Christian Ehring: Devoter Partner für Merkel gesucht

Von: Dirk Müller
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Begeisterte im Talbahnhof: Christian Ehring. Foto: Dirk Müller

Eschweiler. „Kann diese Frisur lügen“, hat Elmar Stelzwedel nur rhetorisch gefragt. Vielmehr wollte er damit auf die ihm eigene professionelle Seriosität verweisen. Diese hat ihn schließlich zu dem gemacht, was er ist – oder besser „war“, denn den Job als Nachrichtensprecher ist er los.

Hinter der komischen Kunstfigur des geschassten „Anchorman“ Stelzwedel verbirgt sich der tatsächlich aus dem TV bekannte Kabarettist Christian Ehring, der mit seinem Soloprogramm das Publikum im sehr gut besuchten Talbahnhof begeisterte.

„Der Abend hat ein bisschen Workshop-Charakter. Wenn Sie meinen, das geht auch lustiger, können Sie das ruhig sagen“, bot Ehring an.

Doch davon machte kein Gast Gebrauch, da der Kabarettist mit seinem Programm „Anchorman – Ein Nachrichtensprecher sieht rot“ glänzend unterhielt und eine beeindruckende „Lacher-Quote“ ihm sicher war.

Gleich zur Begrüßung setzte Ehring sich ans Piano, sang: „Als Gott der Herr sie Welt erschuf, war er noch neu in dem Beruf.“ Den Blues „Die Welt ist schlecht“ vermochte er aber auch positiv auszudrücken: „Die Welt ist nicht gut.“

Weitere Lieder mit leiseren und humorvollen Tönen wie „Hallo Rezession“ lockerten den Abend auf. Der „Wickert in witzig“ präsentierte eine gelungene Mischung aus Theater, Musik und gesellschaftspolitischer Satire, die hervorragend ankam.

Ehring widmete sich großartig den Namen, mit denen „Bionade-Eltern“ ihre Kinder lebenslang strafen, der Frauenquote oder der aktuellen Problematik der Regierungsbildung: „Die Merkel hat ja schon ein Profil bei ,Elite-Partner‘ angelegt: Suche devoten Partner, der Lust hat, sich vier Jahre lang demütigen zu lassen.“

Ob locker bis flapsig oder beißend sarkastisch – Ehring reizte stets die Lachmuskeln der Gäste im Talbahnhof, deckte zum Beispiel auf, dass beim „Shutdown“ in den USA „die Amis zuerst die Bibliotheken geschlossen haben, weil sie dachten, das merkt keiner“.

Brillant in Mimik und Gestik stellte der Kabarettist unter Beweis, dass er seine Profession zu Recht ausübt, obwohl er doch als Heranwachsender ganz andere Berufswünsche gehabt habe: „Ich wollte eigentlich Teilchenbeschleuniger werden, aber kein Bäcker hat mich eingestellt.“ Auch als „Schafrichter“ habe er kein Glück gehabt, denn „es ziehen zu wenig Schafe vor Gericht“.

Heute würden ihm die „kleinen, subtilen Zeichen der Frauen“ oft Probleme machen, da er sie nicht verstehe: „Wenn sie mich anschreit: Ich will endlich Kinder! – Was meint sie denn nur damit?“

Mehr Durchblick hatte Ehring beim Thema Wirtschaftspolitik: „30 Prozent der Deutschen sind gegen den Euro. Das ist viel, in D-Mark sogar 60 Prozent. Ich kenne Kinder, die sich ihr Taschengeld nicht mehr in Euro, sondern lieber in Panini-Sammelbildchen auszahlen lassen. Das ist sicherer.“

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