Eschweiler - Das Glück kehrt erst zurück, wenn sie ihren Ehemann wiedersieht

Das Glück kehrt erst zurück, wenn sie ihren Ehemann wiedersieht

Von: se
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Mit ihren Kindern kam die 31-jährige Albanerin im Oktober in Eschweiler an. Seit Montag hat sie nun eine eigene Wohnung mit Rückzugsmöglichkeiten für sich und ihre drei Kinder .

Eschweiler. Dass Fatima (Name von der Redaktion geändert) und ihre Söhne im vergangenen Oktober in der Indestadt ankamen, grenzt nahezu an ein Wunder. Schließlich machten sie sich damals auf eine Reise, deren Ziel sie nicht kannten.

Geboren und aufgewachsen ist Fatima in Albanien. Dort lernte sie auch ihren Ehemann kennen, gründete mit ihm eine Familie. Die 31-Jährige kümmerte sich nicht nur um ihre drei- und achtjährigen Söhne, sondern arbeitete in ihrer Heimat auch als Köchin. Familienstreitigkeiten waren es, die Fatima und ihre Familie schließlich dazu zwangen das Land zu verlassen.

Mehr möchte die dreifache Mutter dazu nicht sagen. Auch ihren richtigen Namen verrät die junge Frau nicht. Zu groß sei die Angst, dass man sie und ihre Kinder in Deutschland finde, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihren Weg nach Deutschland, auf dem sie ihren Ehemann zurücklassen musste. Kurz vor der Grenze zu Deutschland wurde ihr Mann festgehalten. Wo genau das war, verrät die 31-Jährige, die zu diesem Zeitpunkt schwanger ist, nicht.

Fatima musste entscheiden, wie es mit ihrer Familie weitergehen sollte: In die Heimat zurückkehren oder nach Deutschland fliehen und dort mit den Kindern ein neues Leben beginnen? Fatima entschied sich für Letzteres ohne zu wissen, was sie erwarten würde. Genaue Vorstellungen von einem Leben in Deutschland habe sie nicht gehabt, sagt sie auf albanisch.

Die Verständigung zwischen Fatima und ihren Paten funktioniert nur über einen Dolmetscher. Deutsch sprechen können sie und ihre Söhne bisher nicht. Sie kennen einzig das Wort „Danke“, das am Montagabend immer wieder fällt.

Danke sagt Fatima an diesem Abend den Menschen, die ihr geholfen haben, eine Wohnung zu finden und einzurichten. In dieser können sie und ihre Familie nun leben. Ihre Freude darüber sei groß, sagt die junge Frau. Als Dank möchte sie für alle Helfer ein leckeres Essen kochen.

Bis Montag nannte die vierköpfige Familie, die im Oktober in der Indestadt ankam, die Notunterkunft an der Hüttenstraße ihr Zuhause. Zwar fühlten sich Fatima und ihre drei- und achtjährigen Söhne dort nicht besonders wohl, waren jedoch froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Von einem eigenen Zimmer mit Spielsachen konnten die beiden Jungen nur träumen. Dieser Traum hat sich nun erfüllt.

Doch so froh Fatima über die Hilfe der vielen Ehrenamtler auch ist, richtig glücklich scheint sie nicht zu sein. Die Sorge um ihren Ehemann plagt sie täglich. Wie es ihm geht und ob er überhaupt noch lebt, das weiß Fatima nämlich nicht. Auch den kleinen Rudi hat er noch nicht gesehen.

Der größte Wunsch der dreifachen Mutter? Ihren Mann endlich wieder in den Armen zu halten und mit ihm ein normales Leben führen zu können. Wann und ob dies in Erfüllung gehen wird, steht allerdings in den Sternen.

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