Dat Rosi im Frack und der Duft von Currywurst

Von: se
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Sabine Wiegand gastierte als „Dat Rosi“ mit ihrem Programm „Dat Rosi brennt durch“ im Kulturzentrum Talbahnhof. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Um kurz nach 20 Uhr gingen am Mittwochabend im Kulturzentrum Talbahnhof sämtliche Lichter aus. Das Lied „Hells Bells“ der Gruppe ACDC ertönte – und dann war es soweit: Im schwarz-pinken Freizeitanzug und mit Lockenwicklern in den Haaren enterte „Dat Rosi“ die Bühne.

Den Rock-Klassiker hatte sie mit einem eigenen Text versehen und so sang sie nicht die Worte „Hells Bells“, sondern stattdessen „So nen Hals“. Sobald das Lied zuende war und die Lichter im Kulturzentrum wieder angingen, stellte sie sich dem Publikum vor: „Dat war ACDC, ich bin dat Rosi. Jetzt kennen wir uns. Tschüss!“

Natürlich verließ Rosi, die im richtigen Leben Sabine Wiegand heißt, nicht die Bühne. Sie erzählte dem Publikum in ihrem Programm „Dat Rosi brennt durch“ von ihrem schlechten Tag, an dem vor allem ihr Mann „Mamfred“ und ihre „Blagen“ schuld waren. „Daheim is, wo der Terror is“, machte sie den Anwesenden klar und gab dafür im Laufe des Abends zahlreiche Beispiele.

Ihr „Mamfred“ leide an Burn Out, habe einen Adventskalender aus der Metzgerei und die einzige Frau, die er jemals verstanden habe sei „Maria Cron“. Ihre „Blagen“ Lassie („Der Hund unserer Nachbarin heißt Chantal Jennifer. Was die kann, das kann ich auch.“) und Taxi-Maria („Die wurde im Taxi gezeugt.“) denken, ein Dreisatz bestehe aus „Hunger, Pipi und Kalt“.

Sabine Wiegand nahm an diesem Abend kein Blatt vor den Mund und redete nicht nur über Familie, sondern auch über Politik das Altwerden und die Fußball-Weltmeisterschaft.

Diese Themen verarbeitete sie auch in Liedern. So textete sie den Titel „Goldfinger“ in „Goldkinder“ um und erweiterte den Song „Money, money money“ um die Zeile „nä wat funny, jetzt wird abkassiert“.

Besonders ihr Blick in die Zukunft, in der Senioren die Autobahnauffahrten mit ihren Rollatoren blockieren und Komasaufen mit Klosterfrau Melissengeist veranstalten, erzeugte beim Publikum Lachtränen. Auch ihre Imitation von Kanzlerin Angela Merkel kam bei den Besuchern sehr gut an.

Nach einer kleinen Pause kam Rosi dann so richtig in Fahrt. In einem schwarzen Hosenanzug samt Frack und Glitzergürtel sowie einem pinken Koffer betrat sie die Bühne und berichtete von einer Fahrt nach Paris, die jedoch in Mühlheim endete. Dort traf sie auf ihren ehemaligen Schulfreund Walter, mit dem sie einen Bus voller Pilger aufmischte. Nachdem sie aus diesem rausgeflogen war, brachte ein hilfreicher Trucker-Fahrer, dessen Currywurst-Duftbaum sie in den Wahnsinn trieb, sie endlich wieder zu ihrem „Mamfred“ zurück.

Das Publikum war begeistert, und so durfte eine Zugabe natürlich nicht fehlen. In dieser beschäftigte sich Rosi mit dem TV-Format „Bauer sucht Frau“. Auf die Frage, warum eine solche Sendung überhaupt gesendet werde, hatte sie die Antwort: „Weil wir so etwas gucken.“

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