Der singende Prinz rockt das jecke Rathaus

Von: B. Stoiber
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Da strahlt Tollität: Jetzt haben auch Wolfgang II. und Zerm Frank ihren Platz im Goldenen Buch der Stadt.
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Mit einem Tränchen im Auge nahm Jakob Bündgens die Gratulationen des Komitees zur Verleihung des Goldenen Stadtwappens entgegen.
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Stimmung bis in die hinterste Reihe: Im proppenvollen Ratssaal hatte das närrische Volk seine helle Freude am Programm des bürgermeisterlichen Prinzenempfangs.
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Ein Prinz mit besonderen Entertainerqualitäten: Wolfgang den II. hielt es nicht auf der Bühne – bei seinem Hit „Os jecke, jecke Stadt“ mischte er sich samt Mikro unters feiernde Volk. Foto: S. K. Pade

Eischwiele. Wenn der Samstag eine Art Generalprobe für den Rosenmontag war, dann erwartet Eischwieles Jecke und ihren Prinzen am Rosenmontag Kaiserwetter. Bei strahlendem Sonnenschein marschierten am Samstag tausende uniformierte Jecke aus sämtlichen Karnevalsgesellschaften der Indestadt aufs Rathaus – und ebenso viele jubelnde „Fans“ standen bestens gelaunt Spalier an den Straßen. Der mit schmissiger Musik bewegte Zug bildete die Vorhut für die Männer, die seit fünf Wochen an der Inde für beste Stimmung sorgen.

Prinz Wolfgang II. und sein Zeremonienmeister Frank rollten sonnenbeschienen im offenen Cabrio zur Verwaltungshochburg, wo am Narrenbrunnen „Börjemeeste“ Rudi Bertram und die Mannen des Karnevalskomitees, umrahmt von den Standartenträgern der KGs, sie vor dem Ratssaal erwarteten.

Drinnen ging es in doppeltem Sinne heiß her: Bei sauna-ähnlichen Temperaturen heizte Peter-Heinz Arnolds den honorigen Gästen musikalisch kräftig ein – abgelöst von der Brass Els Kapelle der Eefelkank unter der Leitung von Peter Seeger. Und – last not least – den Prinzenbläsern, die lautstark den Einmarsch Seiner Tollität ankündigten. Proppenvoll war der Ratssaal, in dem Vertreter von Politik und Gesellschaft(en), aus Landtag und Stadtrat, Deftige Bürger und Freunde aus Wattrelos und Reigate der Dinge harrten, die da kommen sollten. Und sie wurden nicht enttäuscht: Gastgeber Rudi Bertram hatte wie stets mit Unterstützung des Geschäftsführenden Karnevalskomitees um Präsident Norbert Weiland ein hochkarätiges Bühnenpropgramm zusammengestellt, in dem vor allem tänzerisch einiges geboten wurde.

Dass dies mit einem „Flop“ anfing, tat der Sache keinen Abbruch: Auf die Show des „Minitanzpaars“ des Garderegeminents Weiß-Rot, Melina Jaschinski und David Kuck, musste das ebenso gespannte wie verständnisvolle Publuikum diesmal verzichten – David hatte einfach keine Lust zu tanzen.

Dafür hatten die „schönsten Kinder von Nothberg, unsere Stars von morgen“, wie Prinz Wolfgang es ausdrückte, Lust zu singen: Die prinzlichen Pagen sangen und tanzten „Wir sind die kleinen Ritter von der Nothberger Burg“, ehe Tollität und Zerm ihren Sessionshit „Stolz op os jecke, jecke Stadt“ erschallen ließen – gefolgt vom „Tote-Hosen“-Song „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit“.

Ein ganz besonderer Tag wurde dieser Samstag vor allem für Jakob Bündgen. Komitee-Präsident Norbert Weiland: „Ohne sein nerviges Anklopfen an tausende von Türen und durch Jahre und Jahrzehnte gäbe es in Eschweiler kein Karnevalsmuseum!“ Bündgens unermüdliche Bemühungen honorierte das Komitee jetzt mit dem Goldenen Stadtwappen – und Bündgens nahm die Auszeichnung sichtbar gerührt entgegen. Ein Besuch im Karnevalsmuseum an der Lohner Straße in Dürwiß lohnt sich auch außerhalb der Fünften Jahreszeit.

Lohnenswert war auch der Blick zur Bühne im Ratssaal: Was der kleine David verweigert hatte, lieferten andere dafür umso schmissiger und begeisternder. Das Kinder-Tanzpaar der Nothberger Burgwache, Marie Krüttgen und Marlon Hannen, unterstrich eindrucksvoll das Lob des Komiteepräsidenten: „Nothberg ist eine Hochburg des karnevalistischen Tanzsports!“ Nicht weniger mitreißend zeigten auch Jill Ganser, Mariechen der KG Kirchspiel Lohn, Julia Krieger, ihre Kollegin von der KG Rote Funken Artillerie, und das neue Tanzpaar der Blauen Funken Weisweiler, Kerstin Sevenheck und Manuel Hauck, ihr tänzerisches Können.

Nicht nur Jakob Bündgens wurde am Samstag geehrt: Prinz Wolfgang verlieh seinen Orden unter anderem an die Landtagsabgeordneten Axel Wirtz und Stefan Kämmerling, an den Präsidenten des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e.V., Reiner Spiertz, sowie an Rathaus-Hausmeister Thomas Lothmann und die Organisatorin des Empfangs, Désiree Joussen. Und auch Prinz und Zerm wurden geehrt: Rudi Bertram ließ sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Komiteechef Norbert Weiland: „Wir sind stolz auf unseren Bürgermeister, dass der so hinter unserem Brauchtum steht!“

„Puddelrüh“ setzten den mitreißenden musikalischen Schlussakzent unter die Veranstaltung, ehe der Prinz Richtung Montag schaute: „Wir werden die Stadt zum Brodeln bringen!“

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