Der große Traum von der Tour de France

Von: Sandra Kinkel
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Kai Philipp und Per Christian Münstermann aus Heistern trainieren jeden Tag mehrere Stunden. Kai Philipp fährt im NRW-Kader und ist Bezirksmeister.

Langerwehe-Heistern. Kai Philipp Münstermann ist 15 Jahre alt, Schüler der neunten Klasse der Europaschule in Langerwehe und unglaublich diszipliniert. Wenn er gegen 16 Uhr von der Schule nach Hause kommt, schwingt er sich nach dem Essen und einer kurzen Pause sofort auf sein Rennrad.

Und trainiert. Drei Stunden kommen da an Wochentagen locker zusammen, samstags und sonntags sitzt Kai Philipp mindestens vier Stunden im Sattel. Er fährt von Heistern Richtung Jülich, manchmal auch Richtung Köln. 80 Kilometer in der Woche, hundert am Wochenende. Mit einem großen Ziel vor Augen: Kai Philipp Münstermann will Berufsradfahrer werden, Teil eines Profi-Teams sein. Und dann an so berühmten Renn wie der Tour de France oder dem Giro dItalia teilnehmen.

Am Wochenende stand aber erst einmal eine dreitägige Hessen-Rundfahrt an. Mit Zeitfahren (zehn Kilometer), Bergetappe (60 Kilometer) und einer flachen Strecke (80 Kilometer). Teilnehmen werden rund 150 talentierte Nachwuchs-Radfahrer. Vorher ist Kai philipp Münstermann Sieger bei den Bezirkesmeisterschaften in Aachen geworden. „Ich habe jedes Wochenende Rennen”, sagt Kai Philipp Münstermann. Kai Philipp Münstermann hat erst vor zwei Jahren die Liebe zum Radsport entdeckt, es gefällt ihm, so viel an der frischen Luft unterwegs zu sein. Jetzt startet er für den Radsportverein Düren, gehört mit neun anderen Fahrern seines Jahrgangs zum NRW-Kader, ist bei den Nord-Deutschen Meisterschaften 37. von 130 Fahrern in seiner Altersklasse geworden, bei den „Cologne Classics” sogar elfter.

Kai Philipp Münstermann ist Vize-Landessieger auf der Bahn und hat sich sogar für die deutschen Meisterschaften im Zeitfahren im August qualifiziert. Blöd nur, dass er dann mit seiner Familie im Urlaub ist. „Wir hätten wirklich nicht gedacht”, so Kai Philipps Mutter Michaela Münstermann, „dass er so schnell so erfolgreich ist. Und da haben wir im Januar diesen Familienurlaub gebucht.” „Und wir fliegen auch”, ergänzt Kai Philipp.

Auch Kai Philipps jüngerer Bruder Per Christian (12) ist mittlerweile vom Radsport infiziert. Er trainiert beim Radrennclub Merken und ist auch vier Mal in der Woche zwei Stunden mit dem Rennrad unterwegs. Meistens gemeinsam mit Vater Ralf. „Mein Mann ist richtig fit geworden”, schmunzelt Michaela Münstermann. „Aber es wäre ja viel zu gefährlich Per Christian alleine fahren zu lassen. Ich mache mir schon bei Kai Philipp immer große Sorgen.”

Nicht ganz unbegründet. „Klar bin ich schon gestürzt”, sagt der 15-Jährige, der es bei Rennen auf 60 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit bringt. „Einmal habe ich mir die Schneidezähne ausgeschlagen. Und bei den NRW-Meisterschaften auf der Bahn habe ich mich auch hingelegt. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert.” Die Verletzungsgefahr ist es, die Kai Philipp immer daran erinnert, wie wichtig es ist, eine vernünftige Schulbildung zu haben. „Ein guter Abschluss ist sehr wichtig”, sagt er. „Ich will unbedingt Abitur machen.”

Außer des täglichen Trainings, über das Kai Philipp Münstermann für seine Trainer im NRW-Kader immer ganz genau Buch führen muss, ist der junge Radsportler auch sonst wahnsinnig konsequent. „Chips und Süßigkeiten”, sagt er, „esse ich eigentlich überhaupt nicht mehr.” Vorbilder hat der 15-Jährige übrigens nicht. „Wenn man Vorbilder hat, kann man nie besser werden als die. Ich finde es wichtig, dass ich meine eigene Pläne und Ziele habe, die ich umsetzen kann.”

Und vielleicht kommt Kai Philipp Münstermann seinem großen Ziel vom Profi-Radsportler schon bald einen riesen großen Schritt näher. Zwei Mannschaften, deren Fahrer zum Teil in der Bundesliga fahren, haben bei ihm angefragt, ob er nicht Mitglied werden will. Und wenn er 16 ist, kann er es in den Bundeskader schaffen. „Von meinem Jahrgang”, sagt Kai Philipp, „bin ich in Nordrhein-Westfalen der Zweitbeste.”
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