Eschweiler - Das Aus der Geburtsklinik stellt Netzwerk auf die Probe

Das Aus der Geburtsklinik stellt Netzwerk auf die Probe

Von: pan
Letzte Aktualisierung:
13100062.jpg
In sicheren Händen: Nach der Schließung der Geburtsklinik am Eschweiler Hospital muss das Netzwerk Frühe Hilfen neu ausgerichtet werden.

Eschweiler. In wenigen Tagen wird das letzte Kind im St.-Antonius-Hospital geboren. Zum 1. Oktober schließt bekanntlich die Geburtsklinik dort. Dies hat auch für die Arbeit des Sozialmedizinischen Beratungsdienstes Konsequenzen, wie jetzt Dr. Josef Michels von der Städteregion sagte: „In Eschweiler bricht damit auch die frühe Erkennung von Hilfebedürftigkeit weg.“

Er hofft, dass auf Dauer der Familienhebammendienst diese Lücke schließen kann. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen den beteiligten Jugendämtern in der Städteregion wurde nun von den Eschweiler Kommunalpolitikern auf den Weg gebracht.

Michels geht zwar davon aus, dass nicht „ganz so große Defizite“ entstünden, allerdings räumt er ein, dass das in seinen Augen vorbildliche Netzwerk Risse bekomme. Bisher ist es gängige Praxis, dass Mitarbeiter des Sozialmedizinischen Beratungsdienstes zweimal in der Woche in der Geburtsklinik vorstellig werden und Müttern Informationen an die Hand geben. Im direkten Anschluss kann ein Kontakt zu den Familienhebammen, aber auch zum Jugendamt geknüpft werden.

Offene Angebote wie das „Elterncafé“ des Vereins Storchenbiss am Krankenhaus ergänzen dieses Angebot. Auch das Eschweiler Hospital selbst findet schnell im Rahmen eines eigenen Arbeitskreises Wege, Familien vor und nach der Geburt zu unterstützen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Hilfe greift schon unmittelbar vor oder nach einer Geburt.

Gynäkologen einbinden

Die Geburtsklinik des Bethlehem-Krankenhauses in Stolberg soll im Gegenzug zur Schließung in Eschweiler erweitert werden. Allerdings weiß im Moment noch niemand, wie viele Eschweiler Eltern sich tatsächlich für eine Geburt in der Kupferstadt entscheiden. Deswegen soll vor allem die vorgeburtliche Beratung verstärkt werden. Geplant ist eine engere Zusammenarbeit mit Gynäkologen.

Darüber hinaus will die Städteregion auf die Leitung des Bethlehem-Krankenhauses in Stolberg zugehen, um zu erreichen, dass der Sozialmedizinische Beratungsdienst auch dort tätig werden kann. Wichtig sei, so heißt es vom Eschweiler Jugendamt, dass die beteiligten Professionen auch weiterhin eng miteinander verzahnt blieben.

Losgelöst davon wird das sogenannte Begrüßungspaket, das Familien nach einer Geburt in Eschweiler erhalten, an Bedeutung gewinnen. Das Netzwerk „Gut starten in Eschweiler“ soll dabei seine wichtige Schlüsselrolle behalten. In dieser Kerbe schlägt auch Dr. Josef Michels: „Man sollte überlegen, den Babybegrüßungsdienst so zu gestalten, dass er früher die Familien besucht.“ Damit, so hofft er, könne man das mit der Schließung der Geburtsklinik zunächst entstehende Defizit ausgleichen.

Der Familienhebammendienst in der Städteregion, dem sich Jugendämter aus Eschweiler, Alsdorf, Herzogenrath und Würselen sowie das der Städteregion anschließen, wird von der Bundesinitiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“ finanziert. In der jetzt abgesegneten Vereinbarung ist ein außerordentliches Kündigungsrecht für den Fall verankert, dass der Bund nicht mehr für die Kosten aufkommt. Die Eschweiler Stadtverwaltung nennt dies jedoch „unwahrscheinlich“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert