Der Kreideverbrauch sinkt, die Schulnoten verbessern sich

Von: Benjamin Jansen
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Helfer in der Not: Während der Dalton-Stunde beantwortet Schulleiter Leo Rott die Fragen seiner Schüler - und nicht umgekehrt. Die thematischen Schwerpunkte setzen die Kinder und Jugendlichen. Foto: B. Jansen

Eschweiler. NRW-Schulministerin Barbara Sommer staunte nicht schlecht, als sie das Alsdorfer Gymnasium vor zwei Jahren besuchte. Die Türen zu den Unterrichtsräumen standen offen, die Schüler saßen in Kleingruppen zusammen. Anstelle des „normalen” Frontalunterrichts trafen die Kinder und Jugendlichen die Entscheidung darüber, was sie lernen wollen.

Erst bei Fragen oder Problemen stand der Lehrer helfend zur Seite. Sodom und Gomorrha im Matheunterricht? Von wegen: Daltonstunde!

Leo Rott, Schulleiter der Hauptschule Dürwiß, zeigte sich von der Idee der „Selbstlernstunden”, die in Alsdorf fünf Jahre erfolgreich erprobt wurde, sehr angetan. „Ich war mir nur nicht sicher, ob sich das Konzept auch für eine Hauptschule umsetzen lässt”, erinnert sich Rott an seine ersten Zweifel.

Vor zwei Jahren ließ der Schulleiter es auf einen Versuch ankommen - und das Experiment „Dalton” erwies sich als voller Erfolg. „Schüler sind auf mich zugekommen und haben mir dafür gedankt, dass sie ihre Arbeiten, dank Dalton, Zwei geschrieben haben”, freut sich der Mathe-Lehrer über die Notenverbesserung.

Ihre Defizite können die Schüler aber nicht nur in den Bereichen Bruchrechnung und Geometrie ausbügeln. Denn wenn montags um 10.45 Uhr der Gong ertönt, steht es ihnen frei, ob sie rechnen, sich mit deutscher oder englischer Literatur beschäftigen.

„Die Schüler wissen genau, wo ihre Schwächen liegen. Mit der Dalton-Stunde können sie gezielt daran arbeiten”, hebt Rott die Vorzüge des Konzepts hervor. Und das auch noch beim Lieblingslehrer - allerdings nur wenn sie schnell genug sind: Jeder Lehrer darf maximal 15 Schüler aufnehmen.

Dass sich die Kinder gegenseitig unterstützen -von der fünften bis zur neunten Klasse -,sieht der Schulleiter als großes Plus. „Sie verlieren die Scheu, sich im Unterricht zu blamieren, wenn sie eine falsche Antwort geben. Außerdem nehmen sie die Lerninhalte besser von Gleichgesinnten an.” Der chinesische Philosoph Konfuzius, auf dessen Lehren das Dalton-Prinzip aufbaut, formuliert es so: „Erzähle mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere mich. Lass es mich tun, und ich verstehe.”

Ein paar Punkte wandelte Rott im Vergleich zur gymnasialen Dalton-Stunde ab. „Wir haben das Konzept abgespeckt, da wir nur ein begrenztes Lehrpersonal haben und uns gleichzeitig zu viele Stunden verloren gehen.”

Das Raum-Prinzip, bei dem jeder Lehrer einen festen Ort zugewiesen bekommt, habe sich ebenfalls sehr gut entwickelt, bestätigt Rott. „Die Schüler bewegen sich mehr und wir haben ein viel niedrigeren Kreideverbrauch, weil die Räume unter Aufsicht sind”, erklärt der Schulleiter. Schulministerin Sommer wird es freuen.

Selbsttätiges und selbstverantwortliches Lernen

Die pädagogische Leitidee des Dalton-Systems ist selbsttätiges und selbstverantwortliches Lernen der Schüler nach einem vorgegebenen Lernplan, der von den Lehrern entwickelt wurde.

Das Grundprinzip sieht täglich zwei Stunden vor, in denen die Schüler Lehrer und Fach frei wählen können. Der Unterrichtsstoff muss selbst erarbeitet werden, der Lehrer steht beratend zur Seite.

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