Eschweiler - Der neue Container-Schießstand schwebt über den Omerbach

Der neue Container-Schießstand schwebt über den Omerbach

Von: Michael Cremer
Letzte Aktualisierung:
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Fünf fabrikneue Container bilden den künftigen Schießstand in Nothberg. Fenster haben sie selbstredend nicht. Aus dem künftigen Schießstand heraus ist im Hintergrund der Toiletten- und Küchentrakt zu erkennen.

Eschweiler. Es war, als fiele plötzlich ein zentnerschwerer Druck von allen ab. Als zum letzten Mal das Kommando „Seil auf!” erging, unmittelbar gefolgt von einem erleichterten „Feierabend!”, da war die Anspannung wie weggeblasen. Nach Monaten der Vorbereitung und vier Stunden hochkonzentrierter Arbeit stand auch der letzte von acht Bürocontainern exakt auf seinem Platz.

Das neue Vereinsheim der Nothberger St.-Sebastianus-Schützen nimmt langsam Gestalt an.

Am 8. Dezember des vergangenen Jahres war das Schützenheim am Omerbach in Flammen aufgegangen; einzig die überdachte Terrasse und der Toilettentrakt blieben vom Feuer verschont. Die Schützen standen vor dem Nichts.

Bei ihren Überlegungen, wie an alter Stelle möglichst schnell und möglichst preiswert ein neues Heim errichtet werden könnte, kamen die Nothberger relativ bald auf die Lösung mit Bürocontainern - es folgten endlose Telefonate. Insgesamt acht dieser Boxen wurden benötigt; drei gebrauchte erwarben die Schützen bei einem Eschweiler Transportunternehmen, weitere fünf gaben sie bei einer Firma in Haltern am See in Auftrag.

Diese fünf fabrikneuen Container haben weder Fenster noch Zwischenwände und dienen hintereinander platziert als neuer Schießstand: insgesamt gut 14 Meter lang und sechs Meter breit.

Daran reihen sich die drei gebrauchten; wärmeisoliert und mit Fenstern, Heizkörpern und den nötigen Anschlüssen ausgestattet, wird in ihnen der Gast- und Schankraum entstehen, das Herzstück des Vereinsheimes. Den Abschluss bildet jener Teil des alten Gebäudes, der zusätzlich zu den Toiletten auch eine kleine Küche beherbergen wird.

Monatelange Vorarbeit

Viel Schweiß war geflossen, bevor die acht Container endlich auf die Fundamente gesetzt werden konnten: Der Abriss des alten Heimes und die Aufräumarbeiten hatten Monate gedauert. Anschließend mussten Fundamente gegossen und Versorgungsleitungen gelegt werden.

Und wie bekommt man sechs Meter breite und tonnenschwere Bürocontainer auf ein Gelände, das nur über ein Brückchen über den Omerbach erreichbar ist? Mit einem Autokran. Tags zuvor waren alle Container angeliefert und auf dem Nothberger Markt zwischengelagert worden.

Zunächst platzierte Kranfahrer Anton Gottschalk den Fünfachser auf der schmalen Straße so, dass er Kran und Ausleger ungehindert und präzise steuern konnte. Anschließend fuhr er die vier Stützen aus, die auf Balken auf der einen und zwei mehrere Zentimeter dicken Stahlplatten auf der dem Bach zugerichteten Seite sicheren Halt fanden.

Die Platten hatte sein Kollege Yalcin Fatih mit einem Tieflader nach Nothberg gebracht - und nicht nur die: Anton Gottschalk „bediente” sich vom Lkw und bestückte den Autokran mit zusätzlichen Kontergewichten, insgesamt 20 Tonnen schwer. So beladen bringt es der Kran des Alsdorfer Unternehmens Franz Plum auf satte 85 Tonnen.

Und die waren auch nötig, denn Anton Gottschalk musste den 52-Meter-Ausleger des Krans ausreizen, um die Container über Bäume und Omerbach hinweg auf das dahinterliegende Gelände der Schützen zu hieven.

Unterstützung am Funkgerät erhielt er durch den stellvertretenden Nothberger Jugendleiter Mario Rosarius, der den Kran mit Kommandos wie „Seil ab!” oder „Nacken auf!” exakt dirigierte. „Das macht er wirklich gut”, lobte ihn Anton Gottschalk. Ein Wunder ist das allerdings nicht, schließlich ist Rosarius vom Fach: er ist Kranfahrer.
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