Das Containerdorf am Blausteinsee ist Vergangenheit

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
6237878.jpg
Es tut sich etwas am Blausteinsee. Der Baugrund für das künftige Restaurant ist bereits hergerichtet (rechts neben der Plaza). Links oben die neuen Taucher-Parkplätze. Foto: Blaustein-See GmbH

Eschweiler. Die Zeiten der Containersiedlung sind endgültig vorbei. Jahrelang haben Gastwirt Äu Lersch und Familie hier am Westufer des Blausteinsees ganze Völkerscharen von Seebesuchern mit Getränken und Snacks versorgt. Jetzt sind die Container verschwunden.

Ersetzt werden sie durch ein schickes Restaurant mit breiter Fensterfront und Terrasse zum Wasser. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: In der kommenden Woche soll die Bodenplatte gegossen werden für das Gebäude, das je 250 Quadratmeter Platz für Gäste wie für Nebenräume – Küche, Lager, Kühlräume, Mitarbeiter-Umkleiden, Toiletten etc. – bietet.

Der Gastraum wird durch mobile Wände teilbar und modern eingerichtet sein. Ein offenem Kamin soll Gemütlichkeit ausstrahlen. Schon in einem Jahr, so hofft Hermann Gödde, Geschäftsführer der Blaustein-See-GmbH, werden die Lerschs hier – unter dem ausladenden, geschwungenen Dach des Restaurantgebäudes, ihr gastronomisches Können unter Beweis stellen können.

Gebaut wird das Restaurant mit Hilfe eines 1,75 Millionen-Euro-Darlehens, das die Stadt Eschweiler der See-GmbH zur Verfügung stellte.

Jetzt sah sich die Gesellschafterversammlung der See-GmbH vor Ort um und ließ sich von GmbH-Prokurist Heinz Rehahn wie auch von Architekt Ralf Scholl über die See-Ufer-Projekte und deren Fortkommen informieren.

Jahrelang hatte die See-GmbH auf einen Großinvestor gehofft, der die vom Büro Krause-Bohne entwickelten Pläne (Gastronomie, Hotel, Ferienhäuser etc.) en bloc umsetzte. Als der ausblieb, schwenkte die GmbH um auf die „Strategie der kleinen Schritte“.

Stück für Stück sollen die Vorhaben nun realisiert werden. Dabei, so betönt Gödde, „ist der von Krause-Bohne entwickelte Masterplan für die Entwicklung am See nach wie vor Grundlage unserer Arbeit.“

Erster Entwicklungsschritt war die Schaffung eines neuen Parkplatzes unmittelbar in Ufernähe – Ersatzparkfläche für die Taucher, die durch Seebühne und Flügelbauten verdrängt wurden. Damit sie dem See nicht fernbleiben, weil sie ihre schwere Ausrüstung zu weit schleppen müssten, wurde der neue Parkplatz geschaffen, finanziert aus Mitteln der Euregionale 2008, die die indeland-GmbH zur Verfügung stellte.

Fertiggestellt ist inzwischen auch der Kiosk samt Terrasse an der Liegewiese. Er soll die Badegäste versorgen und ihnen den Weg ins Restaurant ersparen. In den vergangenen Tagen wurde der Baugrund für das Restaurant eingeebnet, das im rückwärtigen Bereich mit eigenen Parkplätzen versehen und seitlich mit einem Kinderspielplatz komplettiert wird. Hermann Gödde: „Das ist dann erst einmal genug, was die öffentliche Hand hier leisten müsste.“

Private Investitionen sind herzlich willkommen. Die GmbH, so erklärt Gödde, sei „in sehr konkreten Gesprächen“ zum Bau eines privaten Seglerheims. Und auch die Tauchstation soll mittels Privatinvest ihr Provisorium verlassen können. Was fehlt, ist das Hotel und die Ferienhaus-Siedlung am oberen Parkplatz.

Gödde ist zuversichtlich: „Ich glaube, dass das hier ein sehr attraktiver Standort ist, nicht nur für Taucher, sondern auch für Tagesgäste“, verweist er unter anderem auf Wander-, Rad- und Skaterwege. „Das gilt umso mehr durch die fortschreitende Vernetzung des Sees mit der Zitadelle Jülich und der Goltsteinkuppe.“

Kein Verständnis hat Gödde für die „leider oft kritische Berichterstattung“ über den See. „Wir haben hier ein Kleinod, mit dem wir wuchern können!“

Gödde und Rehahn gingen auch auf die Qualität des Seewassers ein, die seit Anfang Mai wöchentlich überprüft wird. Der E.-Coli-Wert liegt dabei stetig zwischen 3 und 110. E.-coli-Bakterien können zu Durchfallerkrankungen führen. „Wasser mit einem Wert von 500 Einheiten je 100 Milliliter gilt als ausgezeichnet!“, unterstrich Rehahn.

Der entsprechende Grenzwert für unter Umständen Harnwegsinfekte auslösende Enterokokken beträgt 200 Einheiten je 100 Milliliter. Die Proben im See ergaben – bis auf einen unerklärlichen „Ausrutscher“ – Werte zwischen 0 und 21.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert