Der erste Schritt auf dem Weg zur Umgestaltung

Von: ag
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Kurzer Prozess: Fünf Mitarbei
Kurzer Prozess: Fünf Mitarbeiter der WBE haben gestern damit begonnen, die Bäume entlang der Rosenallee zu fällen. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Das laute Kreischen der Motorsägen hat Donnerstagmorgen den einen oder anderen Anwohner der Rosenallee unsanft aus dem Schlaf gerissen. Pünktlich um 7 Uhr hatten fünf Mitarbeiter der WBE damit begonnen, die 39 alten, zum Teil kranken Bäume an der Rosenallee im Zuge der Umgestaltung abzuholzen.

Mit Motorsägen, Laubbläsern, Seilen und einem Häcksler bewaffnet machten sie sich an die Arbeit. Bereits um 7.15 war der erste Baum gefällt.

Damit dürfte der „Rosenalleekrieg” wohl entschieden sein. Mit dem Umbau der Rosenallee nimmt die Stadt Eschweiler nun den letzten Baustein der Sanierung der südlichen Innenstadt in Angriff.

Holz gut zu gebrauchen

Gegen Mittag bietet sich den Passanten auf der Rosenallee ein tristes Bild. Im oberen Bereich der Allee steht nur noch ein Baum. Die Mitarbeiter der WBE werfen ein Seil in die Krone und schlingen es um eine Astgabel. Vier Männer stehen am Ende des Seils und ziehen kräftig, während der fünfte die Motorsäge ansetzt und Gas gibt.

Die Sägezähne fressen sich in das Holz und zwei Minuten später kracht auch dieser Baum auf die Straße. Immer wieder bleiben Leute stehen, gucken und schütteln den Kopf. Einige schimpfen auch und äußern ihren Unmut. Ein älterer Mann kann das Holz offensichtlich gut gebrauchen und stapelt die zurechtgesägten Klötze im Körbchen seines Fahrrades, um sie mit nach Hause zu nehmen.

Heftige Diskussion

Die Rosenallee wurde von der Verwaltung als historische Verbindungsachse zwischen Talbahnhof und angrenzender gründerzeitlicher Einkaufsstadt als förderwürdige Maßnahme in das Gesamtkonzept zur Sanierung der südlichen Innenstadt aufgenommen. Durch die Umgestaltung soll die Funktion und Bedeutung der Straße als fußläufige Verbindungsachse beziehungsweise Promenade gestärkt und betont werden.

Monatelang hatten Stadtplaner mit Politikern und Anwohnern ihre Ideen zur Umgestaltung der Rosenallee diskutiert. Von Einigkeit waren die Beteiligten aber meist weit entfernt. Die Vorstellungen der Verwaltung und zahlreicher Anwohner lagen weit auseinander. Das wurde im Oktober auch während einer Bürgerversammlung deutlich. Anwohner hatten sich in der Versammlung dafür ausgesprochen, die 49 Parkplätze zu erhalten. Daraufhin änderte die Verwaltung ihren ursprünglichen Plan und erstellte einen neuen. Der sieht vor, die 38 alten Bäume zu fällen und lediglich 28 neue zu pflanzen. Allerdings sollen die Neupflanzungen eine größere Krone besitzen.

Ein Jahr Bauzeit

Damit erreichte der Streit zwischen den ehemaligen Koalitionspartnern SPD und Grüne eine neue Dimension. Schließlich hatten die Grünen auch die ursprüngliche Planung mit 45 neuen Bäumen kritisiert. Nach der Bürgerversammlung warfen die Grünen der Verwaltung vor, dass man die Stimmen, die sich für den Erhalt der Bäume ausgesprochen hätten, nicht berücksichtigt habe.

Die geänderten Pläne bezeichnete Stadtratsmitglied Dietmar Widell im November als „Blamage” und „dickes Ding”, während der Technische Beigeordnete Hermann Gödde die Pläne verteidigte und feststellte, dass man das Thema Nachhaltigkeit in der Stadt nicht an „zehn Bäumen mehr oder weniger” festmachen könne. Bei der Planung einer Straße müsse auch darauf geachtet werden, dass man die Flächen für Behinderte und Menschen mit Rollatoren passierbar mache. „Was die optische Ausstattung betrifft, so hat man sich vor Jahren auf eine einheitliche Gestaltung der südlichen Innenstadt geeinigt”, sagte Gödde damals.

Über die Art der neu zu pflanzenden Bäume wird hingegen nicht gestritten. Die SPD hat sich für eine Gattung des Spitzahorns ausgesprochen, und die CDU will diese Entscheidung den „Fachleuten im Rathaus” überlassen.

Mit der Abholzung der 38 alten Bäume ist nun der erste Schritt getan. Die Arbeiten zur Umgestaltung der Rosenallee sollen nach Auskunft des Technischen Beigeordneten Hermann Gödde rund ein Jahr dauern. Die Kosten für den Umbau werden mit 876.000 Euro beziffert.
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