Dave Goodman im Talbahnhof: Fest im Blues verwurzelt

Von: vr
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Von Kanada über die kalifornische Bay Area an die Inde: Dave Goodman ist ein Reisender mit dem Blues im Gepäck. Im Talbahnhof öffnete er seinen musikalischen Koffer. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. „You b-b-b-boys y-y-yoos so good, y-yoos so tight“, es war sein Ritterschlag, denn das ehrliche Lob kam von niemand Geringerem als dem Großmeister des Boogies, von John Lee Hooker. Dave Goodman hatte als Gitarrist im Trio des Blues-Pianisten Stu Blank in einem Club in San Francisco ein Konzert gegeben und als Erinnerung daran seine Stratocaster von Hooker, der im Publikum gesessen hatte, signieren lassen.

„Leave it all behind“ die Uptempo-Nummer seines aktuellen Albums scheint für den Vollblut-Bluesman Programm zu sein, denn knapp 20 Jahre später stand Dave Goodman mit Akustik-Gitarre fernab der amerikanischen Bay-Area auf der Bühne des Talbahnhofs, immer noch fest im Blues verwurzelt.

„Hello Eschweiler, es ist schön, nach vier Jahren wieder eure Gesichter zu sehen“, Goodman versteht es, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, schließlich sollte der Gitarrist während des „Saitensprünge“-Konzerts noch mehrer Male zum Mitsingen auffordern. Ob „mmmmh“ und „ohooo“ oder den Refrain zu Robert Johnsons „Come on in my kitchen“, das anfangs noch zögerliche Talbahnhof-Publikum unterstützte den Interpreten und sang, summte oder schnipste mit.

„Ich habe einen Song für das Finanzamt geschrieben... Slippery fingers“, mit seiner humorvollen Art hat Dave Goodman durchaus auch das Zeug zum Entertainer, vor allem jedoch ist der im kanadischen British Columbia geborene Singer-Songwriter ein begnadeter Gitarrist, der seinem Instrument die unglaublichsten Töne entlockt, es mal wie einen Kontrabass spielt, mal wie ein Bluegrass-Banjo. Ebenso wie seine Ansagen sorgt seine musikalische Vielfalt für ein kurzweiliges Konzerterlebnis, das die zweieinhalb Stunden am Freitagabend im Talbahnhof regelrecht vorbei fliegen ließ.

„Hard time killing floor“, „Tiger by the tail“, die Bluesnummern bestimmen auch den Sound seines aktuellen Albums „The wine dark sea“, das er zusammen mit dem Harp-Virtuosen Steve Baker aufgenommen hat. Als Hommage an seine rockigen Idole ließ Goodman am Freitag zwei Medleys mit Songs von Jimi Hendrix und den Rolling Stones erklingen.

Dabei bestach der Solist vor allem auch mit seiner rauhen, charismatischen Stimme, die mit dem Klang der Gitarre zeitweise eine schon regelrecht explosive Einheit bildet, aber genau so auch die ruhigen, balladesken Töne beherrscht.

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