Der Pakt mit dem Teufel als großer Genuss

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Gerhard de Vos brillierte bereits bei einem Auftritt in Stolberg im Dezember als Heinrich Faust und verkörperte die tragische Figur gekonnt. Foto: D. Müller

Stolberg. Mit „Faust auf Raten“ nach Johann Wolfgang von Goethe bringt das Burghof-Theater zur Zeit ein Werk auf die Bühne, das als das bedeutendste und meist zitierte in der deutschen Literatur gilt. Goethes Adaption der Sagen um Dr. Faustus ist gespickt mit Versen, die als einzelne Zitate längst in den alltäglichen Sprachgebrauch Einzug gehalten haben.

So beschert das Ensemble des Burghof-Theaters viele „Aha-Erlebnisse“, indem es große Literatur und Allgemeinbildung anspruchsvoll wie kurzweilig vermittelt. In einem amüsanten Prolog machen Regisseurin Karin Graf und Hans Christian Johnsen das Publikum mit der Sprache Goethes vertraut, die Schönheit und Aussagekraft zu vereinen vermag.

Anschließend eröffnet der Teufel das Bühnenspiel, und Mephistopheles, der später einen fatalen Pakt mit Faust eingehen soll, zeigt schon optisch, dass er nicht nur über Zauberkräfte verfügt, sondern auch mit Charme und Humor zu verlocken weiß, denn im Burghof-Theater wurde er im Harlekin-Kostüm leibhaftig.

Faust ist unglücklich, ja zerrissen. Er leidet regelrecht körperliche Schmerzen ob seiner unbefriedigenden Situation. Der Wissenschaftler ist sich bewusst geworden, was die Quintessenz seiner langjährigen Studien ist: „Es irrt der Mensch, so lang er strebt.“ Als Privatmensch ist Faust nicht fähig, das Leben in seiner Fülle zu genießen.

Dunkle Magie

Von der Wissenschaft enttäuscht wendet Faust sich nach dem Vorbild des Nostradamus der dunklen Magie zu und beschwört die wirkende Kraft der Natur, den Erdgeist. Doch der erinnert Faust lediglich an dessen eigene Sterblichkeit und verhöhnt ihn als einen „furchtsam weggekrümmten Wurm“. Aufgelockert wird das tragische Bühnenspiel zum Beispiel durch die Auftritte der studentischen Hilfskraft Wagner.

Der lerneifrige „Famulus“ Wagner bereichert die gelungene Inszenierung um humoristische Komponenten mit seinem Spiel – und auch mit seinem Kostüm, als er etwa im Nachthemd und mit Schlafmütze die Bühne betritt. „Faust auf Raten“ ist ein kultureller Genuss, der niveauvoll und kurzweilig ist.

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