Eschweiler - Coole Schüler brauchen keine langen Finger

Coole Schüler brauchen keine langen Finger

Von: ran
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Der „Eureka 17QD” ist im Bes
Der „Eureka 17QD” ist im Besitz von Dennis (rechts). „Doch ist er nun wirklich cooler als zuvor?”, lautete die Frage, die das Ensemble des „White Horse Theaters” aufwarf. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der neuentwickelte „Eureka 17QD” ist der letzte Schrei auf dem Computermarkt. Und Dennis muss ihn einfach haben. Schließlich möchte der Jugendliche „cool” sein.

Doch sein Vater ist der Meinung, dass der eineinhalb Jahre „alte” Rechner, der im Zimmer von Dennis steht, noch völlig ausreicht. Nun ist guter Rat im wahrsten Sinne des Wortes teuer. Denn woher die 3500 Pfund für den Computer nehmen und nicht stehlen?

Dies ist die Frage, die im Mittelpunkt des Theaterstücks „Light Fingers” steht, dass ein vierköpfiges Ensemble des englischsprachigen „White Horse Theatre” am Donnerstag vor Schülern der neunten Jahrgangsstufe im Pädagogischen Zentrum der Städtischen Gesamtschule aufführte.

Schon seit Jahren gastieren die britischen Schauspieler regelmäßig in der Indestadt, Verantwortlich dafür zeichnet Englischlehrerin Gisela Freialdenhoven, die durch eine amerikanische Freundin auf die im westfälischen Soest ansässige professionelle Theatergruppe aufmerksam wurde. „Wann erhalten Schüler schon einmal die Gelegenheit, Theater in englischer Sprache zu erleben?”, lautet ihre rhetorische Frage. Um sie selbst zu beantworten: „Einmal im Jahr in der Städtischen Gesamtschule!”

Diesmal waren die Darsteller Beth Dalloway, Katherine Rodden. Matthew Neal und Alessandro Visentin mit zwei Stücken im Gepäck angereist. Zunächst zauberten sie für die Schüler der siebten Jahrgangsstufe das Piratenstück „The Tiger of the Seas” auf die Bühne, anschließend stand das ernstere „Light Fingers” auf dem Programm, das einen direkten Bezug zur realen Lebenswelt der jugendlichen Zuschauer herstellte.

Denn welcher Jugendliche möchte nicht „in sein” und Anerkennung bekommen? So auch Dennis. Doch das Geld, das er bei seinem Ferienjob verdient, reicht für den „Eureka 17QD” bei weitem nicht aus. Als er seinen Klassenkameraden Gina und Zack begegnet, machen die ihm klar, dass es notwendig sei, hier und da Risiken einzugehen, um als „cool” zu gelten. Und außerdem müsse man ja nicht unbedingt bezahlen, um an sein Ziel zu gelangen. Mit der Absicht, vor allem Gina zu beeindrucken, stiehlt Dennis ein Parfüm für sie. Und hat danach das Gefühl, der Gestank des Diebstahls klebe an ihm. „Doch solange Gina mich cool findet, ist es das Risiko wert”, redet er sich ein. Und erhält sogar eine Belohnung: Ein Kuss von Gina.

Nun gilt es, sich an größere Sachen heranzuwagen. Schließlich soll die Bewunderung Ginas anhalten. Der „Eureka 17QD” ist das nächste Ziel, das er gemeinsam mit Gina ins Auge fasst.

Es gelingt Dennis, den Computer aus dem Geschäft mitgehen zu lassen. Doch von da an ist die Angst, entdeckt zu werden, bei jedem Telefonanruf oder Klingeln an der Wohnungstür sein ständiger Begleiter.

Schließlich kommt es, wie es kommen muss: Wenige Tage nach dem Diebstahl steht eine Polizistin vor der Wohnungstür. Der Vater, dem Dennis erzählt hat, er habe den Computer bei einem Preisausschreiben gewonnen, verteidigt zunächst seinen Sohn gegen die Vorwürfe. Doch als Dennis die Wahrheit gesteht, ist er sprachlos. Die Folgen der Diebstähle: Schulverweis sowie Termine beim Sozialarbeiter, beim Psychiater und beim Richter. Der ordnet 50 Stunden Dienst für das Gemeinwohl an.

Beim Müllaufsammeln trifft Dennis schließlich zwei alte Bekannte, die sein Schicksal teilen: Gina und Zack.

Das im Jahr 1978 vom englischen Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller Peter Griffith gegründete „White Horse Theatre” ist ein pädagogisches Tourneetheater, das englischsprachige Theaterstücke an deutschen Schulen aufführt und seinen Sitz im westfälischen Soest hat.

Mit jährlich rund 400 000 Schülern als Zuschauer ist es inzwischen europaweit das größte Theater seiner Art.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.whitehorse.de zu erhalten.

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