Das beste Mittel gegen die Hitze? Humor!

Von: Sonja Essers
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Ausreichend Wasser trinken ist in diesen Tagen besonders wichtig. Das weiß auch Bauarbeiter Gerd, der seine Flaschen in einem Eimer mit kaltem Wasser ausreichend kühlt. Foto: Sonja Essers/R. Müller/privat
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Imbissbuden-Besitzerin Natascha Stosic weiß, was gegen die Hitze hilft: „Von warmen Getränken schwitzt man weniger als von kalten.“ Ganz wichtig: „Entspannt arbeiten und sich nicht stressen lassen.“ Foto: Sonja Essers/R. Müller/privat
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Doch nicht jeder Indestädter hat dieses Glück. Nicht nur Bauarbeiter kommen bei Temperaturen bis zu 40 Grad mächtig ins Schwitzen. Auch im Elektrowerk (Bild) und den ESW-Röhrenwerken geht‘s heiß her. Foto: Sonja Essers/R. Müller/privat
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Auch von unseren Lesern haben wir Tipps erhalten. Besonders beliebt: Handgelenke mit Wasser kühlen. Foto: Sonja Essers/R. Müller/privat
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Abkühlung im Büro? Kein Problem. Einfach eine Schüssel mit kaltem Wasser füllen. Foto: Sonja Essers/R. Müller/privat
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Professor Dr. Uwe Jansssens rät vor allem älteren Menschen zum täglichen Gang auf die Waage. Foto: Sonja Essers/R. Müller/privat

Eschweiler. Begnadet und vollkommen: Diese Eigenschaften vereint der Name Annelie, dessen berühmteste Vertreterin derzeit in aller Munde ist. Der Grund: Das Wetter-Hoch bringt viel Sonnenschein und tropische Temperaturen in die Bundesrepublik. Auch in der Indestadt ist die Hitzewelle mittlerweile angekommen.

Laut Wettervorhersage werden in diesen Tagen bis zu 40 Grad erreicht. Was da hilft? Wir haben Sie, liebe Leser gefragt und verblüffende Antworten erhalten. Ihre Tipps: viel trinken, die Räume abdunkeln und regelmäßig wiegen.

Wiegen? Ja, richtig gelesen. Warum der tägliche Gang auf die Waage zum morgendlichen Ritual dazugehören sollte, weiß Professor Dr. Uwe Janssens. Der Leiter der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital meint: „Nur wenn man sich täglich wiegt, kann man kontrollieren, ob man genug trinkt. Wenn man von heute auf morgen zwei Kilo verliert, hat das nichts mit dem Verlust von Körperfett, sondern von Flüssigkeit zu tun.“ Besonders ältere Menschen hätten immer wieder mit diesem Problem zu kämpfen. Der Grund: „Sie haben oft kein Durstempfinden und trocknen deshalb schnell aus“, klärt Janssens auf. Sein Tipp: Sobald die Zunge trocken ist, muss dringend etwas getrunken werden. Schließlich habe man dann bereits etliche Flüssigkeit unbemerkt über die Haut verloren.

Aus diesem Grund rät der Internist dazu, täglich mindestens 1,8 bis 2 Liter Wasser oder Tee zu trinken und dies entsprechend seines Bedarfs anzupassen. „Bei solchen Extremtemperaturen kann man ruhig 800 bis 1000 Milliliter drauf rechnen.“ Unterschätzen sollte man dies keineswegs. Wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit erhält, können nicht nur die Nieren, sondern auch das Gehirn Schäden davontragen. „Hitze kann gefährlich sein und sogar das Leben kosten. Deshalb lautet das oberste Gebot: Trinken, trinken, trinken.“

Hitze von oben und unten

Diese Regel befolgen auch die Bauarbeiter, die derzeit am Langwahn arbeiten. In einem Eimer mit kaltem Wasser kühlen sie ihre Getränke, während sie die Röthgener Straße asphaltieren. Das Problem sei nicht die Sonne, sondern die Hitze, die von unten komme, und die könne bis zu 170 Grad betragen, meinen die beiden Männer, die gegen Mittag ihre Arbeit beenden.

Für Imbissbuden-Besitzerin Natascha Stosic ist dies die ruhigste Zeit des Tages. Erst am Abend haben ihre Gäste Lust auf Gyros, Pommes und Hähnchen. Aus diesem Grund überlegt sie momentan eine Mittagspause einzuführen und abends länger zu öffnen. Ihr Tipps gegen die Hitze: Die Körpertemperatur niedrig halten, die Räume lüften und sich nicht unter Druck setzen lassen. Atemübungen helfen den Puls niedrig zu halten, von warmen Getränken schwitze man weniger als von kalten. Ihre oberste Regel: „ Man muss die Hitze mit Humor nehmen. Ich tue so, als hätte ich meinen Imbiss an einem Badestrand“, sagt sie und lacht.

Ausreichend Trinken gilt für Menschen und Tiere. Das ist jedoch nicht der einzige Aspekt, auf den Tierhalter in diesen Tagen achten müssen. „Tiere sollten bei diesen Temperaturen auf keinen Fall im Auto transportiert werden“, meint Tierärztin Beate Magerfleisch. Viel zu oft sehe man Hunde, die im überhitzten Wagen auf ihre Besitzer warten. Magerfleisch rät deshalb, Hunde nicht zum Einkaufen mitzunehmen.

Feuchte Tücher kühlen

Die Indestädterin hat noch weitere Tipps auf Lager. So sollten Hundebesitzer den Spaziergang am frühen Morgen erledigen. Über den restlichen Tag verteilt, reichen auch zwei kleine Runden aus. „Die Zeit in der diese Temperaturen herrschen, ist begrenzt. Wenn ein Tier mal eine halbe Woche nicht so viel Bewegung bekommt, macht ihm das nichts aus.“ Während der Hitzewelle lautet also die Regel: Weniger Bewegung und über Mittag am besten zu Hause bleiben. Hunde, die gerne schwimmen, können sich in Planschbecken abkühlen. Und wie sieht es mit Kaninchen, Meerschweinchen und Co. aus? Fast täglich behandelt Magerfleisch Kleintiere, die mit Hitzeschlägen zu kämpfen haben. Der Grund: Gerade Kaninchen und Meerschweinchen sind extrem empfindlich. Sie sollten auf keinen Fall nach draußen. Für Abkühlung sorgt ein feuchtes Tuch, das über den Käfig gelegt wird. Ein Tipp, der auch Katzen hilft: Feuchte Tücher über Stühle hängen. So werden die Temperaturen in der Wohnung gesenkt.

Mensch greift da lieber zu Klimaanlagen und Ventilatoren. Dieser Meinung sind auch Sie, liebe Leser. Mehrere Male nannten Sie den Aufenthalt im Büro als Tipp, der Hitze zu trotzen. „Dank Ventilator ist es im Büro angenehm kühl“, teilt uns ein Leser mit. Doch auch an dieser Stelle ist Vorsicht geboten. Wer oft zwischen drinnen und draußen wechselt, kann sich Atemwegserkrankungen einfangen, warnt Janssens.

Fast 3000 Besucher im Freibad

Natürlich gibt es auch Alternativen. Beliebt sind Papierkörbe gefüllt mit Wasser oder Planschbecken unter dem Schreibtisch. „Sonnenschirm, ein Büttchen mit Eiswasser für die Füße – und genießen“, meint auch Renée Grafen. Wer Urlaub hat, den zieht es ins Freibad, das am Mittwoch von 2649 Besuchern aufgesucht wurde, an den Blausteinsee, ans Meer oder in den eigenen Pool. Manchem graut es sogar vor dem anstehenden Urlaub. „Ich habe gelesen, dass es in Portugal 43 Grad sein sollen. Da kann man die Hitze hier genießen“, schreibt eine Leserin. Für kurzfristige Abkühlung sorgt folgender Vorschlag: „Einfach die Handgelenke unter fließendes Wasser halten“, meint ein Leser. Doch auch einige nicht ganz ernst gemeinte Vorschläge erreichten unsere Redaktion. „Ohne Hose ins Büro gehen. Das sieht unter dem Tisch sowieso keiner.“.

Es gab auch gute Tipps, so wie folgender Vorschlag: „Fenster zu und Rolläden runter“, teilte uns ein Leser mit. Diese Meinung vertritt auch Janssens. In abgedunkelten Räumen lasse es sich leichter arbeiten. Wem das nicht gefällt, weicht, wie einer unserer Leser, auf den Balkon aus und arbeitet im so genannten Open-Air-Office. Die direkte Sonneneinstrahlung sollte man allerdings meiden, vor allem zwischen 11 und 16 Uhr, meint Janssens. Nicht nur das Arbeiten, sondern auch das Gärtnern sollte tunlichst unterlassen werden, sagt der Internist. Wer darauf nicht verzichten möchte, sollte sich mit einer Kopfbedeckung ausstatten. Letzteres ist vor allem für Kinder und Babys von großer Bedeutung. „Babys haben einen relativ großen Kopf. Ihr Schädel ist aber nicht besonders dick. Wenn sie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, dringt die Wärme ins Gehirn ,und es kann zu einer Überhitzung kommen“, warnt Janssens.

Wer diese Tipps befolgt, dem kann Hoch Annelie nichts anhaben. Zum Schluss gibt es noch einen besonderen Tipp, der gerade in Eschweiler helfen könnte: „Einfach an Fastelovend denken. Da ist es schließlich immer schön kühl“, ist sich ein Leser sicher.

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