Eschweiler-St - Da kann er noch so flennen, der Löres, der soll brennen!

Da kann er noch so flennen, der Löres, der soll brennen!

Von: rpm
Letzte Aktualisierung:
16224138.jpg
Da kann er noch so flennen, der Löres, der soll brennen! Auf dem Hof neben der Klosterkirche fand der Unhold, der die St. Jöriser mit dem Bazillus carnervalitis infiziert hatte, unter großer Anteilnahme von Jecken aus dem Ort und Umgebung ein feuriges Ende.
16224140.jpg
Genossen sichtlich den Umzug durch St. Jöris: Prinz Detlef, Jungfrau Christian und Bauer Angela.

Eschweiler-St. Jöris. Der Trauerredner kannte kein Erbarmen: Weil der „Löres von St. Jöris“ das Volk über Wochen mit dem Bazillus carnevalitis infiziert und in fieberhafte Zustände versetzt habe, gebe es für ihn nur eines: Tod durch Verbrennen, forderte Klosterbruder Willi Henneböhl.

Insbesondere, da der Unhold keinerlei Reue gezeigt habe. „Drei Mal singen im Kirchenchor, und alles wäre gut gewesen“, aber nun gelte: „Da kann er noch so flennen, der Löres, der soll brennen!“

Und das tat er dann auch. Feuerwehrmann Frank Breuer legte Feuer an die Strohpuppe, für die sich ein ungenannter St. Jöriser von Hose, Sakko und Hut getrennt hatte, während die Stoppelhusaren – wohl in Erinnerung an die schönen Stunden, die der Löres ihnen bereitet hatte, „Ich hatt‘ einen Kameraden“ spielten.

Dutzende von Dorfbewohnern schauten zu, wie die Flammen den Löres im Hof neben der alten Klosterkirche auffraßen. Und die St. Jöriser waren dabei bei weitem nicht unter sich: Zahlreiche Gäste waren schon lange zuvor in den 900-Seelen-Ort im Westen der Indestadt gereist, um einen der letzten Karnevalsumzüge in der Region mitzuerleben. Und der konnte sich im Vergleich zu den zurückliegenden, mehrfach tollitätenfreien Jahren wieder einmal sehen lassen: Zahlreiche Besucher säumten die Straßen des Ortes, applaudierten den Akteuren und konnten sich über kartonweise unters närrische Volk geworfene Leckereien freuen.

Auch an Tollitäten herrschte diesmal kein Mangel: Auf ihrem (von der Ulk Oberröthgen zur Verfügung gestellten) Prunkwagen rollten Prinz Detlef, Jungfrau Christian und Bauer Angela durch die Straße, per pedes begleitet vom Dreigestirn aus der Nachbarstadt Würselen. Mit von der Partie neben den vollzählig angetretenen Klosterbrüdern und den Stoppelhusaren waren unter anderen auch zahlreiche Vertreter der KG Ulk Oberröthgen, die eine große Runde durch den Ort drehten, ehe sie sich auf dem Klosterhof um das wärmende Feuer des lodernden Löres scharten.

Danach wurde in der ehemaligen Klosterkirche munter weitergefeiert.

Im kommenden Jahr ist es 3x11 Jahre her, dass mit Willibert I. – im Zivilleben Willibert Schmitz, Wirt der „Alten Schmiede“ – erstmals eine Tollität den zwei Jahre zuvor von Rainer Visser mit einer Handvoll wackerer Mitstreiter ins Leben gerufenen Umzug krönte. Ein Jubiläum, zu dem sicher alle zwölf Vereine im Ort närrischen Gemeinschaftssinn beweisen und am Veilchendienstag kräftig mitfeiern werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert