Eschweiler - Den Eschweiler Turnverein plagen Sorgenfalten im Jubiläumsjahr

Den Eschweiler Turnverein plagen Sorgenfalten im Jubiläumsjahr

Von: Patrick Nowicki
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Zwischen diesen Bildern liegen 90 Jahre: die Damenriege des ETV im Jahr 1927... Foto: ETV/Melanie Dohmen
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... und die aktuelle Mädchenmannschaft. Foto: ETV/Melanie Dohmen
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Leiten seit vielen Jahren die Geschicke des ETV: die Vorsitzende Ute Jerzynski und ihr Stellvertreter Hans-Josef Bülles. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. In der damaligen Schützenhalle an der Marienstraße wurde der Eschweiler Turnverein vor 150 Jahren gegründet. Am Sonntag wird in der Nähe, im Kulturzentrum Talbahnhof der Festakt zum Jubiläum begangen. Für die Vorsitzende Ute Jerzynski und ihren Stellvertreter Hans-Josef Bülles schließt sich damit der Kreis.

Nach vielen Jahren in der Verantwortung wollen sie die Zukunft des Vereins in jüngere Hände geben. „Dies ist seit langem geplant, unsere Nachfolger werden schon eingearbeitet“, berichtet sie.

Als Ute Jerzynski den Vorsitz von Vroni Kring übernahm, zählte der Verein noch 480 Mitglieder, inzwischen sind es 280. Viele Faktoren führen in den Augen der Vorsitzenden dazu, dass die Zahlen sinken. „Der offene Ganztag an den Schulen wird für uns zu einem riesigen Problem“, befürchtet Hans-Josef Bülles, „welcher Jugendliche verspürt nach einem anstrengenden Tag in der Schule bis 17 Uhr noch Lust, danach noch an Vereinssport teilzunehmen?“ Hinzu komme die große Konkurrenz der Mannschaftssportarten und privaten Anbieter. Vor allem Jungen würden eher den Weg zu Handball, Fußball & Co. wählen. Dies sei ein Trend bei allen Turnvereinen. Vor vielen Jahren wurde auch beim ETV Handball und Basketball gespielt – aber dies ist lange her. Wer Turnen als Leistungssport erleben will, der muss sogar zum Leistungszentrum nach Köln fahren.

Aktuell jedoch freut man sich beim ETV darüber, wieder eine Wettkampf-Mädchen-Mannschaft ins Rennen zu schicken. Dies ist nicht selbstverständlich, weil die Hallenzeiten knapp sind und es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben hat, geeignete Turngeräte vorzufinden.

Eines hat der ETV, aus dem zahlreiche andere Vereine erwachsen sind, mit allen anderen Clubs, die auf Ehrenamt setzen, gemeinsam: „Der Übungsleiter ist eine aussterbende Spezies“, sagt der 2. Vorsitzende Hans-Josef Bülles. Zwar zahlt auch der ETV eine Aufwandsentschädigung, die allerdings im Vergleich zu kommerziellen Anbietern deutlich niedriger ist. „Es zählt vor allem das Herz für den Verein und das Gemeinschaftsleben“, meint Ute Jerzynski. Genau diese beiden Aspekte lassen sie zuversichtlich in die Zukunft des ETV schauen, zumal der Verein jeden, der Übungsleiter werden will, unterstützt.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der ETV immer wieder gewandelt. „Wir laufen allerdings nicht jedem Trend hinterher“, betont Jerzynski. Da das leistungsbezogene Turnen immer weiter in den Hintergrund gerückt ist, stehen vor allem Kurse zur Gesundheitsförderung im Vordergrund. Die Palette reicht vom Eltern-Kind-Turnen bis zum Kleinkinder-Turnen, vom Wettkampfturnen bis zur Wirbelsäulengymnastik, von Aerobic bis hin zum Sportangebot für Männer und Fitness-Gymnastik für Frauen und Senioren. Selbst Showtanz und Schwimmen zählen zum Angebot des Vereins. In der Showtanzgruppe „Mystic“ haben sich einige junge Damen zusammengefunden. Dies zeigt, dass der ETV auch im hohen Alter bereit ist, neue und andere Wege zu gehen.

Schluss im kommenden Jahr

Die weitere Zukunft des ETV werden Ute Jerzynski und Hans-Josef Bülles allerdings nur aus dem Hintergrund verfolgen. Beide legen ihre Ämter nieder, hinterlassen allerdings ein bestelltes Feld. „Es ist immer wichtig, dass im Vorstand verschiedene Generationen und Altersklassen vertreten sind“, meint die scheidende Vorsitzende. Im Jahr 1992 war sie dem Verein beigetreten. Das Eltern-Kind-Turnen hat es ihr angetan. Hans-Josef Bülles war zu diesem Zeitpunkt schon fünf Jahre im Verein und stellvertretender Vorsitzender – obwohl er nicht in Eschweiler wohnte. Seine Stationierung in der Donnerbergkaserne führte ihn zum ETV, wo er auch viele Jahre als Übungsleiter fungierte. Im kommenden Jahr ist für beide Schluss.

Doch zunächst steht am Sonntag der große Festakt auf dem Programm. Das Jubiläumsjahr endet natürlich auch mit einem besonderen Ereignis: Der „Showexpress“ des Turngaus Aachen macht am 19. November Station in der Kaiserhalle.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Vereins.

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