Das Eschweiler Jahr im Rückspiegel: Januar bis Juni

Von: Patrick Nowicki
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Bilder des Jahres: In der Karnevalssession standen Prinz René I. (Schönenborn) und Daniela Asar im Mittelpunkt. Foto: Patrick Nowicki/Tobias Röber
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Bilder des Jahres: Diskussionen um Windräder entstanden bei den Windparks nördlich von Fronhoven und auf der Halde Nierchen. Foto: Patrick Nowicki/Tobias Röber
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Bilder des Jahres: Proteste flammten auf, als das Eschweiler Hospital ankündigte, die Geburtsklinik zu schließen... Foto: Patrick Nowicki/Tobias Röber
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...und die Firma Theo Steil ihre Mitarbeiter in Eschweiler vor die Tür setzte. Foto: Patrick Nowicki/Tobias Röber
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Das Kreuz erinnert an den Mord an Christian L. Die Täter erhielten im Mai die Höchststrafe. Foto: Patrick Nowicki/Tobias Röber
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Wachwechsel: Nach 24 Jahren übergibt Harald Pütz (rechts) im April die Leitung der Eschweiler Feuerwehr an Axel Johnen. Foto: Patrick Nowicki/Tobias Röber

Eschweiler. Proteste gegen Schließungen, ein Aufsehen erregender Prozess und natürlich die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte namens Eischwiele Fastelovend: Das erste Halbjahr 2016 war gespickt mit Ereignissen, an die man noch lange zurückdenken wird. Eine Übersicht der ersten sechs Monate.

Januar

Proklamiert: Hunderte Karnevalsjecken heben René Schönenborn von der KG Onjekauchde Röhe in der Dürwisser Festhalle auf den Narrenthron. Mit Zeremonienmeister Daniel Asara an der Seite regiert er fortan als Prinz René I. über die Indestadt.

Im Einsatz: Einbrecher halten die Polizei auf Trab. Zahlreiche Zigarettenautomaten werden Anfang des Jahres gesprengt.

Engpass: 5000 Katholiken in St. Bonifatius stehen ohne Geistlichen da, nachdem bekannt geworden ist, dass Pfarrer Ralf Osnowski dauerhaft ausfällt.

Rettungsplan: Das angeschlagene ESW-Röhrenwerk soll an eine italienische Firma verkauft und damit der Bestand gesichert werden. Allerdings werden Stellen gestrichen.

Unterbringung: Die Stadtverwaltung plant, die Erstunterkunft für Flüchtlinge in der Jahnstraße wieder aufzulösen und die Sporthalle wieder freizugeben. Dies geschieht letztlich im März.

Pendler: Die Indestädter arbeiten meistens außerhalb, wie eine Statistik des Landes NRW bestätigt. 14.677 Arbeitnehmer pendeln in andere Städte, 12.448 kommen zur Arbeit nach Eschweiler.

Wechsel: Das Jobcenter packt seine Koffer und zieht in die ehemalige Hauptpost an der Kaiserstraße, die eineinhalb Jahre lang umgebaut wurde.

Februar

Nachfolger: Rainer Harnacke übernimmt die Leitung des Eschweiler Amtsgerichts von Dr. Gisbert Fuchs, der ans Landgericht Aachen wechselt.

Fastelovend: Mit dem Fettdonnerstag und dem Rosenmontagszug erfährt der Eschweiler Karneval seinen Höhepunkt. Geschätzte 110.000 Zuschauer sehen den am Rosenmontag nach der wetterbedingten Absage von Mainz zweitgrößten Umzug der Republik. Auch in Eschweiler zweifelt man lange, ob der Zug starten soll, hebt jedoch am Morgen den Daumen. Die Entscheidung lohnt sich, denn Prinz René I. erlebt eine triumphale Fahrt bei Sonnenschein.

Trauer: Im Alter von 80 Jahren stirbt der langjährige Sekretär des Eschweiler Karnevalskomitees, Hans-Cornel „Männ“ Dohmen, am Aschermittwoch.

Erweiterung: Zwischen der Landesstraße 11 und der RWE-Ausbildungswerkstatt in Weisweiler weist die Stadt eine weitere Fläche für den Industrie- und Gewerbepark aus. Das bisherige Areal ist komplett vermarktet.

Mahnung: Die Städteregion Aachen als Kommunalaufsicht verbindet die Genehmigung des Stadtetats 2016 mit Auflagen. Das Jahr soll mit einem minus in Höhe von 9,43 Millionen Euro enden.

Flüchtlinge: Die Stadt bereitet sich auf die Ankunft weiterer von Krieg vertriebener Menschen in Eschweiler vor. 40 zusätzliche Wohnungen stehen in der Gutenbergstraße zur Verfügung. Die Barracken an der Grachtstraße werden abgerissen. An ihre Stelle werden Container errichtet.

März

Aus: In einem kurzen Schreiben teilt die Theo-Steil-Gruppe den Eschweiler Mitarbeitern mit, das die Niederlassung in Aue Ende des Monats geschlossen wird. Die IG Metall bemüht sich lange vergeblich um Kontakt. Mit einem Bus fahren Politiker und die betroffenen Mitarbeiter zum Firmensitz nach Trier – vergeblich.

Zugzwang: Weil in Eschweiler so viele Babys geboren werden, wie lange nicht mehr, beschließt der Rat den Bau von drei neuen Kindertagesstätten: in Dürwiß, auf dem Ringofengelände und schließlich am Grünen Weg. Die ursprüngliche Planung, am Patternhof eine Kita zu bauen, wird verworfen.

SEK-Einsatz: Polizisten stürmen eine Wohnung in Kinzweiler und nehmen einen Mann fest, der für mehrere Banküberfälle in der Bundesrepublik verantwortlich sein soll.

Ende einer Ära: Stadtbrandinspektor Harald Pütz hört nach 24 Jahren an der Spitze der Eschweiler Feuerwehr auf. Sein Nachfolger wird der Leiter der Hauptwache, Axel Johnen.

Feuer: Ein Haus an der Hastenrather Wendelinusstraße, in dem sich eine illegale Hanfplantage befindet, brennt völlig ab. 150 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

April

Sabotage: Ein Unbekannter sägt am Tagebau Inden zwischen Lohn und Weisweiler einen 80 Meter hohen Strommast an. Schlimmeres kann verhindert werden.

Säugling: Ein wenige Wochen alter Säugling wird von seiner 42-jährigen Mutter bei einem Einkauf auf der Marienstraße schwer verletzt. Die Frau kommt in die Psychiatrie.

Pläne: Die Stadt will beim sozialen Wohnungsbau ernst machen. So sollen 60 mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnungen in Eschweiler errichtet werden.

Verlorener Kampf: Lange hat sich die Stadt gegen eine Umweltzone gewehrt, jetzt ist die Entscheidung gefallen. Die Bezirksregierung Köln kündigt an, dass der Luftreinhalteplan zum 1. Mai in Kraft tritt. Damit einher geht die Umweltzone, die am 1. Juni starten soll.

Ende: Eine gute Idee ist die „Wunderkiste“ der Abfallwirtschaft Stadt und Kreis Aachen (Awa) am Talbahnhof. Da die Tauschbox jedoch immer wieder zerstört wird und Helfer angepöbelt werden, wird sie abgebaut.

Alarmzeichen: 451 Senioren in Eschweiler können ihr Leben mit ihrer Rente nicht finanzieren. Die Ausgaben für die „Grundsicherung im Alter“ hat sich in den vergangenen Jahren in Eschweiler mehr als verdoppelt.

Verneigung: Bürgermeister Rudi Bertram und die Eschweiler Feuerwehr verabschieden in der Festhalle Dürwiß den langjährigen Wehrleiter Harald Pütz mit bewegenden Worten.

Mai

Stadtmauer: Bei Bauarbeiten an der Kolpingstraße stoßen die Arbeiter auf alte Steine. Damit ist nach 700 Jahren die Existenz einer mittelalterlichen Stadtmauer um Eschweiler eindeutig belegt. Nach dem Fund bricht die Diskussion darüber aus, was mit der Mauer geschehen soll. Sie wird von Fachleuten sorgfältig abgetragen und eingelagert.

Gefasst: Die Flucht aus der Justizvollzugsanstalt Heinsberg endet für einen 22-Jährigen in Eschweiler. Schon im Oktober 2015 war er von einem Sondereinsatzkommando der Polizei in einem Hotel an der Kochsgasse festgenommen worden. Aus seiner Untersuchungshaft büxt er schließlich spektakulär aus, überfällt einen Supermarkt am Langwahn und wird schließlich erneut gefasst.

Widerstand: Bei der Bürgerversammlung in der Festhalle Weisweiler zum Repowering der Halde Nierchen entlädt sich der Protest der Anwohner.

Urteil: Das Aachener Landgericht verurteilt die drei Hauptangeklagten im sogenannten Rachemordprozesses zu lebenslangen Freiheitsstrafen. Das Gericht sieht er als erwiesen an, dass das Trio hauptverantwortlich für die Tötung des 29 Jahre alten Christian L. am 14. August 2015 in Röhe ist. Eine weitere Mitangeklagte aus Stolberg wird wegen Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Prozess dauert 16 Verhandlungstage.

Ausgezeichnet: So lautet die Bewertung der Gewässerqualität im Blausteinsee nach EU-Standards. Mit drei Sternen wird der Tagebaurestsee in Eschweiler bedacht und erhält damit die Höchstauszeichnung.

Juni

Zündstoff: Der Schulentwicklungsplan sorgt für Diskussionen. Der Rat stimmt dagegen, die Umwandlung einer Bekenntnisschule anzustoßen. Der Vorstoß, wieder das Abitur nach 13 Schuljahren am Städtischen Gymnasium einzuführen, scheitert am Veto der Bezirksregierung.

Ringschluss: Der neue Fahrplan sieht eine Fahrt mit der Euregiobahn von St. Jöris nach Stolberg vor. 15 Jahre nach dem Start der Euregiobahn wird der Ringschluss damit vollzogen.

Sprung: Aus Angst vor seiner Abschiebung springt ein Familienvater aus dem Fenster im zweiten Stock eines Hauses an der Kaiserstraße und verletzt sich schwer an den Beinen. Das Café Zuflucht, Begegnungs- und Beratungszentrum für Flüchtlinge in Aachen, kritisiert in einem Schreiben unter anderem, dass sich die Ausländerbehörde widerrechtlich Zutritt zur Wohnung verschafft habe.

Überraschung: Am Bahnübergang Langwahn wird nun doch kein Kreisverkehr gebaut. Dies teilt der EVS-Geschäftsführer Christian Hartrampf den Mitgliedern des Städteregions-Bauausschusses mit. Die Stadtverwaltung Eschweiler reagiert überrascht.

Streit: Der Windpark Fronhoven bei Lohn wird ein Fall für die Justiz. Die REA GmbH aus Düren plant, nördlich von Fronhoven drei Windkraftanlagen zu setzen. Während RWE Innogy dort neun Räder bauen kann, hat die Stadt Eschweiler die von der REA vorgesehene Fläche im Bebauungsplan für Windenergieanlagen herausgenommen.

Eröffnung: Der umgestaltete Marktplatz wird offiziell seiner Bestimmung übergeben. 1,2 Millionen Euro kostet letztlich der Umbau, knapp 900000 Euro davon steuert das Land NRW dazu.

Luftgewehr: Ein 28 Jahre alter Mann beschießt seine im Rollstuhl sitzende Frau mit einem Luftgewehr. Der wegen Drogendelikten aufgefallene Mann wird in einer psychiatrischen Einrichtung gebracht.

Zusammenarbeit: Das Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg (BGZ) und das St.-Antonius-Hospital Eschweiler gründen das „Regionetzwerk für die Frau“. Dies hat die Konsequenz, das ab dem 1. Oktober keine regulären Geburten mehr im Eschweiler Krankenhaus stattfinden. Im Gegenzug übernimmt die Indestadt die gynäkologische Abteilung. Vor allem das Aus der Geburtsklinik löst eine monatelange Protestwelle in Eschweiler aus.

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