Der lange Weg zur Gottesmutter nach Kevelaer

Von: Franz-Josef Dittrich
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Zahlreiche Männer und Frauen
Zahlreiche Männer und Frauen aus Eschweiler tragen auch in diesem Jahr ihre Sorgen nach Kevelaer - 103 km hin und 106 km zurück.

Eschweiler. Es ist bald wieder soweit. Die Wallfahrt nach Kevelaer steht an, die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen, und am 12. August heißt es wieder: Wir ziehen treulich Jahr für Jahr, zu dir, Maria, nach Kevelaer.

Mit der Pilgermesse am Sonntag morgen beginnt die 278. Wallfahrt, die in diesem Jahr unter dem Leitthema steht „Du hast bei Gott Gnade gefunden”. Über 140 Pilgerinnen und Pilger haben sich angemeldet, um gemeinsam diesen Weg zum Wallfahrtsort an den Niederrhein zu gehen. Es ist bemerkenswert, dass in den letzten Jahren die Teilnehmerzahlen nicht rückläufig sind, in einer Zeit, wo die katholische Kirche nicht gerade mit positiven Nachrichten im Focus steht.

Warum ist eine Pilgerwoche, warum ist ein solcher Gemeinschaftsweg für viele so wichtig? Diese Fragen bringen vielfältige Antworten hervor, angefangen mit dem Bekenntnis zu Maria, die Trösterin der Betrübten. Die Pilgerinnen und Pilger bringen ihre Sorgen und Nöten nach Kevelaer, aber auch ist ein solcher Weg dem „Dank” gewidmet. Darüber hinaus ist die Gemeinschaft ein weiterer Antrieb für eine Fußwallfahrt nach Kevelaer. Ohne Handy, ohne Fernsehen, ohne Termindruck, aber mit den Füßen beten, sind Merkmale einer Pilgerschaft, die wieder modern geworden ist. Man geht für etwas auf die Straße, man zeigt sich draußen, man gibt öffentlich ein Zeichen des Glaubens. Dies verbindet Menschen und lässt eine solche Woche zu einem unvergessenen Erlebnis werden.

Ein langer Weg liegt vor den Pilgern aus Eschweiler, die sich nach dem Pilgergottesdienst am Sonntag morgen aufmachen, um über Aldenhoven, Merzenhausen, Floßdorf, Linnich, Körrenzig, Baal, Dovern das erste Etappenziel Houverath erreichen. Einige Tagespilger müssen dann mit Wehmut Abschied nehmen, denn nicht jeder hat die Möglichkeit, eine ganze Woche mit Urlaub abzudecken.

Die „Königsetappe” steht am zweiten Tage an, und sehr früh geht es von Houverath über Wegberg, Rickelrath, Rennerperstraße, Dilkrath, Lobberich nach Hinsbeck, wo am Abend eine Pilgermesse gefeiert wird.

Der dritte Pilgertag beginnt mit dem Morgengebet an der Hinsbecker Heide, und im Gebet, aber auch in Stille, führt der Weg durch die Hinsbecker Heide, Straelen, Walbeck bis nach Lüllingen. Hier wird in der Mittagspause das Pilgerkreuz geschmückt, denn die letzte „Meile” ist angesagt.

Um 15 Uhr zieht die Kevelaer-Bruderschaft feierlich in Kevelaer ein, um in der Kerzenkapelle das erste Dankgebet für eine erfolgreiche Wallfahrt darzubringen.

Es ist schon beeindruckend, wenn man nach dem erfolgreichen Ankommen in die Gesichter der Pilgerinnen und Pilger schaut, erschöpft aber glücklich, denn jeder für sich hat einen Weg geschafft.

Das Ankommen in Kevelaer, das Bestehen des Wallfahrtsweges, die Erfahrungen einer schönen Gemeinschaft kann man nicht beschreiben, dies muss man selbst erlebt haben.

In diesem Jahr werden 14 Pilger zum ersten Male dabei sein, die jüngste Neupilgerin ist 9 Jahre und der älteste Neupilger 71 Jahre alt. Erwähnenswert ist, dass in diesem Jahr der Ehrenpilger und langjährige Präfekt der Bruderschaft, Werner Wolter, zum 55-mal den Weg zu Maria, der Trösterin der Betrübten, geht.

Alle Neupilger stellen sich die Fragen: was kommt da auf mich zu?. Schaffe ich diesen langen Weg? Wie komme ich zurecht? Wo schlafe ich? In der Pilgergemeinschaft werden diese Fragen sehr schnell beantwortet, denn keiner geht allein und jeder hilft dem Anderen.

Wieder heimwärts, so heißt es ab Donnerstag morgen für alle Fußpilger. Der Rückweg über die bekannten Stationen, jedoch mit kleinem Umweg über Amern, wird mit einem guten und forschen Schritt absolviert. Man lässt Kevelaer hinter sich mit dem Gefühl, alle seine Sorgen und Nöten, aber auch den Dank, der Gottesmutter gebracht zu haben.

Wenn am Samstag Nachmittag gegen 15.30 Uhr die Kevelaer-Bruderschaft feierlich in die Pfarrkirche St. Peter und Paul einzieht, geht eine außergewöhnliche Woche zu Ende, die bei allen Spuren hinterlässt.
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