Der Karnevalsvirus hat Stefan Preuß (noch) nicht befallen

Von: Tobias Röber
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Retten, löschen, bergen, schützen: Stefan Preuß ists eit dem 1. Oktober neuer stellvertretender Leiter der Feuerwehr Eschweiler. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Stefan Preuß ist seit dem 1. Oktober neuer stellvertretender Leiter der Eschweiler Feuerwehr. Er hat Lutz Krüger beerbt, der diesen Posten zum 1. Juli aufgegeben hat. Noch übt Preuß das Amt kommissarisch aus, bald ist er dann auch offiziell stellvertretender Wehrleiter. Im Interview spricht der gebürtige Heidelberger über seinen beruflichen Werdegang und gesteht ein, dass ihn der Virus Karneval noch nicht befallen hat.

Herr Preuß, haben Sie auch schon mal eine Katze aus einem Baum gerettet?

Preuß: (lacht). Nein, das musste ich bisher noch nicht. Natürlich gibt es immer wieder Tierrettungen, aber ich war bei einem solchen Einsatz noch nicht dabei.

Gibt es denn Einsätze, an die Sie sich besonders erinnern? Vielleicht auch an etwas Schönes?

Preuß: Schöne Erinnerungen habe ich eher nicht. Ich erinnere mich vor allem an einen Lagerhallenbrand nach der Fußball-WM 1990. Aber das hat wohl eher was mit diesem Ereignis zu tun.

Sie stammen ursprünglich aus Heidelberg. Was hat Sie nach Eschweiler verschlagen?

Preuß: Das hatte berufliche und private Gründe. Ich bin in Heidelberg geboren, habe mein Abitur in Eppelheim gemacht und dann in Karlsruhe Elektrotechnik studiert. Am Hochspannungsinstitut habe ich dann einige Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet. Von dort aus hat es mich zur Firma CAE nach Stolberg verschlagen. Mittlerweile bin ich Geschäftsführer der Stolberger Caseris GmbH. Über Jülich und Röhe bin ich dann schließlich nach Dürwiß gezogen.

Wo Sie dann bestimmt auch gleich in die Feuerwehr eingetreten sind?

Preuß: Nein, ich habe erst ein paar Jahre Pause gemacht. Ich hatte viele Außentermine und keine Zeit für Einsätze bei der Feuerwehr. Es war ein Zufall, dass ich wieder zur Feuerwehr gekommen bin.

Nun sind wir neugierig...

Preuß: Beim Geburtsvorbereitungskurs vor der Geburt unserer ersten Tochter haben wir einen Feuerwehrmann kennengelernt, der mich wieder für die Feuerwehr begeistert hat. So bin ich im Jahr 2007 zum Löschzug Dürwiß gekommen. Das hat mir auch bei der Integration im Dorf geholfen.

Inwiefern?

Preuß: Man knüpft natürlich Kontakte und ist ins Dorfleben eingebunden. Schließlich engagiert man sich in seinem Ort und in der Stadt.

Fester Bestandteil des Lebens vieler Eschweiler Menschen ist der Karneval. Sind Sie da auch engagiert?

Preuß: (lacht). Ich schaue mir den Rosenmontagszug an und bim beim Prinzenempfang in der Feuerwache dabei. Ansonsten bin ich vom Karnevalsvirus noch nicht infiziert. Meine Mitarbeiter bekommen an Karneval aber frei...

Wie sind Sie in der „alten Heimat“ zur Feuerwehr gekommen?

Preuß: Ich bin am 26. September 1978 im Alter von elf Jahren in die Jugendfeuerwehr in Eppelheim eingetreten und bin auch später dabei geblieben. Die Grundausbildung habe ich Mitte der 80er Jahre absolviert, es folgten etliche Lehrgänge, unter anderem zum Gruppenführer.

Und jetzt sind Sie sogar stellvertretender Wehrleiter in Eschweiler...

Preuß: Noch kommissarisch, wenn ich die nächsten beiden Lehrgänge absolviert habe, wird es auch offiziell. Seit 2013 war ich stellvertretender Zugführer des Dürwisser Löschzugs. Zum stellvertretenden Wehrleiter wurde ich vom Stadtrat in seiner Sitzung am 29. September gewählt.

Waren Sie „familiär vorbelastet“?

Preuß: (lacht). Nein, ein Klassenkamerad hat mich damals überredet zur Feuerwehr zu gehen. Allerdings war meine Familie stets ehrenamtlich engagiert.

Sind Ihre eigenen Kinder auch in der Wehr aktiv?

Preuß: Nein, sie sind noch zu jung, aber die Eschweiler Wehr ist startklar für eine Kinderfeuerwehr. Allerdings fehlt noch der gesetzliche Rahmen.

Wo wir beim Thema sind: Als stellvertretender Wehrleiter haben Sie doch sicher einige Pläne...

Preuß: Bisher noch nicht, ich arbeite mich erst ein. Es ist natürlich wichtig, dass die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr erhalten bleibt. Vor allem in Zeiten knapper Kassen ist das ein Thema. Die Unterstützung ist aber ja sehr gut. Natürlich wollen wir auch neue Leute aus der Jugendfeuerwehr übernehmen.

Gibt es dort Verbesserungspotenzial?

Preuß: Wir arbeiten immer an der Gewinnung neuer Feuerwehrleute mit Aktionen an Schulen, Stadtfesten und bei den Tagen der offenen Tür der einzelnen Löschzüge. Wir haben glücklicherweise kein gravierendes Nachwuchsproblem und sind mit der Nachwuchsgewinnung gut aufgestellt. Natürlich freuen wir uns über jeden neuen Feuerwehranghörigen. Die Gesamtzahl an Jugendfeuerwehrmitgliedern ist gut.

Nochmal zurück zu den Verbesserungen. Die Schrankenschließzeiten am Langwahn brennen vielen Menschen auf den Nägeln...

Preuß: Das Thema sehe ich unabhängig von der Feuerwehr auch bei meinem Weg von und zur Arbeit. Allerdings können die langen Schließzeiten das Eintreffen der Feuerwehr und von Rettungswagen schon verzögern. Soweit ich weiß, laufen die Gespräche jedoch bereits.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade arbeiten oder für die Feuerwehr im Einsatz sind?

Preuß: Natürlich Zeit mit meiner Familie verbringen. Wir reisen sehr gerne.

Machen Sie doch mal Werbung für die Feuerwehr. Warum sollten sich Bürger dort engagieren? Was zeichnet die Wehr aus?

Preuß: Der Teamgeist steht bei der Feuerwehr ganz klar im Vordergrund, man hat Erfolgsmomente und übt ein Ehrenamt in dem Bewusstsein aus, etwas Gutes zu tun, sich für eine gute Sache zu engagieren.

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