Eschweiler - Der Flüchtlingsstrom schwillt auf Rekordniveau an

Der Flüchtlingsstrom schwillt auf Rekordniveau an

Von: Patrick Nowicki
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Das neue städtische Gebäude auf dem Stich: Dort sollen ab Sommer 60 Flüchtlinge Platz finden.

Eschweiler. Die Flüchtlingswelle schwappt an die Inde: In diesem Jahr kamen bereits 95 neue Hilfesuchende nach Eschweiler. Diese Zahl nannte Sozialamtsleiter Jürgen Rombach Donnerstag Abend im Integrationsausschuss. Zum Vergleich: Im gesamten vorigen Jahr suchten hier 134 Menschen Zuflucht.

Rombach geht davon aus, dass Eschweiler in diesem Jahr so viele Flüchtlinge aufnehmen muss, wie noch nie. Die städtischen Unterkünfte sind schon jetzt bis zum Bersten mit Menschen gefüllt. Das Sozialamt arbeitet mit Hochdruck daran, den Betroffenen eine Bleibe zu verschaffen: „Wir haben das Glück, dass wir noch Menschen auf dem freien Wohnungsmarkt unterbringen können“, sagt Rombach.

Wie lange dies noch gelingt, wisse er jedoch nicht. Man werde jedoch immer weiter versuchen, dass Flüchtlinge selbst zu Mietern werden.

Die Zahlen sind alarmierend: 105 Menschen befinden sich in der Einrichtung an der Severinstraße, zu Jahresbeginn zählte man dort noch 60 Personen. Auch die anderen Unterkünfte sind stark beansprucht. An der Grachtstraße stieg die Zahl von 38 auf 81 Menschen seit Jahresanfang. In den städtischen Häusern an der Hüttenstraße wohnen inzwischen 96 Flüchtlinge. Stand 7. Januar dieses Jahres dort: 70 Personen.

Das von der Stadt erworbene Gebäude in Stich soll neue Möglichkeiten eröffnen. Allerdings kann es erst im Sommer bezogen werden. Dort können nach derzeitiger Planung maximal 60 Personen wohnen. Bis dahin müssen die Mitarbeiter des Sozialamtes improvisieren: „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir in den vergangenen Jahren keine Strukturen abgebaut haben“, berichtet Rombach.

In seinen Augen deutet alles darauf hin, dass die Zahlen von Anfang der 90er Jahre, als die Balkankriege einen Flüchtlingsstrom auslösten, noch übertroffen werden. Im Integrationsausschuss nannte er die Jahre 1991 (362 Flüchtlinge), 1992 (159) und 1993 (285). Dies sind die Jahre, in denen bis heute die meisten Flüchtlinge nach Eschweiler kamen. Damals wie heute spiegelt sich darin auch der Bundestrend wider.

Aktuelles Weltgeschehen

Verwundert ist Rombach über die aktuelle Entwicklung nicht: „Man muss sich nur das weltpolitische Geschehen anschauen“, sagt er. Er rechnet sogar mit einer weiteren Zunahme, schließlich seien die Menschen aus der Ukraine noch nicht in Eschweiler angekommen. Auch die aktuellen Ereignisse in Tunesien werden in seinen Augen dazu beitragen, dass in naher Zukunft weitere Menschen ihre Heimat verlassen und nach Deutschland kommen.

Dies führt auch für die Stadt Eschweiler zu einer enormen finanziellen Mehrbelastung, die aktuell nicht genau beziffert werden kann. Dies trifft allerdings auf alle Kommunen zu. Der Bund hat aus diesem Grund die Unterstützung bei den Kosten der Unterkunft am Mittwoch nochmal erhöht. Wie der Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling (SPD) mitteilt, erhält Eschweiler zu den bereits zugesicherten jeweils 270.000 Euro für die Jahre 2015 und 2016 weitere 900.000 Euro für das Jahr 2017.

Der Sozialdemokrat hofft jetzt auf die Senkung der Städteregionsumlage als weiteren finanziellen Nebeneffekt für die Stadt Eschweiler. „Die Städteregion erhält im Jahr 2017 mehr als vier Millionen Euro zusätzliches Geld im Rahmen der höheren Beteiligung des Bundes an den Sozialkosten“, schreibt Kämmerling. Dies müsse in seinen Augen dazu führen, dass die Umlage sinke.

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