Dauerbeschuss auf das Zwerchfell der Männer

Von: vr
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Sie teilten sich auf der Herrensitzung ihrer Gesellschaft die Bühne mit den großen Vorbildern: die Tanzformation der KG Lätitia Blaue Funken, die „Höppe Krötsch“. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler-Weisweiler. Wenn „ne kölsche Schutzmann“ Feuerwehr spielen muss und dabei zusammen mit Karnevalsgrößen wie Guido Cantz, den Paveiern, Jürgen Beckers und den Höhnern einen jecken Flächenbrand auslöst, dann hat die KG „Lätitia“ wieder einmal zur Herrensitzung der Karnevals-Spitzenklasse in Weisweiler gerufen.

Und diesem Ruf waren am Freitag zahlreiche Fußballvereine, Kegelclubs, Stammtischrunden und Kumpels gefolgt, um fast fünf Stunden lang das zu genießen, wofür die Weisweiler Blauen Funken mittlerweile über die Grenzen der Indestadt hinaus berühmt sind: kölschen Karneval mit dem „Who is Who“ der Fastelovends-Szene.

Natürlich dürfen die eigenen Farben bei diesem Stelldichein der Kölner Profis nicht zu kurz kommen, und so eröffnete das blau-weiße Uniformiertenkorps mit Präsident Karl-Heinz Kamm in seiner Mitte traditionell die Sitzung. Tanzmarie Stefanie Kemper eroberte die Männerherzen im Saal ebenso im Sturm wie die „Höppekrötsch“, Weisweilers akrobatische Husarentanzgruppe, die am Freitagabend in den Genuss kommen sollte, eines ihrer Vorbilder, das Tanzkorps Seiner Tollität Luftflotte, live zu erleben.

Auch die Showtanzgruppe der Blauen Funken, die „Blue Dance Girls“, verzauberte mit ihrem Ausflug in die Welt von Casino und „Hangover“ die Herren im Saal, die prompt auf Tischen und Stühlen mittanzen sollten, wenn auch nicht ganz so elegant, dafür jedoch sehr enthusiastisch. Den Fairnesspreis des Abends erhielt jedoch „Ne kölsche Schutzmann“ alias Jupp Menth, der ganz kurzfristig für den aus gesundheitlichen Gründen ausgefallenen „Blötschkopp“ Marc Metzger eingesprungen war und von seinem „Bierautomaten in der Ausnüchterungszelle“ erzählte. Dass man beim Fettabsaugen bei Reiner Calmund in zwei Metern Tiefe auf Erdöl gestoßen war, schien den Ordnungshüter ebenso wenig zu beeindrucken wie die neuesten Eskapaden des „Gigolo vom Damenklo“ Lothar Matthäus.

Gemeinsam mit dem „Porzer Jung“ Guido Cantz, der mit seinem Jahresrückblick mittlerweile schon zum Inventar der Sitzungen in der Weisweiler Festhalle gehören müsste und Hausmann Jürgen Beckers, der Kostproben aus seinem aktuellem Programm „Ich glaub´ et Disch!“ zum Besten gab, absolvierte der Redenerblock im ersten Teil der Herrensitzung am Freitag eine Druckbetankung der Lachmuskeln, lediglich unterbrochen vom umjubelten Auftritt der „Paveier“. Doch bereits beim hundertkehlig intonierten „Schön ist das Leben“ zeichnete sich bereits ab, wohin die Reise im zweiten Teil des Sitzungsabends gehen sollte: Musik, Stimmung und Tanz auf Tischen und mit Stühlen.

Wer hätte in diese positiv aufgeladene Atmosphäre dann besser hereingepasst als die kölsche Band, die gerade erst ihr 40. Bühnenjahr gefeiert hat? Die „Höhner“ stürmten den Saal mit dem „Hätz vun dr Welt“, um in der „Karawane“ nach Italien zu reisen, wo es natürlich „Pizza wundabar“ gab. „Schenk mir dein Herz“, „Hey Kölle“ und natürlich „Viva Colonia“ – wer da auf seinem Sitzplatz hocken blieb, war selbst schuld. Auch die gemeinsam mit Stefan Raab komponierte Hymne „Ävver et Hätz bliev he in Kölle“ brachte die Kombo um Lead-Schnäuzer Henning Krautmacher zu Gehör und bewies Mut, auf einer Herrensitzung auch eine Ballade anzustimmen.

Entsprechend schwer war die Aufgabe für Dietmar Krauthausens Trompeterkorps „Die Weisweiler“, nach einem solchen Stimmungs-Höhepunkt wie dem Auftritt der „Höhner“ noch einmal Schwung in die müden Tanzbeine der Männer zu bringen. Diese lösten die Musiker vor allem mit rockigen Tönen, aber auch mit Hits von den „Bläck Fööss“ oder, etwas aktueller, von den Newcomern der letzten Kölner Karnevalssession „Kasalla“. Und auch die „Rabaue“ ließen abschließend noch einmal das „Trömmelche“ gehen, um dem prächtigen Tanzcorps Seiner Tollität Luftflotte aus Köln die Bühne für ein atemberaubend spektakuläres Abschlussbild für diese Herrensitzung zu bereiten.

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