Eschweiler - Comedian Chris Tall: Von der Schule direkt zu den ersten Bestnoten

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Comedian Chris Tall: Von der Schule direkt zu den ersten Bestnoten

Von: ran
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Über binomische Formeln zum doppelten Plusquamperfekt: Comedian Chris Tall führte seine Zuhörer im Talbahnhof zurück in die Wohlfühloase Schulzeit. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Binomische Formeln, der doppelte Plusquamperfekt im Konjunktiv II, Lehrer, die ein ganz klein wenig fördern, dafür aber umso mehr fordern und Elternsprechtage, die regelmäßig im Desaster enden – die Schulzeit war oder ist für uns alle unbestreitbar die schönste Zeit des Lebens! In dieser Hinsicht stellt auch Chris Tall keinesfalls eine Ausnahme dar.

Der 23-jährige Hamburger hat diese Wohlfühloase jedoch bereits seit etlichen Wochen verlassen, zwischendurch einige Comedy-Preise eingeheimst, darunter den NDR Comedy Contest 2012 sowie den RTL Comedy Grand Prix 2013, um nun auf der Bühne des gut besuchten Kulturzentrums Talbahnhof zu gestehen, dass seine „Versetzung gefährdet“ sei.

Dabei nahm Chris Tall einigermaßen erstaunt zur Kenntnis, dass sich nicht nur im Klassenverband, sondern auch im Publikum ein „Klassenclown“ befinden kann, mit dem sich zu Beginn der ersten Stunde unverzüglich ein feinfühliger Dialog entwickelte. Als sich der Gesprächspartner dann als Niederländer zu erkennen gab, entdeckte Chris Tall die offene Flanke: „Was macht ein Holländer, wenn er Weltmeister ist? Die Playstation aus!“, stellte er fest. Kurz darauf begann der Wahlkölner mittels „interaktiver Show“, den Rest des Publikums näher kennenzulernen. Etwa die Lehrerin in der ersten Reihe oder die Zuschauerin, deren absolutes Hassfach Erdkunde war. „Da war ich immer auf der Toilette, um zu rauchen“, erinnerte sie sich. „Eigentlich waren wir alle auf der gleichen Schule, hatten die gleichen Lehrer, die gleichen Mitschüler, den gleichen Hausmeister. Im Vergleich zu früher ist heute nur alles krasser! Zum Beispiel das Fach Wirtschaftsinformatik. Das hatte ich alleine in der zehnten Klasse fünf Jahre lang!“, machte Chris Tall deutlich.

Aber was ist eigentlich so schlimm an Mathe? „Das Rechnen!“, ließ der junge Comedian keine Fragen offen. Und sei man in Englisch nicht ganz so überragend, dann wisse der Lehrer das und mache dies schon in der Anrede „Ladies and Problems“ deutlich. Die Sprache der Inselbewohner sei aber auch missverständlich: „Die Frage nach einem Zukunftswunsch mit ,to become a girl‘ zu beantworten, kann durchaus zu Erstaunen führen“, ließ Chris Tall tief blicken. Und dann auch noch Chemie. „Vor allem zwischen dem Fach Deutsch und mir stimmte die Chemie absolut nicht“, schlug der Comedian kurz vor dem Klingeln zwei Fliegen mit einer Klappe.

Beim Gong zur zweiten Stunde empfingen die Mitschüler Chris Tall dann quasi unaufgefordert mit Ovationen. Doch was tut der in Sachen Versetzung stark gefährdete Schüler eigentlich nach Schulschluss? „Asi-TV mit Familien im Brennpunkt, die tatsächlich brennen, und Frauentausch-Andreas, der von 0 auf 100 in einer Sekunde schaltet! Da bekommt das Wort Flachbildschirm eine vollkommen neue Bedeutung!“

Den Kindheitstraum „Astronaut“ hat der bekennende HSV-Fan, der allerdings nur noch wegen der Bratwurst das Stadion aufsucht, inzwischen aber zu den Akten gelegt. „Menschen mit meiner Statur werden das nicht. Ich habe nämlich Höhenangst“, begründete er seinen Entschluss einleuchtend, bevor er während seiner Zugabe kurzerhand ein „Stage-Diving“ androhte. Versetzung geschafft? Die Zuhörer in Eschweiler forderten lautstark eine Nachprüfung!

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