig die Schritte sind, die die Teilnehmerinnen in den vergangenen Wochen und Monaten vollzogen haben: raus aus dem geschützten Raum hinein in die Öffentlichkeit. Zum Glück, denn sehen lassen kann sich ihre Arbeit allemal.
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