Der Bürgerwald rückt in greifbare Nähe

Von: Andreas Gabbert
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Noch ist das Gelände abgerieg
Noch ist das Gelände abgeriegelt: Eine Genossenschaft soll den Wald als Naturraum erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Eschweiler. Nach der Auszeichnung mit dem Deutschen Naturschutzpreis, nimmt die Idee eines Bürgerwalds auf dem Gelände des ehemaligen Camps Astrid weiter Fahrt auf. Die Vorbereitungen zur Gründung einer Genossenschaft laufen jetzt auf vollen Touren.

In dieser Woche hat sich die Gründungsgemeinschaft um Eberhard Büttgen mit Dr. Stefan Touchard vom Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband getroffen, um Eckpunkte einer Satzung zu besprechen und zu formulieren. „Das war ein wichtiger Schritt für uns. Es reicht eben nicht, eine Idee zu haben, auch die Formalitäten müssen eingehalten werden”, sagt Büttgen. Die Satzung sei nun ausformuliert und rechtskonform. Damit ist die Grundlage zur Gründung einer Genossenschaft geschaffen. Das 44-seitige Satzungsdokument will die Gründungsgemeinschaft in den kommenden Tagen auf ihrer neuen Internetseite unter Propsteier-wald.de allen Interessierten in komprimierter Form zur Verfügung stellen.

Die Köpfe, die hinter dieser Idee eines Bürgerwalds stecken, sind die von Eberhard Büttgen, Stephan Miseré, Reiner Fey und Gerd Hilgers. Ihr Ziel ist es, den Propsteier Wald für die Natur und die Bürger zu erhalten. Öffnen, schützen und nutzen lauten die Stichworte: Mit dem Projekt „Waldgenossenschaft Propsteier Wald” beabsichtigen sie, den Wald als Naturraum zu erhalten und ihn dauerhaft nachhaltig zu bewirtschaften. „Wir wollen ihn zu einem Bürgerwald machen und damit allen Bürgerinnen und Bürgern der Region aber auch Institutionen und Betrieben, die Möglichkeit eröffnen, durch Beitritt zur Gemeinschaft der Waldgenossen, einen bisher versperrten Wald wieder zum Naherholungsraum umzuwandeln, und dies im Einklang mit der Natur”, sagt Büttgen.

Neben dem Schutz der seltenen, teils bedrohten Tier- und Pflanzenwelt und den alten Eichen- und Buchenbeständen mit großem Vorkommen der heimischen Stechpalme, soll der Wald aber auch zur naturverträglichen Wert-, Energie- und Brennholzproduktion genutzt werden. Das heißt, das die Mitglieder der Genossenschaft später am Holzertrag beteiligt werden. Besonders schützenswerte Altholzbestände, in denen seltene Fledermausarten und der Mittelspecht leben, werden aber wohl von der forstwirtschaftlichen Nutzung ausgenommen. Der Zutritt zu diesen Bereichen wird später nur unter fachlicher Begleitung möglich sein.

Internationale Investoren hätten weltweit großes Interesse, Wälder und landwirtschaftlich genutzte Flächen aufzukaufen, um eine möglichst hohe Rendite abzuschöpfen, erklärt Büttgen. Mit der Gründung einer Genossenschaft wolle man deshalb auch verhindern, „das sich Investoren im Propsteier Wald einkaufen”. Wie solche Flächen genutzt werden, könne man auch am Beispiel des Bovenberger Waldes beobachten.

Um viele Bürger an dem Projekt zu beteiligen, soll der Genossenschaftsbeitrag möglichst gering gehalten werden. Von maximal 500 Euro ist die Rede. Die Höhe des Beitrages werde aber auch mit dem Kaufpreis des Geländes zusammenhängen, erklärt Büttgen. Ins Detail möchte er in diesem Zusammenhang aber noch nicht gehen, da sich das Verfahren noch in der Schwebe befinde. Zurzeit ständen drei Varianten zur Diskussion.

Die Gründungsversammlung der neuen Genossenschaft ist für Juni dieses Jahres geplant.
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