Eschweiler - Das wohl lauteste Rock-Konzert in der Geschichte des Talbahnhofs

Das wohl lauteste Rock-Konzert in der Geschichte des Talbahnhofs

Von: vr
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Mit ausgefeilten, unkonventiellen Akkordfolgen und Rhythmuswechseln begeisterte die Aachener Progressive Metal-Formation „A Glance of Silence“ ihre Fans an ungewöhnlicher Stelle, nämlich im Talbahnhof. Psychedelischen Metal-Rock mit deutschen Texten präsentierten „Kartorz“ als Co-Headliner. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Die meterhohen „Marshall“-Boxentürme, die am Nachmittag auf die kleine Bühne gehoben wurden, kündigten es unmissverständlich an, dass der Talbahnhof sein wohl lautestes Konzert erleben würde.

In der Tat glänzten die beiden Aachener Progressive- Metal-Bands „Kartorz“ und „A Glance of Silence“ jetzt im Kulturbahnhof nicht nur durch hohe Dezibelzahlen, sondern vor allem durch aufwendige Songkonstruktionen, die dem jungen Publikum offensichtlich gefielen.

Der Tod David Bowies habe sie zu ihrem ersten Cover-Album inspiriert, ließ Sänger Toshi Trebess seine Fans wissen, weshalb das Rock-Trio „Kartorz“ den Metal-Abend mit „Pink Floyds“ „Welcome to the machine“ eröffnete und der Auftritt eben mit „Space Oddity“ endete. Dazwischen sorgten Sänger Trebess an der Gitarre, Karsten Nordhausen am Bass und Drummer Stefan Schwartz für druckvollen, psychedelischen Alternative Rock.

„Die Reise geht weiter“, „Klare Vision“, „Auf leisen Sohlen“ – Kartortz hebt sich vor allem durch seine deutschen Texte von anderen Vertretern dieser musikalischen Richtung wohltuend ab. Die Entscheidung gegen eine Zwei-Mann-Band à la „White Stripes“ nach einer spontanen Session mit Bassist Kasten Nordhausen sollten Toshi Trebess und Stefan Schwartz jedenfalls nicht bereuen, haben sie doch seit ihrer Gründung 2009 bereits zwei Alben mit eigenen Songs und eben ein Cover-Album eingespielt, das nächste eigen produzierte Album folgt dann Anfang 2018.

Ungewöhnliche Akkordfolgen

Der durchdringende Herzschlag-Rhythmus und das filigrane Keyboard-Intro schufen im Anschluss an den ersten Gig des Abends unwillkürliche Konzertbilder einer der bekanntesten Progressive Metal-Bands in den Köpfen des gespannten Publikums: „Dream Theater“. Der Einfluss der New Yorker Band ist bei „A Glance of Silence“ unüberhörbar. Als Ergebnis zelebrierten die Aachener Metal-Musiker um Frontmann und Pianist Sharax von Morungen zehnminütige Hymnen, in denen es vor Tempo- und Rhythmuswechseln, ungewöhnlichen Akkordfolgen sowie unkonventionellen Tonartkombinationen nur so wimmelte.

Es ist wahrlich nicht leicht, bei einem derart dichten Klangteppich und entsprechend hohen Dezibel-Stärken mit seiner Stimme durchzudringen, was von Morungen im Laufe des Konzertes am Samstag immer besser gelang, wenn auch ein wenig mehr Intensität durch eine tiefere Stimmlage dem ganzen Klanggewitter gut getan hätte.

„A Glance of Silence“ glänzte mit punktgenauem Timing und einer Songarchitektur, die bei aller nötigen Konzentration dennoch Raum für Improvisation bot. „Brave New World“ war ein würdiges Beispiel für das ausgefeilte Progressive-Metal, welches die Aachener Musiker seit Ende 2012 gemeinsam schaffen.

Das Talbahnhof-Fundament wackelte beim lautesten Konzert seiner Geschichte ordentlich, hielt dem Heavy-Metal aber Stand und wird sicherlich nicht zum letzten Mal diesem „Stresstest“ ausgeliefert gewesen sein, denn die vorwiegend jungen Metal-Fans fühlten sich dort am Samstagabend ebenso wohl wie die Musiker von „Kartorz“ und „A Glance of Silence“.

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