Das Freibad wird jetzt winterfest gemacht

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
15324831.jpg
Endputz im Schwallwasserbehälter unterhalb des Kontrollturms: Ahmed Turan vom Eschweiler Bäderteam reinigt das Innenleben mit handelsüblichen Mitteln. Erst im Frühjahr wird der Behälter wieder mit Wasser gefüllt. Foto: Patrick Nowicki
15324833.jpg
Mit einer Knarre lockert Patricia Bauer die Schrauben der Pumpe. Einmal pro Woche werden die Pumpen auch im Winter kontrolliert.

Eschweiler. Still ruht das Freibad Dürwiß. Wo sich noch am Sonntag Wasserballer im Becken tummelten, herrscht inzwischen Idylle. Nur vereinzelt ist noch ein Mitglied des Bäderteams der Stadt Eschweiler zu sehen. Das Freibad wird winterfest gemacht – die meiste Arbeit wartet im Untergrund.

Während die beiden großen Becken gefüllt bleiben, werden sämtliche Leitungen, Filter und Behälter vollständig geleert, damit Väterchen Frost in der Ruhezeit bis zum nächsten Frühling keinen Schaden anrichten kann.

Noch schimmert das Wasser blau, aber schon in wenigen Tagen werden das Sport- und das Erlebnisbecken eine grüne Farbe annehmen. Wenn sich das Chlor vollständig aus dem Wasser gelöst hat und das Nass nicht mehr gefiltert wird, bekommen die Mikroorganismen Oberhand. „Das geht sehr schnell“, berichtet Patricia Bauer. Die Schwimmmeistergehilfin ist derzeit im Freibad mit drei weiteren Mitarbeitern des Bäderteams damit beschäftigt, alles vor der kalten Witterung zu sichern. Die Arbeiten wurden schon am letzten Öffnungstag, am Samstag begonnen. An diesem Tag ließ man das Planschbecken leerlaufen. Temperaturen von unter 20 Grad Celsius sind nicht geeignet, Kleinkinder im Wasser tummeln zu lassen.

Trotz des durchwachsenen Wetters am vergangenen Samstag nutzten 103 Schwimmbegeisterte diese letzte Gelegenheit in diesem Jahr, unter freiem Himmel einige Bahnen zu ziehen. Die zweite Saisonhälfte war ohnehin durchwachsen. Der Besucherrekord wurde schon am 27. Mai erreicht. An diesem frühsommerlichen Samstag passierten 2895 Menschen die Kassenhäuschen in Dürwiß.

Am Samstag, dem 1. Juli, hingegen zog es gerade einmal 42 Personen ins Freibad – Minusrekord. Wegen des wechselhaften Wetters erreichte man in den Sommerferien nicht die Zahlen des Vorjahres. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Menschen der Wetter-App folgen: Wird eine Unwetterwarnung ausgegeben, dann bleiben sie inzwischen lieber Zuhause, auch wenn der ganze Tag voller Sonnenschein ist.“ So waren die ersten beiden Monate, der Mai und der Juni hui, für die restliche Zeit galt eher das Prädikat: pfui!

Trübsal blasen will im Freibad jedoch niemand, denn die Zahlen liegen nach wie vor im grünen Bereich. Nicht nur aus diesem Grund fällt Praticia Bauers Fazit positiv aus: „Wir haben in dieser Saison auch mit wenig Vandalismus zu kämpfen gehabt.“ Natürlich gab es nächtliche Besucher, sie ließen jedoch allenfalls leere Flaschen zurück. Zu Zerstörungen, Scherben und Müll im Becken und ähnlich unsinnige Dinge kam es in diesem Sommer nicht.

Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird dennoch vor den Wintermonaten in Sicherheit gebracht. Das sonst wasserspuckende Krokodil am Planschbecken steht mittlerweile im Kontrollturm des Bäderteams. Die etwa 30 Mülleimer auf der Liegewiese wurden gesäubert und in der Außentoilette gestapelt. „Alle nicht-witterungsbeständigen Dinge haben wir in den vergangenen Tagen reingeholt“, berichtet Bauer. Dazu zählen Bänke, Schirme, Liegen und auch das Netz des Beachvolleyball-Feldes.

Komplizierter sind die Arbeiten unterhalb der Oberfläche. Im großen Technikraum müssen sämtliche Apparate herunterfahren werden. Auf dem Bildschirm des Computers im Kontrollturm kann man dies beobachten. Dort wächst die Zahl der Warnmeldungen, denn immer, wenn eine Pumpe ausgeschaltet wird, wird ein Signal gegeben. Behälter nach Behälter wird dort geleert. Das Wasser wird dafür herausgelassen und in den Kanal gepumpt.

Anschließend steigt ein Mitarbeiter des Bäderteams hinein und reinigt die Innenhülle der Behälter mit handelsüblichen Reinigungsmitteln. „Wir nutzen natürlich umweltfreundliche Mittel“, betont Patricia Bauer. Auch die vier großen Filteranlagen werden trockengelegt. Zusätzlich befinden sich zwei Schwallwasserbehälter, die Wasser aus dem Überlauf aufnehmen, und ein Spülwasserbehälter unterhalb des Kontrollturms. Für ihre Reinigung muss man durch eine schmale Lucke ins Innere klettern und dort mit Schrubber und Sauger loslegen.

Von den beiden großen Becken selbst läuft hingegen nur wenig Wasser ab. Vor den Wintermonaten wird der Pegel um etwa zehn Zentimeter gesenkt. Droht der erste Frost, halten Pumpen das Wasser in den Becken in Bewegung. Somit wird verhindert, dass sich eine Eisschicht bildet. Die mit einer Gummischicht versehenen Wände werden durch das flüssig gebliebene Wasser geschützt. Erst im März, wenn sich die neue Saison anbahnt und kein Frost mehr zu erwarten ist, werden auch diese Becken geleert, umfassend gereinigt und neu befüllt.

Bis dahin steht einmal in der Woche ein Routinebesuch an. Die Pumpen und die mit Druckluft betriebenen Ventile werden kurz bewegt. „Dann pappen sie nicht an und nehmen Schaden“, sagt Patricia Bauer. In den Umkleide- und Duschräumen sind keine besonderen Vorbereitungen für den Winter zu treffen. Mit einer kleinen Ausnahme: Die Heizkörper werden auf „frostsicher“ gestellt. Damit Väterchen Frost auch dort keine Chance hat, bis die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr auch das Freibad wieder zum Leben erwecken und die neue Saison vorbereitet werden kann...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert