Eschweiler - Circus Amany: Tiere brauchen im Winter Hilfe

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Circus Amany: Tiere brauchen im Winter Hilfe

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
Regina Neigert  und ihre beide
Regina Neigert und ihre beiden Lamas. Noch weiß die Circus-Chefin nicht, wie sie ihre 15 Tiere durch den Winter bringen soll, in dem der Circus keine Einnahmen hat. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Spotlights und Kameras, Glamour, Glanz und Gloria: Noch immer haftet dem Circus der Nimbus des Außergewöhnlichen, Spektakulären an.

Da flanieren Fürsten über rote Teppiche, und Schauspielprominenz lässt ihre falschen Zähne mit dem echten Geschmeide der Edlen dieser Welt um die Wette blitzen. Doch was die Mattscheiben vom Internationalen Circusfestival aus Monaco übertragen und was wenige Großunternehmen von Weltruf - vom Cirque du Soleil über Barum und Busch-Roland bis hin zu Flic Flac, Roncalli und dem Chinesischen Staatscircus - ihrem Publikum zeigen, ist nur ein Bruchteil der Wirklichkeit. Die sieht für die meisten derjenigen, die mit Herz und Lohnkonto am Circus hängen, anders aus. Ganz anders.

Neben einem knappen Dutzend ganz Großer sind es an die 350 Familienunternehmen, die die circensische Tradition in Deutschland hochhalten. Der Circus Amany ist einer von ihnen. Seit drei Jahren ist Regina Neigerts Familie unter diesem Namen in Deutschland unterwegs, nachdem sich der Vorgängerbetrieb, der sechs Familien ernähren musste, nicht mehr wirtschaftlich führen ließ.

Die Neigerts, das sind neben Regina und ihrem Mann Ludwig ihre Töchter Bianca (26), Angie (24) und Sohn Timo (16) sowie Nesthäkchen Kimberly (9). „Die Kleine ist der ganze Stolz der Familie”, berichtet Regina Neigert. Klar, dass auch Kimberly bereits in der Manege ihr Können zeigt. Und das gilt auch für Miguel, den mit 5 Jahren ältesten ihrer vier Enkel. „Der ist Lassodreher!”, erzählt Oma Regina. Und ist gespannt, was einmal aus den Enkelinnen Charlize (3), Summer (2) und Megan (7 Monate) werden wird. „Wir sind ein Familienunternehmen mit Herz und zeigen Groß und Klein aufwändige Jonglage, atemberaubende Akrobatik, spannendes Messerwerfen, lustige Clownerie...” verspricht Regina Neigert.

Zuhause sind die Neigerts eigentlich in Bitburg. Aber dort war für sie keine Möglichkeit zum Überwintern zu finden. Im Sommer sind sie auf Achse, setzen in Zeiten immer geringerer Besucherströme auf „Mitmach-Circus” für Schulen und Kindergärten. Im Winter gilt es, den Fuhrpark und die Gerätschaften zu überholen. Die Lkw müssen jedes Jahr dem Tüv vorgeführt werden. Reparaturen sind Familiensache. „Das müssen wir schon alles selbst machen, anders gehts nicht”, sagt Regina Neigert. Erst vor ein paar Tagen ist ihnen ein Klein-Lkw, den sie vor allem zum Futterholen für die Tiere brauchten, mit Motorschaden ausgefallen. Da muss Ersatz her, irgendwie.

Seit Anfang November stehen die Wagen des Circus Amany auf dem rückwärtigen Gelände eines Autohauses an der Alten Rodung. In den beiden zurückliegenden Wintern konnten die Neigerts die Hallen der ehemaligen Cola-Abfüllanlage in Kohlscheid nutzen - vor wenigen Wochen rollten hier die Bagger an: Hier entsteht ein weiterer Supermarkt.

Ein geeignetes Winterquartier zu finden - möglichst in der Nähe der vertrauten Tierärztin und der Kindergärten und Schule, die die Kinder in den Wintermonaten besuchen - ist alles andere als leicht. Es ist fast so schwierig, wie das nötige Futter für den kleinen Tierpark der Neigerts zusammenzubekommen. Teure Exoten mit ausgefallenen Ansprüchen sind nicht darunter - zwei Lamas, ein Esel, drei Ponys, ein Pferd, zwei Gänse, fünf Ziegen und ein Hund zeigen im Programm ihr akrobatisches oder clowneskes Talent.

Ein gutes Dutzend Tiere, das jetzt in einem wetterfesten Zelt nahe dem provisorischen Winterquartier untergebracht ist. Und dessen Futterkosten sich auf gut 2000 Euro im Monat addieren. Nicht zuletzt, weil der Preis für Heu sich nach einem verregneten Frühsommer verdoppelt und exorbitante Höhen erreicht hat. Heu, Hafer, altes Brot und Brötchen - alles hilft den Tieren, zu überleben. Bis es Ende Februar wieder auf Tour geht.

Wer helfen möchte und kann, ist bei der Circusfamilie stets willkommen. Regina und Ludwig Neigert sind für jede Futtergeld- oder Futterspende ebenso dankbar wie für die Vermittlung eines festen Domizils für die Wintermonate. Zu erreichen sind sie unter Telefon 01577 2539 999.
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