Comedian Alain Frei bringt das Publikum zum Lachen

Von: lam
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Ein Teil der Gruppe Rebell-Comedy: Khalid Bounouar aus Eschweiler stand ebenfalls im Talbahnhof auf der Bühne. Foto: Lisa Lammertz
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Alain Frei präsentiert sein neues Programm „Neutral war gestern“ und begeisterte das Publikum. Foto: Lisa Lammertz

Eschweiler. Rassismus und Schubladendenken sind bei vielen Menschen zur Gewohnheit geworden. Dass diese Einstellung absolut falsch ist, erklärte der Schweizer Comedian Alain Frei unter anderem im Talbahnhof. Mit seinem Solo-Programm „Neutral war gestern“ stand er dort auf der Bühne und gab den Zuschauern Einblicke in sein Leben, Denken – und seine Heimat: die Schweiz.

Seit rund vier Jahren steht der Schweizer auf der Bühne und beeindruckt das Publikum mit seiner Lockerheit und modernem Humor – genau dieser hat ihm zu seinem Traumberuf verholfen. Alain hat vorher mal eine Schauspielschule besucht, und wusste immer, dass er mal was in Richtung Comedy machen will. Auch mit der Gruppe Rebell-Comedy steht er regelmäßig auf der Bühne und tourt durch ganz Deutschland.

Neben vielen seiner frischen Themen finden in seinem Programm auch immer wieder die typischen Klischees Platz: Schokolade, Kühe und einige Vorurteile schießen einem in den Kopf, wenn man an die Schweiz denkt. Alain, der selbst alles andere als neutral ist, nahm bei seinem Auftritt Stellung zu alledem: „Ich find‘ es wichtig, dass man Gags über Klischees macht, über Vorurteile.“ Er will zeigen, dass all das politisch nicht immer korrekt ist. Besonders das Thema Rassismus nimmt er sehr ernst: „Rassismus ist was für Vollidioten“, betonte er. „Natürlich hat man ‘ne andere Mentalität, aber ich glaube, dass wir am Ende alle gleich sind.“

Ein weiteres Thema war der Geschlechterkampf zwischen Männern und Frauen und die schlussendliche Frage: Wer ist eigentlich stärker? Dabei spielte nicht nur Sex eine Rolle. Obwohl die Frauen niemand verstehe, ist er der Meinung, dass sie das stärkere Geschlecht seien. „Frauen sind wunderschön“, wiederholte er mehrere Male, „Frauen sind wunderschön beim Sex“. Dass das daran liegt, dass sie dabei ihre Augen schließen, und das wahrscheinlich, weil der Mann beim Sex aussehe, als würde er sterben, sei hinten angestellt. Mit Grimassen, Bewegungen und merkwürdigen Geräuschen machte er deutlich klar, was genau er damit meint.

Sein Publikum band Frei die ganze Vorstellung über mit ein. So geriet der ein oder andere Zuschauer immer mal wieder in den Vordergrund, was manchmal für derartige Lachanfälle sorgte, dass selbst der Comedian hin und wieder eine Sekunde brauchte, um sich zu beruhigen. Bei einer Geschichte, die er erzählte, musste dann ein Zuschauer helfen und die passenden Geräusche dazu machen. Was dabei zum Teil für Geräusche entstanden, ließ so manchen im Publikum Tränen lachen. In der Pause hatten die Zuschauer dann die Möglichkeit, all das, „was sie einen Schweizer schon immer einmal fragen wollten“, aufzuschreiben.

Witze über Eschweiler

Im zweiten Teil der Vorstellung widmete sich Alain dann einigen Fragen. Warum Schweizer Schokolade so hart ist, dass man sich daran fast die Zähne ausbeißt, konnte aber selbst er nicht beantworten. Er ließ es sich auch nicht nehmen, ein paar Witze über Eschweiler, das Publikum und die deutschen Autobahnen zu machen. Alain fragte sich vor allem, wo die Deutschen alle so dringend hin wollen, weil sie so schnell über die Autobahn führen. In der Schweiz ginge das alles etwas langsamer.

Auch „Rebell“ Khalid Bounouar aus Eschweiler, Moderator von Rebell-Comedy und ein guter Freund von Alain, stand zwischendurch auf der Bühne. Er berichtete von ein paar Ereignissen aus seinem Leben, sowie von Familie und Freunden. Er erzählte von Telefonaten mit Alain, der allerdings nie etwas sagt, wenn er dran geht, und dass seine Mutter zum Glück einmal aufklären konnte, dass Khalid überhaupt nicht adoptiert, aber dafür ziemlich hässlich sei. Auch er brachte das Publikum gekonnt zum Lachen.

Alains Oma und Opa finden ihren Enkel zwar nicht lustig – er erzählte, dass sie ihn einmal anrief, um ihm das mitzuteilen – das Eschweiler Publikum dafür umso mehr. Nach der Show gab der Comedian noch Autogramme und die Zuschauer konnten mit ihm plaudern.

Mit seinem Solo-Programm „Neutral war gestern“ ist Frei noch bis Anfang 2016 unterwegs, mit Rebell-Comedy startet er im Mai mit der neuen Tour „Die üblichen Verdächtigen“.

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