Eschweiler - Der ewige Kampf gegen den Bärenklau

Der ewige Kampf gegen den Bärenklau

Von: Anne Rossow
Letzte Aktualisierung:
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Vor allem an der Inde, wie hier in Weisweiler, wächst der Bärenklau an zahlreichen Stellen. Foto: Anne Rossow

Eschweiler. An Flüssen, Bächen oder am Wegesrand wächst er: der Bärenklau. Auf den ersten Blick mag die Pflanze vielleicht harmlos aussehen, doch insbesondere der Pflanzensaft der Staude ist äußerst giftig. Gerade in den Sommermonaten, der Blütezeit des Bärenklaus, ist dieser sehr gefährlich.

Denn bei Kontakt mit der Pflanze kann es unter Einwirkung von Sonnenlicht zu Rötungen und Hautentzündungen bis hin zu schweren Verbrennungen und weiteren schwerwiegenden Folgen kommen. Der Kontakt mit der Pflanze sollte daher unbedingt vermieden werden und eine Entfernung des gefährlichen Gewächses sollte nur mit Schutzkleidung erfolgen. Im Jahr 2008 wurde Bärenklau als „Giftpflanze des Jahres“ ausgezeichnet.

Die Pflanze kommt ursprünglich aus dem Kaukasus in Asien, doch seit einigen Jahren ist sie auch in Deutschland ein großes Problem. Bärenklau hat ein sehr starkes Wachstum und breitet sich rasch aus. Die sogenannte Herkulesstaude kann eine Höhe von bis zu vier Metern erreichen. Einheimische Pflanzen werden teilweise von dem großblättrigen Gewächs verdrängt. Bärenklau sei jedes Jahr aufs Neue ein Problem, bestätigt auch die Leiterin der Abteilung für Freiraum und Grünordnung in Eschweiler, Hedwig Assenmacher. Vor allem die weite Verbreitung des Gewächses sei ein großes Problem.

Man wisse bei der Bekämpfung teilweise nicht, „wo man anfangen und wo aufhören“ soll. Es gebe regelmäßig Meldungen von Bürgern, die Bärenklau in Eschweiler entdecken. Die Beschwerden werden alle aufgenommen und die Stadt habe die bekannten Stellen im Blick, erklärte sie. Auch Marcus Seiler, Ansprechpartner für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Wasserverbands Eifel-Rur sieht in der schnellen Ausbreitung der Giftpflanze ein Problem.

Es sei ein „widerspenstiges Gewächs“, welches sich gerade am Gewässer sehr vermehre, sagte er. Die zahlreichen Samen des Bärenklaus werden durch das Gewässer transportiert, berichtete er. Daher seien am Wasser und am Ufer klassische Wachstumsbereiche der Pflanze.

Jährlich werden in Eschweiler Maßnahmen gegen die Giftpflanze unternommen. „Wir haben dieses Jahr im Frühjahr schon die Knollen abgestochen“, erklärt Hedwig Assenmacher die Maßnahmen der Stadt Eschweiler. Dies sei die „einzig praktikable Methode“, damit der Bärenklau zerstört werden kann, erläutert sie. Allerdings haben die Pflanzen dennoch etliche tausend Samen, so dass eine Ausbreitung des Gewächses nicht völlig vermieden werden könne. Im Laufe des Jahres, mähe man den Bärenklau runter, so dass keine Gefahr mehr für Personen besteht, berichtet Hedwig Assenmacher. Vor allem an Wegrändern und akuten Gefahrenstellen, an denen Menschen mit der Pflanze in Kontakt kommen könnten, werde aktiv gehandelt und die giftige Pflanze zerstört.

Entlang der Inde bekämpfe man den Bärenklau nicht flächendeckend, sagt der Pressesprecher des Wasserverbands Eifel-Rur, Marcus Seiler. Der Bärenklau werde dort entfernt, „wo öffentlich zugängliche Wege sind“, ergänzt er. Das schließe beispielsweise die Wegränder am Gewässer ein. Dort sei der Wasserverband zur Verkehrssicherung verpflichtet: „Da wird Bärenklau von uns bekämpft“, so Marcus Seiler.

In der Wachstumsperiode werde das gefährliche Gewächs weggeschnitten. Diese Maßnahmen führe man nur mit entsprechender Schutzkleidung durch, erklärt der Pressesprecher des Wasserverbands. Allerdings betreibe man „keine gezielte Ausrottungsbekämpfung“ gegen den Bärenklau. Es gebe keine Verordnung, die besagt, dass auf allen Flächen Unternehmungen gegen den Bärenklau vorgenommen werden müssen. Ein konsequentes Bekämpfen sei zudem sehr aufwändig.

Man müsse die Wurzel des Bärenklaus mit ausgraben oder die Pflanzen mit Hilfe von kochendem Wasser bekämpfen, sonst würden sie dort erneut wachsen, erläutert er. Und mit der Chemiekeule dürfe in der Nähe von Gewässern ohnehin nicht vorgegangen werden. Man wisse, wo die Stellen sind, an denen Bärenklau wächst, diese Bereiche „werden ständig kontrolliert“, sagt er. Die Stadt Eschweiler sei in engem Kontakt mit dem Wasserverband, was die Bekämpfung des Bärenklaus angehe, sagt Hedwig Assenmacher.

Bärenklau stellt eine Gefahrenquelle für Mensch und Tier dar. Die Verantwortlichen unterliegen einer sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Diese regelt in Deutschland, dass Gefahrenquellen abgewehrt werden müssen. Die Stadt Eschweiler ist nicht für alle Flächen in der Stadt verantwortlich. Lediglich dort, wo die Stadt Eigentümer ist, habe sie die Pflicht der Verkehrssicherung und müsse dort gegen die giftigen Pflanzen vorgehen, erläutert Hedwig Assenmacher. Das bedeutet, es müssen Vorkehrungen getroffen werden, um einen Schaden von Personen zu verhindern. Für die Inde ist der Wasserverband Eifel-Rur zuständig.

Zum Glück sei bisher kein Fall bekannt, bei dem sich eine Person in Eschweiler an Bärenklau verletzt habe, berichtet Hedwig Assenmacher. Die Wachsamkeit und Vernunft der Bürger ist dabei sehr wichtig. In allen Medien sei der Riesen-Bärenklau seit langem ein Thema, erzählt Hedwig Assenmacher. Sie glaube, die Bürger seien dadurch über die Gefahr der Pflanze aufgeklärt, so dass sie Acht geben und den Kontakt mit der Pflanze meiden. „Es ist auch ein Stück weit Eigenverantwortung“, sagte der Pressesprecher des Wasserverbands Eifel-Rur. Es gebe keinen Auftrag, den Bärenklau außerhalb der öffentlichen Wege zu entfernen.

Wenn Leute die öffentlichen Wege demnach verlassen und durch das Gebüsch gehen, sei es ein persönliches Risiko, welches sie eingehen, erklärt er. Marcus Seiler appelliert daher an die Bürger: „Bleibt auf den Wegen. Hütet euch davor dahin zu gehen, wo Bärenklau wächst“.

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