Eschweiler - Das jüngste „Alkoholopfer“ im Karneval ist gerade 15 Jahre alt

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

Das jüngste „Alkoholopfer“ im Karneval ist gerade 15 Jahre alt

Von: rpm
Letzte Aktualisierung:
16193025.jpg
Trotz Polizeipräsenz gab es auf dem Markt immer wieder Rangeleien. Insgesamt waren im Vergleich zum vorigen Jahr mehr Verletzte nach Schlägereien zu verzeichnen. Foto: I. Röhseler
16193021.jpg
Wenn es auch keine Verletzten durch Glasscherben gab, der Glasmüll türmte sich an vielen Stellen und auch die Indestraße und die Marktstraße waren übersät von Glasscherben. Foto: I. Röhseler
16193026.jpg
Jecke Wiever auf der Marienstraße: Anders als auf dem Markt wurde hier beim „Jecke-Tön-Festival“ friedlich gefeiert. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Friedlich sei’s gewesen, sagt die Polizei. Und weit ruhiger als im vergangenen Jahr. Eine erfreuliche Feststellung, die sich auf die Donnerstageinsätze in der Städteregion beziehen. Da sank die Zahl der Fälle, in denen die Polizei zwischen 11 Uhr morgens und 1 Uhr früh eingreifen musste, von 401 im vergangenen auf 235 in diesem Jahr.

In Eschweiler sah das ganz anders aus. Insgesamt rückten die Eschweiler Rettungsfahrzeuge während 24 Stunden zu 66 Einsätzen aus. Im Vorjahr waren dies 47. Mindestens 33 Einsätze hatten karnevalsbedingte Ursachen – Alkohol, Schlägereien. Im vergangenen Jahr waren das lediglich 17.

Jüngste „Karnevalspatientin“, aufgrund überhöhten Alkoholgenusses war gegen 16 Uhr ein 15-jähriges Mädchen; im Jahr zuvor mussten die Rettungskräfte „erst“ etwa eine Stunde später erstmals eingreifen. Insgesamt mussten zwölf Jugendliche unter 18 Jahren aufgrund Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus transportiert werden. 2017 waren es nur fünf.

Dennoch: „Das seit einigen Jahren bereits etablierte Einsatzkonzept ,Weiberfastnacht‘ der Feuerwehr Eschweiler gemeinsam mit den Eschweiler Hilfsorganisationen (Malteser Hilfsdienst, Johanniter Unfallhilfe und Deutsches Rotes Kreuz) wurde auch in diesem Jahr wieder erfolgreich umgesetzt“, sagt Wehrleiter Axel Johnen. Dabei wird zum einen der reguläre Rettungsdienst der Feuerwehr Eschweiler durch vier zusätzliche Rettungsfahrzeuge der Hilfsorganisationen verstärkt, so dass insgesamt neun Rettungsfahrzeuge zur Verfügung stehen, die auch zeitweise alle parallel im Einsatz sind. Erneut wurde – aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre – ein eigener Notarzt für die Stadt Eschweiler gestellt, da gerade an solchen „Feiertagen“ die städteregionalen Notärzte stark beansprucht sind und so längere Wartezeiten vermieden werden.

Zum anderen werden im Bereich Marienstraße und Markt jeweils Unfallhilfsstellen errichtet, an denen verletzte Personen erstversorgt und untersucht werden können. So kann in aller Ruhe vor Ort entschieden werden, ob ein Transport ins Krankenhaus erfolgen muss oder nur eine ambulante Versorgung notwendig ist. Im Falle eines Transportes wird der bereits erstversorgte Patient dann in ein geeignetes Krankenhaus transportiert. An den beiden Unfallhilfsstellen wurden insgesamt 79 (Vorjahr 44) ambulante Versorgungen verzeichnet, die wiederum zu 16 (Vorjahr neun) Transporten ins Krankenhaus führten.

Die Hilfsorganisationen bildeten gemeinsam mit Polizei, Ordnungsamt, Security und Feuerwehr eine gemeinsame „Veranstaltungsleitung“ für die karnevalistischen Veranstaltungen in der Marienstraße, beim Kinderzug in Ost sowie am Markt. Dazu hatte die Wehr ihren Abrollcontainer „Einsatzleitung“ am Markt platziert; auch die Städteregion Aachen sowie zwei Einsatzleitwagen der Johanniter waren im Einsatz.

Dass es an Weiberfastnacht ordentlich rundgehen kann, ist wohl kaum jemandem so bewusst wie den Männern und Frauen von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Polizei. Aufgrund der Erfahrungen der letzten „Weiberfastnachtsfeiern“ wurden in diesem Jahr auch wieder 43 freiwillige Einsatzkräfte der Löschzüge Bohl, Kinzweiler sowie Stadtmitte zwischen 8 und 0.30 Uhr zusätzlich in den Dienst gerufen. Sie hielten sich während des gesamten Zeitraumes in ihren Räumen am Florianweg, in Bohl, Kinzweiler und Weisweiler auf und konnten bei Feuer- oder Hilfeleistungseinsätzen sofort gemeinsam mit den hauptamtlichen Kräften ausrücken.

Keine Angriffe auf Helfer

Weiterhin waren in den Bereichen Markt, Innenstadt, Marienstraße ständig Trupps der Sanitätsorganisationen unterwegs, um im Bedarfsfall sofort eingreifen zu können. „Die Unfallhilfsstelle am Markt konnte in diesem Jahr erst gegen 23.45 Uhr komplett aufgelöst werden, da erst dann das Einsatzaufkommen zurückging“, berichtet Johnen.

Neben den 20 Kollegen der Feuer- und Rettungswache waren rund 50 Angehörige der Eschweiler Hilfsorganisationen sowie 43 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Erfreulich für die Wehr: Neben den zahlreichen rettungsdienstlichen Einsätzen waren nur drei Hilfeleistungen und kein Feuer zu verzeichnen. Darunter fallen z.B. Auf- und Abbaus der Lkw-Sperren in den Veranstaltungsbereichen Markt und Marienstraße. Da es am Nachmittag zu einem Engpass bei den verfügbaren Rettungsfahrzeugen kam, musste ein Löschfahrzeug des Löschzugs Bohl als sogenannter „First Responder“ bei einer medizinischen Erstversorgung einer Patientin in der Innenstadt eingesetzt werden.

Die Einsatzbereitschaften der freiwilligen Feuerwehrkräfte konnten um 0.30 Uhr und die der Hilfsorganisationen gegen 2 Uhr beendet werden. Ab diesem Zeitpunkt beruhigte sich das Einsatzgeschehen sehr stark, und die Rettungsdienstkräfte der Feuer- und Rettungswache rückten nur noch zu wenigen Einsätzen aus.

Erfreulich aus Sicht der Wehr: „Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen oder der Feuerwehr wurden auch in diesem Jahr weder tätlich angegriffen noch anderweitig verletzt“, so Wehrchef Axel Johnen. „Verletzungen durch Glas waren ebenfalls nicht zu verzeichnen, so dass das Glasverbot im Bereich des Marktes erneut nur als voller Erfolg bezeichnet werden kann.“

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert