Citymanagement-Verein wirbt um neue Mitglieder

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
6898703.jpg
Als Einkaufsstraße größtenteils nur zweite Wahl: die Englerthstraße. Foto: Rudolf Müller
6898707.jpg
Nicht eben überlaufen: die Neustraße. Foto: Rudolf Müller
6898715.jpg
Und auch in der Grabenstraße übersteigt die Zahl der Werbeständer die der Passanten. Foto: Rudolf Müller
6898724.jpg
Rolfes-Leerstand an der Neustraße. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Auf Stolberger Internet-Seiten kursieren derzeit zwei Fotos: Das eine zeigt die schmucke Stolberger Burg inmitten einer idyllischen Altstadt, das andere ein Flüchtlingslager aus zerrissenen Zelten irgendwo in Afghanistan. Unter dem ersten Bild steht: „Stolberg, wie Auswärtige die Stadt sehen“.

Und unter dem zweiten steht: „Stolberg, wie Stolberger es sehen.“ Dass Einwohner die eigene Stadt schlechter machen, als sie ist, dieses Problem ist auch in Eschweiler nicht unbekannt.

Bürgermeister Rudi Bertram ruft immer wieder dazu auf, die guten Seiten der Stadt in den Vordergrund zu rücken, statt Miesmacherei zu betreiben. Und Citymanagements-Vorsitzender Klaus -Dieter Bartholomy zeigt wenig Verständnis für das resignative Verhalten einiger Einzelhändler, die über ein mieses Geschäftsklima klagen, die City aber abends ab 19 Uhr in Düsternis untergehen ließen: „Wenn es im Auerbachcenter noch richtig brummt, brennt in der City kaum mal eine Schaufensterbeleuchtung. Als ob zwei LEDs der große Kostenfaktor wären. Ich verstehe diese Einzelhändler nicht.“

Dabei hat Eschweilers Innenstadt durchaus einiges zu bieten. Zahlreiche neue Geschäfte stehen nur wenigen Leerständen gegenüber. Und ist tatsächlich einmal ein Ladenlokal frei, stehen in vielen Fällen Nachmieter schon auf der Matte. So beispielsweise in der ehemaligen Boutique „Sandy‘s“ an der Grabenstraße/Ecke Hospitalgasse. Die wird zurzeit zu einer großen Fielmann-Filiale umgebaut, nachdem vor einigen Monaten eine andere große Boutique an der Grabenstraße vom Fielmann-Konkurrenten Apollo umgebaut wurde. Wenige Meter weiter, an der Ecke Marienstraße, hat die „Back Factory“ ihre vor noch gar nicht langer Zeit komplett umgebautes Ladencafé an die Kollegen von „Backwerk“ untervermietet; die bauen es jetzt dem „Backwerk“-Design entsprechend komplett um. Ende des Monats ist Eröffnung.

Anders am diagonal gegenüberliegende Ende der Fußgängerzone, in der an Fußball Simon Rolfs verkauften Haushälfte des Cafés Gier: Dort tut sich bis dato gar nichts. Zugeklebte Schaufenster tragen nicht gerade zur Verschönerung des Straßenbildes bei. Noch offen ist auch die Zukunft des wenige Meter entfernt liegenden Hauses, in dem bislang Juwelier Kück sein Geschäftslokal hatte. Bis er es gesundheitsbedingt schließen musste. Jetzt steht das Haus zum Verkauf.

„Sorgenkind“ für Citymanager Klaus-Dieter Bartholomy ist neben dem Chaos bei den Öffnungszeiten, das vor allem auswärtige Besucher von einem Trip an die Inde abhält, vor allem die Englerthstraße. Abends dunkel, tagsüber unorganisiert: „Eine sehr schwierige Ecke. Do könnte mehr bewegt werden, da müsste nur mehr mit-einander geredet werden.“

Mehr miteinander reden, das steht auch auf Bartholomys Wunschzettel fürs neue Jahr. Besser gesagt: Mit mehr Leuten reden. Mehr Leute zum Mitreden bewegen. „Mehr Geschäftsleute sollten überlegen, Mitglied im Citymanagement-Verein zu werden. Wir brauchen mehr Mitglieder, um unsere Aktionen, wie wir sie bisher auf die Beine gestellt haben, auch in Zukunft finanzieren zu können. Und mit besserer finanzieller Unterstützung könnten wir im Interesse der Einkaufsstadt Eschweiler noch eine Menge mehr machen“, sagt Bartholomy.

Dass der Vorsitzende des Eschweiler Citymanagement-Vereins ausgerechnet die dahinsiechende Nachbarstadt Stolberg als leuchtendes Vorbild für die Indestadt hinstellt, kommt eigentlich nie vor. In einem Punkt aber ist das anders: „In Stolberg sind so ziemlich alle Industrieunternehmens Mitglied im Stadtmarketingkreis Stolberg, kurz SMS. Im Citymanagement-Verein Eschweiler gibt‘s kein einziges.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert