„Das rote Imperium schlägt wieder zu!“

Von: Tobias Röber
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Personalpolitik in Zeiten leerer Kassen. Soll nach dem Willen der SPD gehen, nach dem der CDU bleiben: Eschweilers Stadtkämmerer Manfred Knollmann.

Eschweiler. Es kommt Bewegung in das Thema Neuwahl eines Kämmerers der Stadt Eschweiler. Für die eigens wegen einiger Personalentscheidungen (neben einem neuen Kämmerer wird es einen neuen Leiter des Jugendamtes sowie der Volkshochschule geben) vom 5. auf den 18. Februar verschobene Stadtratssitzung hat die CDU einen Antrag eingereicht, Manfred Knollmann wiederzuwählen.

„Wir sind der Meinung, dass Manfred Knollmann die Chance bekommen sollte, das von ihm auf den Weg gebrachte Haushaltssicherungskonzept, das bis 2016 geht, bis zum Ende zu begleiten“, sagt Bernd Schmitz, Fraktionsvorsitzender der CDU. Eine Stadt wie Eschweiler könne es sich nicht leisten, so einen Fachmann frühzeitig in Pension zu schicken, nach dem Motto „koste es, was es wolle“, so der Fraktionsvorsitzende weiter.

„Das rote Imperium schlägt wieder zu“, kommentiert Schmitz, frei nach der Filmreihe „Krieg der Sterne“. Der Vorwurf der CDU: „Der FDP-Mann Knollmann wird frühzeitig in Pension geschickt und durch den ‚Atlatus‘ des Bürgermeisters ersetzt. Die Nähe zum Chef war schon immer förderlich. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die Amtsleiter in der Verwaltung treue Genossen sind, die Qualifikation ist das Parteibuch.“

„Wir suchen nicht nach Parteibuch aus. Wir suchen nach Qualität aus“, entgegnet der SPD-Fraktionsvorsitzende Leo Gehlen, der Mittwoch „überrascht war, dass die CDU Manfred Knollmann vorschlägt“. Und er betont, dass die SPD schließlich Manfred Knollmann (der Mitglied der FDP ist) wiedergewählt habe.

Dass Manfred Knollmann weitermacht, ist für die SPD laut Leo Gehlen keine Option. „Wir machen keine halben Sachen, sondern klare Konzepte“, sagt der Fraktionsvorsitzende. „Dann müssten wir ja in dreieinhalb Jahren wieder wählen“, sagt Gehlen. Zwar erreicht Manfred Knollmann in dreieinhalb Jahren das Pensionsalter, aber bei Wahlbeamten ist eine Verlängerung der Arbeitszeit möglich.

Aber wer wird jetzt Kämmerer? Am kommenden Montag wird die SPD entscheiden, wie viele der sieben Bewerber sich bei der Partei vorstellen. Leo Gehlen hat nach eigener Aussage derzeit zwei Favoriten. Bürgermeister Rudi Bertram sagt zu den Vorwürfen der CDU: „Der Kämmerer ist jetzt in seiner zweiten Amtszeit, und die SPD hat ihn damals wiedergewählt. Die Stelle ist ausgeschrieben worden, und die Entscheidung wird noch fallen.“

Bernd Schmitz sagt weiter: „Die Wahl des Kämmerers wird wohl sehr zeitnah geschehen, da nach der Kommunalwahl am 25. Mai andere politische Verhältnisse zu erwarten sind.“ Ende Juli scheidet Manfred Knollmann aus dem Amt aus. 16 Jahre lang war er dann für die Finanzen der Stadt Eschweiler zuständig. Knollmann äußerte sich in der jüngsten Vergangenheit enttäuscht darüber, dass seine Amtszeit nicht verlängert wird.

Der Stadt liegen sieben Bewerbungen für das Amt des Kämmerers vor. Ein Bewerber ist der Leiter des Eschweiler Bürgermeisterbüros und der Pressestelle, Stefan Kaever, der dem Vernehmen nach von der SPD favorisiert wird. „Er hat gute Chancen“, sagt Leo Gehlen. Die UWG äußerte sich Mittwoch ebenfalls zu dem Thema. „Die UWG-Fraktion wird keinen neuen Kämmerer wählen“, sagt Manfred Waltermann, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Die Partei lässt kein gutes Haar an der Finanzpolitik der vergangenen Jahre. Und auch nicht an Manfred Knollmann. „Tatsache ist leider, dass sich nahezu alle Finanzprognosen aus dem Hause Knollmann als Illusionen und Wunschdenken herausgestellt haben“, so Waltermann.

Die Wahlperiode des Wahlbeamten ist auf acht Jahre festgesetzt. Danach muss er sich erneut dem Votum des Stadtrates stellen. Voraussichtlich in der Ratssitzung am 2. April wird der künftige Kämmerer der Stadt Eschweiler gewählt.

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