Denn nicht nur Biene Maja ist unsere Freundin

Von: ran
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Informationen aus erster Hand: Naturführerin Gabi Jansen brachte den Grundschülern die unterschiedlichsten Facetten des Waldes näher Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Bienen sind kleine Quälgeister, die Menschen im Sommer beim Grillen oder Kuchen essen stören und zu allem Überfluss wahllos zustechen: Ein Vorurteil, das weit verbreitet ist und dessen Wahrheitsgehalt gleich Null ist. Stattdessen sind diese Insekten für den Kreislauf der Natur und damit nicht zuletzt für den Menschen von unschätzbarer Bedeutung.

Davon überzeugen sich seit Montag und noch bis zum Ende der Osterferien 34 Schüler der Eduard-Mörike-Grundschule während der vom Eschweiler Ortsverband des Kinderschutzbundes initiierten Ferienspiele.

Nachdem die Betreuerinnen Petra Metzen, Jennifer Franken, Vanessa Kronen und Gabriele Schulden am Montag und am Dienstag mit der Frage „Sind die Bienen für uns eine Gefahr oder wir Menschen für die Bienen?“ ins Thema eingeführt hatten, ging es für die Jungbiologen am Mittwoch in den Wald. Unter der Leitung von Naturführerin sowie Bienen- und Kräuterexpertin Gabi Jansen machten sich die Grundschüler auf die Suche nach Pflanzen, die Bienen als Nahrung dienen. „Die Bienen selbst verharren auf Grund der Temperaturen noch in ihrer Winterruhe. Um aufzuwachen, benötigen sie unbedingt Temperaturen um die zehn Grad Celsius“, machte Gabi Jansen, deren Vater als Imker tätig war, ihren jungen Zuhörern klar.

Dafür hatte die Pflanzenkennerin unter anderem Weidenkätzchen dabei, die den Bienen nach dem Aufwachen in der Regel als erste Nahrung dienen. Schnell machte sie den aufmerksam zuhörenden Schülern klar, dass vor allem der Mensch den Bienen Probleme bereitet: „Wir züchten immer mehr Pflanzen, mit denen die Bienen nichts anfangen können, da sie nicht an die Pollen herankommen.“

„Eigentlich sind wir verrückt“

Als ein Beispiel nannte sie neue Formen von Primeln, die wie Rosen aussehen und aufgrund ihrer Form als Bienennahrung ausfallen. Im Gegensatz dazu sei jede Wildpflanze so gebaut, dass die Bienen den Pollen nutzen könnten. „Eigentlich sind wir Menschen verrückt, dass wir ein auch für uns so wichtiges Tier schädigen, wo wir nur können“, sparte Gabi Jansen nicht an Kritik.

Auch die Tatsache, dass Rasenflächen immer häufiger zu Zierflächen würden, sei ein großes Problem. „Wildwuchs und Unkräuter werden kaum noch zugelassen. Die Streuobstwiese kommt praktisch nicht mehr vor.“ Statt Monokulturen voranzutreiben, müsse das Motto eigentlich lauten: „Neue Obstbäume und Hecken braucht das Land.“

Um dies voranzutreiben, kann jeder Gartenbesitzer noch bis zum 30. Juni bei der Biologischen Station der Städteregion Aachen in Stolberg einen Antrag stellen, wenn er bereit ist, einen Obstbaum zu pflanzen. „Die Bäume werden dann kostenlos gestellt“, so Gabi Jansen, die den Schülern der Eduard-Mörike-Schule auch Baumarten näher brachte, die den Bienen als „warmes Heim“ dienen. „Doch warum trägt die Buche im (kalendarischen) Frühling eigentlich noch braune Blätter?“, fragte die Naturführerin, um kurz darauf den erstaunten Kindern die Antwort mitzuteilen. „Die Buchen verlieren ihre alten Blätter erst im Frühling. In ihren Spitzen sind bereits neue Knospen vorhanden. Erst wenn diese aufbrechen, fallen die alten Blätter ab.“

Und auch einen kulinarischen Tipp hatte Gabi Jansen im Gepäck: „Die jungen Buchenblätter sind nicht nur essbar, sie schmecken auch lecker in einem Salat.“

Nach der Exkursion in die Natur steht für die Schüler heute das Herstellen von Kerzen aus Bienenwachs auf dem Programm. In der kommenden Woche geht es dann in eine Imkerei, der Bienenstock wird genau unter die Lupe genommen und zu guter Letzt werden sich die angehenden Naturexperten mit dem Honig beschäftigen. Um anschließend ganz genau zu wissen: Bienen sind für die Natur unverzichtbar.

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