Deko statt Doping: Gelber Wahnsinn auf der Inde

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Ein Bild zum Knutschen: Der Phantasie beim Dekorieren der Renn-Enten waren wieder kaum Grenzen gesetzt. Foto: zum Knutschen: Der Phantasie beim Dekorieren der Renn-Enten waren wieder kaum Grenzen gesetzt.

Eschweiler. Was sind schon der Formel-1-Zirkus in Monaco oder die 24 Stunden von Le Mans gegen diese gelbe Wucht!? Knapp 1700 Enten stiegen am Samstagmittag in die Indefluten, um den einzig wahren schnatternden Champion in einem spektakulären Rennen auszupaddeln.

„Ein absoluter Rekordwert”, wie Monika Medic stolz verkündete. Das 6. Eschweiler Entenrennen der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) lockte daher auch wieder hunderte Enten-Rennsportfans ans gemächlich dahinfließende Wasser.

Weder die mitfiebernden Besitzer eines Plastik-Exemplars noch die unzähligen Schaulustigen wurden enttäuscht: Es war ein Wettkampf voller Dramatik, voller Farbe und mit einem Happy-End für (fast) alle.

Los ging´s an der Brücke Steinstraße: Mit tatkräftiger Unterstützung des Technischen Hilfswerks unter der Leitung von Zugführer Gordon Sander gelang ein famoser fliegender Start für die hochmotivierte Entenschar. Zwar war gelb Trumpf, doch es mischten sich traditionell viele Exoten unters Teilnehmerfeld.

Einige Beispiele gefällig? Um den Sieg schwammen eine Krankenschwester-Ente, eine Sträflings-Ente, eine Indianer-Ente, eine Clown-Ente, eine Einhorn-Ente, einige DIB (Ducks in Black) und sogar eine mit echten Milchzähnen bestückte Ente. Der Enten-Wahnsinn kennt einfach keine Grenzen!

Der erste Sieger stand übrigens bereits vor Schirmherr Rudi Bertrams Start-Hupsignal fest. Denn der Bürgermeister hatte beim Kurz-Casting zu „Germany´s Next Top-Ente” gemeinsam mit CAJ-Sekretär Sven Werny, Steffen Huth vom THW und Gabi Hesterkamp von der Aral-Tankstelle in Pumpe die Qual der Wahl.

Die fachkundige Jury entschied sich schließlich für die silberne Fantasie-Feen-Ente mit der Nummer 468 und kürte sie zur schönsten Teilnehmerin des Tages. Der Lohn für den Besitzer: Ein Rundflug über Aachen.

Eines war bei all dem Schönheitswahn aber sicher: Ins Wasser mussten sie trotzdem alle. Und dort zählte nur eins, nämlich möglichst schnell die knapp 2,5 Kilometer lange Strecke unter Eschweilers sieben Innenstadt-Brücken hindurch zum Zieleinlauf am Patternhof zu schaffen. Durch spritzende Strudel platschte die knallgelbe Schar, verlor ein wenig an Fahrt in den ruhigen Passagen vorbei an den perplex dreinblickenden lebenden Pendants, um die letzten Kräfte im Foto-Finish mobilisieren zu können.

Auf Höhe der Neustraße dann die Sensation: Einsam und mit einer beruhigenden Führung im Rücken tuckerte ein kleiner gelber Freund durchs erst kürzlich erklarte Indewasser.

Doch mit Adlerblick gab Zoran Medic schnell „Entwarnung”. Hier war ein außer Konkurrenz fahrendes Modell unterwegs. Ob gedopt oder nicht, in die Wertung des 6. Entenrennens floss dieser scheinbar vom Streckenrand ins Wasser geworfene Kamerad nicht ein.

Und so hieß es am Ziel weiterhin: Geduld bewahren und Richtung Westen starren. Dann, nach einer Stunde und 45 Minuten, kurvte die Ente mit dem größten Siegerwillen aus der letzten Biegung heraus. Dem tückischen Wind und den schwierigen Strömungsverhältnissen trotzend, legte der Pole-Position-Enterich eine sichere Ziellandung hin. Seine Nummer: 1192. „Schwupps”, und schon packten die fleißigen THW-Helfer den kaum aus der Puste gekommenen Champion in eine Plastiktüte und brachten ihn zur Rennleitung

Eine kurze Überprüfung reichte, um zu erkennen: Es handelte sich um ein Modell aus dem Rennstall des Kohlscheider Kindergartens Maria-Himmelfahrt. Dieser hatte ebenso wie das Eschweiler Familienzentrum Jahnstraße und der heilpädagogische Katharina-Fey-Kindergarten dank einiger Sponsoren (Sparkasse Aachen, liNear und Autocenter B+K) eine 100 Enten starke Flotte auf dem Wasser.

Auch im Moment des größten Erfolgs vergessen Enten, deren Herrchen und die CAJ aber natürlich nicht, an andere zu denken. Und so floss in diesem Jahr ein Teil des Erlöses an den Eschweiler Verein Storchenbiss. Fazit des Rennspektakels auf der Inde: Ente gut, alles gut.
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