Den Spieß rumgedreht: Lehrerin macht Schülerpraktikum im Theater

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Vom Schul- ins „Das Da-Theate
Vom Schul- ins „Das Da-Theater”: Waldschul-Lehrerin Gisela Freialdenhoven hat ein Praktikum gemacht und viel für den Unterricht gelernt.

Eschweiler. „Was muss oder darf ich im Betrieb tun? Was muss ich aufschreiben, was kann ich in meine Praktikumsmappe aufnehmen?” Diese und ähnliche Fragen stellen sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 8 der Waldschule Gesamtschule Eschweiler, wenn sie vor den Sommerferien ihr zweiwöchiges Betriebspraktikum absolvieren sollen.

Gisela Freialdenhoven, Klassenlehrerin im 8. Jahrgang, machte nun „Nägel mit Köpfen”: Schon mehrfach hat sie Klassen im Unterricht auf das Betriebspraktikum vorbereitet und die Schüler dann begleitet, aber diesmal nahm sie vor dem anstehenden Praktikum ihrer Klasse ein Fortbildungsangebot des Schulamtes der Städteregion Aachen wahr - und wurde selbst zur Praktikantin.

Ungewöhnliche Erfahrung

Als Lehrerin für die Fächer Musik sowie Darstellen und Gestalten bewarb sie sich beim „Das Da Theater” in Aachen. Im Vorstellungsgespräch äußerte die Regieassistentin Susanne Schreyer, das es für sie äußerst ungewöhnlich und neu sei, dass sich eine Lehrerin für ein Praktikum bewerbe, doch gemeinsam wurde eine Woche ausgewählt, in der es im Theater viel zu tun gab, damit die vielfältigen Arbeitsbereiche in einem Theater erlebbar werden konnten. Denn in einem Theater sind sowohl Ausbildungen in handwerklichen Berufen (Schreiner, Maskenbildner, Bühnenbildner, Schneider) als auch im technischen oder kaufmännischen Bereich möglich.

Dann wurde es ernst für die Lehrerin der Gesamtschule: Wie auch jeder Schülerpraktikant war sie - gemeinsam mit drei weiteren Praktikanten im „Das Da Theater” natürlich unsicher, ob sie den Erwartungen genügen und alles richtig machen würde. Doch es war alles halb so wild: „Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Schon am ersten Tag im Theater wurde ich freundlich und offen vom Team aufgenommen”, berichtet sie.

Sie erhielt Einblick in die Erstellung von Probeplänen und durfte an vielen Proben teilnehmen. Dabei machte sie sich bei verschiedensten Arbeiten nützlich: Beim Ein- und Ausladen der Requisiten und der Technik, beim Auf- und Abbau bei Kindertheaterstücken in Kindergärten und Grundschulen, beim Bereitstellen der Kostüme für die Darsteller an unterschiedlichen Orten und auch beim Abhören der Schauspieler bei der Textprobe.

Staunen und zusehen

Es gab aber auch viele Dinge, bei denen sie einfach nur staunen und zusehen konnte, beispielsweise bei der Anfertigung eines aufwändigen Bühnenbildes, eines Labyrinths, für das anstehende Musical. „Bewundert habe ich vor allem die Schauspieler, die oft ohne jegliche Pause viele Stunden arbeiteten und geduldig auf ihren Part bei den Proben warteten”, erzählt die Lehrerpraktikantin.

Feste und regelmäßige Arbeitszeiten gibt es für das Theaterteam nicht. Persönliche Interessen müssen zurückgestellt werden, und wenn man sich krank fühlt arbeitet man trotzdem, denn die Vorstellung darf nicht ausfallen. Die Lehrerpraktikantin beeindruckte vor allem die Konzentration und Disziplin der Akteure. So hätte man während der Proben für „Ikarus” im Theater eine Stecknadel fallen hören können. Gisela Freialdenhoven berichtet: „Jeder im Theaterteam - Regisseur, Musiker, Techniker, Ausstatter, Schreiner - packt dort an, wo Hilfe nötig ist. Aufgrund des liebevollen und familiären Umgangs miteinander fühlte ich mich auch als Neuling wohl!”

Harte Arbeit

Die - etwas ungewöhnliche - Lehrerpraktikantin der Gesamtschule resümiert: „In dieser Praktikumswoche habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt, die ich sowohl meinen Schülern als auch meinen Kollegen weitergeben möchte. Im Theater zu arbeiten bedeutet nicht, Illusionen oder Träume zu leben, sondern harte Arbeit in der Realität.”
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