Der „Cäsar“ im Gericht setzt auf Teamarbeit

Von: Patrick Nowicki
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Sein Blick geht nach oben: Der neue Direktor des Amtsgerichts, Rainer Harnacke, will den Neubau an der Kaiserstraße vorantreiben. Foto: Patrick Nowicki
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Zahlreiche Gäste verfolgten die offizielle Einführung am Sonntag im Verhandlungssaal. Foto: Patrick Nowicki
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Musikalisch untermalten Claudia Breuer und Holger Forst die Veranstaltung. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Wie sich die Wünsche doch gleichen: Am Donnerstag wurde offiziell der Wechsel an der Spitze des Eschweiler Amtsgerichts vollzogen, und auch der neue Direktor Rainer Harnacke setzte einen Neubau am historischen Gebäude an der Kaiserstraße ganz oben auf seine Liste.

„Ich weiß: Die Idee wird schon seit Jahrzehnten verfolgt – aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Harnacke vor zahlreichen Gästen aus den beiden Städten Eschweiler und Stolberg, für die das Amtsgericht zuständig ist, aber auch aus der gesamten Region.

Aus Köln reiste der Leiter des dortigen Oberlandesgerichtes, Peter Kamp, an. An ihn richtete Harnacke die Bitte: „Letzte Woche war auf der Intranetseite des Justizministeriums ein Bild von Ihnen und der dortigen Direktorin Frau Krieger mit der Überschrift zu lesen: Das Amtsgericht Gummersbach erhält einen Neubau. So ein Bild mit Ihnen wünsche ich mir auch.“

Nun ist das Justizwesen bekanntlich kein Wunschkonzert. Seine Vorgänger Dr. Gisbert Fuchs und Ulrich Conzen werden darum sicherlich an dieser Stelle seiner offiziellen Antrittsrede geschmunzelt haben. Aber Harnecke wird das Gespräch suchen, um den Neubau an der Kaiserstraße zu realisieren. Schon in der nächsten Woche steht ein Termin an.

Die Umsetzung scheiterte bisher letztlich vor allem am Geld. Das Grundstück hinter dem historischen Gebäude gehört dem Land Nordrhein-Westfalen, allerdings muss der Denkmalschutz des Gemäuers berücksichtigt werden.

„Missliche“ Situation

Derzeit befindet sich das Amtsgericht Eschweiler an zwei Standorten: an der Kaiser- und der Peter-Paul-Straße. Diese Situation nannte Harnacke „misslich“, denn sie erschwere die Arbeit. So müsse man zwei Eingangssicherungen betreiben. Zudem könne man keine Mischdezernate aus Fachgebieten bilden, die in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht sind. Dies erschwert in Zeiten dünner Personaldecken die Organisation. Und zuletzt verliere das Personal auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Genau diese positive Grundstimmung schuf Harnacke nach Aussage des Landgerichtspräsidenten Dr. Stefan Weismann auch bei seinen bisherigen Stationen in Aachen, Monschau und Jülich. Lang war die Liste derer, die den neuen Amtsgerichtsdirektor ausdrücklich lobten: Der Vertrauensnotar im Landgerichtsbezirk Aachen, Dr. Heiner Roemer, habe Harnacke sowohl „beruflich als auch menschlich schätzen gelernt“.

Thomas Polhammer sprach als Vorsitzender des Anwaltsvereins die berufliche Erfahrung Harnackes an und zog einen Vergleich zum Automobil: „Justitia müsste Ihnen eine Plakette anheften, wie dies früher bei langlebigen und zuverlässigen Fahrzeugen auch der Fall war.“ Nicht zuletzt gratulierte Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram, der auch für seinen im Publikum sitzenden Stolberger Amtskollegen Tim Grüttemeier eine gute Zusammenarbeit mit den Rathäusern zusagte.

Harnacke selbst sprudelte in seiner Rede vor positiver Energie. Im Februar übernahm er an der Kaiserstraße die Geschäfte – in der Karnevalswoche. An der internen Karnevalsfeier nahm er im Kostüm von Julius Cäsar teil. Als Kaiser will er allerdings nicht regieren: „Es wird bestimmt ein gutes Arbeiten im Team“, versprach er, während er die Eindrücke seines ersten Rundgangs durch die beiden Gebäude in Eschweiler schilderte. Begleitet wurde er dabei nicht nur von Dr. Weismann, sondern auch vom Vorsitzenden des Richterrats, Thomas Laurs, und der Vorsitzenden des Personalrats, Rita Pfeiffer.

Laurs hob hervor, dass Harnacke bei „allen zu entscheidenden Rechtsfragen die Menschen dahinter“ sehe. Als Geschenk überreichte er einen Kompass, der immer den richtigen Weg weisen solle. Pfeiffer wies darauf hin, dass einige Veränderungen anstünden: „In der Phase des Wandels hoffen wir, dass Sie als ruhender Geist die Geschicke leiten“, sagte die Personalvertreterin. In Anlehnung an das Cäsar-Kostüm endete sie mit dem Satz, den im antiken Rom angeblich die Gladiatoren sprachen: „Ave Caesar, morituri te salutant!“ (Heil dir, Caesar, die Todgeweihten grüßen dich!)

Nach den Gratulationsreden nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum Plausch mit dem neuen Direktor. Musikalisch untermalt wurde die offizielle Amtseinführung vom Duo „da Capo al Fine“, bestehend aus der Sängerin Claudia Breuer und dem Gitarristen Holger Forst.

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