Das Abbild August Thyssens steht wieder im Eschweiler Rathaus

Von: tob
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Stadtarchivar Horst Schmidt (Mitte) entdeckte die Büste August Thyssens, Gero Glasmacher (links) installierte die Büste auf einem Metallsockel. Sehr zur Freude von Bürgermeister Rudi Bertram. Foto: T. Röber

Eschweiler. Es war ein besonderes Fundstück, das Stadtarchivar Horst Schmidt vor kurzem in den Händen hielt. Beim Aufräumen im Archiv entdeckte er eine Büste August Thyssens, die nun direkt unter dem Porträt des bekannten Industriellen im parlamentarischen Bereich des Rathauses steht.

Der Großindustrielle August Thyssen (1842 – 1926) ist einer der bedeutendsten Söhne der Inde-stadt. Der Gründer des Thyssen-Konzerns, zu Lebzeiten einer der reichsten Männer Deutschlands, wurde am 17. Mai 1842 in Eschweiler geboren, sein Vater war Direktor der Drahtfabrik. 1867 verließ Thyssen Eschweiler in Richtung Ruhrgebiet, wo er den bekannten Weltkonzern aufbaute.

 

60 000 Mark für den Wald

 

Seiner Heimatstadt blieb er verbunden. Er pflegte die familiären Kontakte und griff mehrmals der Eschweiler Industrie und Wirtschaft unter die Arme. Im Jahr 1905 war er Hauptinitiator und Hauptaktionär bei der Gründung des RWE.

Zu seinem 80. Geburtstag verlieh die Stadt Eschweiler August Thyssen im Jahr 1922 die Ehrenbürgerwürde. Thyssen, der die Urkunde nicht persönlich entgegennehmen konnte, bedankte sich mit einem handschriftlichen Brief und stiftete der Stadt die damals enorm hohe Summe von 60 000 Mark zur Wiederinstandsetzung der Walderholungsstätte und zur Verteilung an bedürftige Kriegsveteranen und deren Witwen.

Nach dem Tod Thyssens im Jahr 1926 schenkten seine Erben der Stadt eine 1923 von Professor Georg Kolbe, einem der erfolgreichsten und bedeutendsten deutschen Bildhauer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, geschaffene Porträt-Büste August Thyssens aus Bronze mit der Bitte, „der Büste einen würdigen Platz im Eschweiler Rathaus anzuweisen“.

Nach dem Neubau des Rathauses an der Indestraße in den 1970er Jahren war die Thyssen-Büste mehrere Jahre lang in der städtischen Kunstsammlung im Haus Marienstraße 7 (einst „Faensen-Villa“, ehemalige Stadtbücherei, heute Städtisches Seniorenzentrum) zu sehen.

Als die Bestände der Kunstsammlung im Keller des Rathauses eingelagert wurden, geriet die Büste in Vergessenheit. Den würdigen Platz hat sie nun wieder. Metallbaumeister Gero Glasmacher installierte die Büste vor dem Porträt Thyssens auf einem Metallsockel. „Als die Anfrage kam, etwas für Thyssen zu machen, war für mich als Metaller klar, dass ich das mache“, sagt Gero Glasmacher. Die Firma Thyssen stellte das Material für den Sockel zur Verfügung, Glasmacher übernahm die Arbeiten kostenlos.

An August Thyssen erinnern nicht nur die Büste und das Porträt, sondern auch die nach ihm benannte Straße, die im Jahr 1965 von Industriestraße in August-Thyssen-Straße umbenannt wurde.

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