Das Wasser geht, der Müll bleibt

Von: Sarah Maria Berners
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Die Inde als Mülldeponie: Das Hochwasser hat jede Menge Unrat in der Inde verteilt. Selbst Holzbänke und Absperrbaken sind dort zu finden. Der Wasserverband ist für die Reinigung zuständig. Foto: Sarah Maria Berners

Eschweiler. Holzbänke, Absperrbaken, Malerrollen, Konservendose, Pullover, Hosen und Plastik - jede Menge Müll bestimmt derzeit das Bild der Inde. Nun ja, viel Müll hat es im Flussbett schon immer gegeben, aber das Hochwasser hat alles, was am Indeufer gelegen hat, mit sich gerissen und verteilt.

Zusammen mit Gräsern und Schilf hat sich der Unrat an Bäumen und Ästen verfangen. Jetzt schwebt er in einiger Höhe über der Inde. Das Hochwasser ist zurückgegangen, geblieben ist ein Flussbett, dass einer Mülldeponie ähnelt. Die Enten sitzen am Ufer zwischen Flaschen und Plastiktüten. Auch im renaturierten Gebiet zwischen Wasserwiese und Weisweiler - wo die Inde durch die Auen mäandert - hat sich Plastikmüll angesammelt. Naherholung ist bei diesem Anblick wohl kaum mehr möglich.

Achtlos entsorgt

„So etwas sieht man leider immer wieder. Menschen werfen ihren Müll einfach in die Böschung”, beklagt Reiner Leusch vom Eschweiler Naturschutzbund Nabu. Bei Hochwasser können Müllbeutel aufgehen und ihr Inhalt verteilt sich über den gesamten Fluss. Dazu kommt der Müll, den Passanten achtlos auf den Boden werfen. Und dieser Müll birgt Gefahren für die Tierwelt. „Kleine Lebewesen kriechen in Flaschen oder Dosen und finden nicht mehr hinaus. Größere Säugetiere und Vögel verfangen sich in Plastikstreifen”, nennt Leusch einige Beispiele. Es sei sogar schon vorgekommen, dass Vögel Nester mit Plastiktüten gebaut hätten, in denen die Jungen bei Regen ertranken. Zudem gelangen zum Beispiel aus entsorgten Batterien Giftstoffe in die Natur.

Viel Arbeit kommt auf den Wasserverband Eifel-Rur (WVER) zu, denn der ist für die Säuberung des Gewässers zuständig und hat sich auch schon mit der Stadt in Verbindung gesetzt. Zuerst werden die Mitarbeiter des WVER allerdings da aktiv, wo Gefahren drohen. „Wenn Bäume und Äste unter Brücken festhängen kann das Wasser beim nächsten Hochwasser nicht so gut abfließen”, erklärt Presssprecher Marcus Seiler. An einigen Stellen, so zum Beispiel in Vicht, hat der Wasserverband das Treibgut schon entfernt, weitere sollen folgen.

Erst dann ist der Müll an der Reihe. „Möglichst bald werden unsere Mitarbeiter durch das Flussbett gehen und Unrat entfernen”, sagt WVER-Sprecher Seiler. Allerdings will der Wasserverband damit noch warten, bis der Wasserstand weiter gesunken ist. „Erstens, weil es dann für unsere Leute weniger gefährlich ist und zweitens, weil dann natürlich auch noch mehr Müll aufgesammelt werden kann.” Aber auch dann wird es wohl kaum machbar sein, alles restlos zu entfernen. Umweltschützer Leusch: „Über die Flüsse gelangt der Müll irgendwann ins Meer und bildet dort Teppiche, die viele Tiere gefährden.”
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