Eschweiler-Dürwiß - Das Heimat- und Handwerkermuseum öffnet zum letzten Mal seine Türen

Das Heimat- und Handwerkermuseum öffnet zum letzten Mal seine Türen

Von: Tobias Röber
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Fleißige Mitglieder des Eschweiler Geschichtsvereins haben das Kellergewölbe im Drimbornshof auf Vordermann gebracht. Foto: Tobias Röber
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Mehr als 200 Jahre alt und damit natürlich ein Schmuckstück der Ausstellung: ein Handwebstuhl. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Dürwiß. Alle Exponate, die einst zu sehen waren, befinden sich nicht mehr in dem alten Kellergewölbe, aber die Sammlung kann sich immer noch sehen lassen. Da gibt es etwa eine Schnippelbohnenmaschine, einen Rübenpflug und nicht zuletzt einen mehr als 200 Jahre alten Webstuhl. Seit fünf Jahren ist das einstige Heimat- und Handwerkermuseum im Drimbornshof für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

Nun gibt es die vermutlich letzte Chance, die Exponate noch einmal zu betrachten: Im Rahmen des Tags des Denkmals am Sonntag, 10. September, wird das Museum noch einmal geöffnet – von 10.30 bis 13.30 Uhr.

Das Museum ist noch gar nicht so alt und blickt dennoch – passend zu den Ausstellungsstücken – auf eine bewegte Geschichte zurück. Ein Privatsammler aus Eschweiler hat der Stadt Eschweiler Anfang der 90er Jahre rund 300 Exponate gestiftet. Die Stadt wiederum übereignete diese Ausstellungsstücke im Jahr 1994 dem Verein „Freundeskreis Heimat- und Handwerksgeschichte“, der am 5. Februar 1992 gegründet worden war.

Amtsgericht schreitet ein

Vorsitzender und Initiator des Vereins war der inzwischen verstorbene Hubert Casel. Zwar betrieb der Verein das Museum bis zum Jahr 2012, Schwierigkeiten gab es jedoch schon deutlich eher. Es gab zu wenig Freiwillige, die sich im Vorstand engagieren wollten. So hatte es seit dem 1. Juli 2005 keine Mitgliederversammlung mehr gegeben, was das Amtsgericht nach mehreren Mahnungen schließlich dazu veranlasste, den Restvorstand abzusetzen, um eine Versammlung einzuberufen. Spätere Versuche, den Fortbestand des Vereins zu sichern, scheiterten.

Am 15. Januar 1994 wurde das Museum damals eröffnet. Der Verein hatte rund 50.000 Euro in den Umbau gesteckt, der ein Jahre lang dauerte.

Etliche Arbeitsstunden haben jetzt auch Mitglieder des Eschweiler Geschichtsvereins in das Museum investiert, um es wieder ein wenig auf Vordermann zu bringen. „Wir haben säckeweise Dreck herausgetragen“, sagt Franz-Josef Surges vom Arbeitskreis Denkmal. Neben ihm waren Marianne Wetzeler, Hildegard Viehöver, Kurt Manthey, Lothar Bardenheuer, Dr. Cyril Trappe, Simon Küpper, Sonja Trappe, Wolfgang Schaefer und Karl Keppler an der Maßnahme beteiligt. Auch die Treppe zum Kellergewölbe, in dem in den Anfängen des Museums auch das Karnevalsmuseum untergebracht war, wurde erneuert.

„Am 10. September haben die Eschweiler Bürger nach über fünf Jahren wieder die Gelegenheit, die Exponate des Museums zu besichtigen“, frohlockt nun Franz-Josef Surges. Dauerhaft soll das Museum aber nicht mehr geöffnet werden, erklärt er weiter. Der Weg nach Dürwiß sei für die meisten zu weit. Der Aufwand lohne sich daher nicht. Vielmehr sollen die Exponate anderen Museen übergeben werden.

Der Geschichtsverein zeichnet dafür verantwortlich. Nach der Auflösung des „Freundeskreises Heimat- und Handwerksgeschichte“ wurden die Exponate wieder von der Stadt übernommen. Diese bot die seltenen Ausstellungsstücke den umliegenden Heimatmuseen an. Dadurch wurde der Bestand deutlich reduziert. Im vorigen Jahr wurde der Restbestand dem Eschweiler Geschichtsverein übergeben.

„Bei den Exponaten, die am 10. September zu sehen sind, handelt es sich insbesondere um Haushalts-, Handwerker- und Landwirtschaftsgeräte aus den vergangenen beiden Jahrhunderten, die trotz der Schlichtheit eine bemerkenswerte Funktionalität aufweisen. Die Exponate bieten in unserer hoch technisierten Zeit – nicht nur für Kinder – interessante Einblicke in die Lebensumstände unserer Vorfahren“, so Surges.

„Waschen, Bügeln, Flicken“

Es gibt beispielsweise einen Bereich „Waschen, Bügeln, Flicken“ und einen mit dem Titel „Hausschlachterei und Einmachen“. Dazu können sich die Besucher auf die Feilenhauerei, die Modellschreinerei, Holzschuhmacherei und Korbflechterei freuen. In Dürwiß einst ganz groß war das Gewerk des Nagelschmieds. So habe es in Dürwiß zur Hochzeit 53 Nagelschmieden gegeben, erzählt Surges. Am Tag des Denkmals wird mit Peter Engels ein Experte vor Ort sein, der Geschichten rund um dieses Handwerk erzählen wird.

Der Eschweiler Geschichtsverein sucht noch Interessierte, die die Ausstellungsstücke des Museums im Drimbornshof (siehe Infobox) archivieren und betreuen. Kontakt: E-Mail: info@EschweilerGeschichtsverein.de oder Telefon 02403/32225.

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