Chemie-Olympiade: Faszination für Atome und Moleküle

Von: Katrin Fuhrmann
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Im Chemielabor des Städtischen Gymnasiums Eschweiler fühlt sich Tim Schramm (17) besonders wohl: Bei Experimenten kann er zum Beispiel die Konzentration von Säuren herausfinden oder chemische Verbindungen voneinander trennen. Foto: Katrin Fuhrmann

Eschweiler. Tim Schramm (17), Schüler des Städtischen Gymnasiums Eschweiler, erinnert sich noch gut an die ersten Chemiestunden in der siebten Klasse. Die Faszination für die Naturwissenschaft, die sich unter anderem mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen beschäftigt, war sofort da.

Und das, obwohl er eigentlich kein gutes Vorbild hatte: Seine ältere Schwester hasste das Fach nämlich und ließ auch nichts unversucht, ihrem jüngeren Bruder das immer wieder vor Augen zu führen.

Tim war das allerdings ziemlich gleichgültig. „Ich finde es spannend, herauszufinden, welche unterschiedlichen Eigenschaften Stoffe haben und wie sie sich zusammensetzten“, sagt er. Er wollte mehr über Moleküle, Atome und Ionen erfahren. Ein Grund, warum er sich auch privat mit dem Thema auseinandersetzte.

Ein Praktikum bei einem Unternehmen für Lacke in Düren, die Teilnahme an der Hochschulhospitanzwoche der RWTH sowie ein Praktikum bei Grünenthal machten dem 17-Jährigen klar, dass Chemie „einfach total sein Ding“ ist.

Dass Tim sich in diesem Jahr zum Vorentscheid für die 49. Internationale- Chemie-Olympiade qualifiziert hat, verwundert daher nicht. Bereits im vergangenen Jahr hat er an dem Wettbewerb teilgenommen – ist aber in der zweiten Runde ausgeschieden. Dieses Mal sieht das anders aus.

Er ist einer von sieben Schülern aus Nordrhein-Westfalen, der sich in den ersten beiden Runden durchsetzten konnte. Ab Dienstag, 7. März, misst sich Tim für eine Woche mit 59 anderen Schülern aus ganz Deutschland in Göttingen. Neben zwei Klausuren stehen dann auch Vorlesungen, in denen das Fachwissen der jungen Nachwuchsforscher aufgefrischt wird, auf dem Programm.

Tim wird von der Schule für die Zeit in Göttingen beurlaubt – und sogar eine Klausur wurde verschoben. Für Winfried Grunewald, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Eschweiler, ist das selbstverständlich, schließlich gehe es um die Nachwuchsförderung, die die Schule gerne unterstütze. Tim kann den Vorentscheid schon gar nicht mehr abwarten.

Denn: Seine Freunde aus der Schule teilen seine Leidenschaft für die Chemie nicht. Umso mehr freut sich Tim auf die kommende Woche. „Da bin ich endlich wieder unter Gleichgesinnten“, sagt er und strahlt dabei über beide Ohren. Gleichzeitig könne er bei den Vorträgen auch Kontakte zu Professoren knüpfen – die hätten gute Lektüreempfehlungen und andere hilfreiche Tipps.

Für Tim steht längst fest, dass er nach dem Abitur Chemie studieren möchte. Zurzeit besucht er die 12. Klasse. Im April stehen die Abi-Klausuren an – unter anderem in seinen beiden Leistungskursen Chemie und Mathe. Lange warten muss er also nicht mehr. Seinen späteren Berufswunsch formuliert Tim sehr klar: „Ich möchte gerne im Bereich der pharmazeutischen Medizin arbeiten. Der Gedanke, an der Entwicklung neuer Arzneistoffe mitwirken zu können, ist schon toll.“

Er weiß aber auch, dass er bis dahin, sollte es überhaupt klappen, noch einen langen Weg vor sich hat. Dass Tim sich vor allem für die Herstellung von Wirkstoffen interessiert, hat er schon in seiner Facharbeit, in der er sich mit der Entstehung und den Inhaltstoffen des Medikaments Aspirin beschäftigt hat, gezeigt. „Viele denken, dass es in der Chemie nur stinkt und knallt. Aber es steckt so viel mehr dahinter“, sagt Tim. Sheldon Cooper, der neurotische Wissenschaftler aus der TV-Serie „The Big Bang Theory“, ist Tim natürlich ein Begriff und die Serie schaut er ab und zu auch.

Aber er stellt klar: „Ich bin nicht so ein Nerd. Ich interessiere mich auch für andere Sachen neben der Chemie.“ Das sagt Tim nicht einfach nur so. Wenn er nämlich nicht gerade im Chemielabor seiner Schule rumtüftelt oder in Büchern stöbert, ist der 17-Jährige mit der „KG Lätitia Blaue Funken Weisweiler“ unterwegs. Tim spielt in dem Verein Gitarre und ist ein richtiger Karnevals-Jeck.

Wenn Tim in Göttingen gewinnt, kommt er der Chemie-Olympiade schon ein Stückchen näher. Sicher ist ihm der Platz in der Startformation aber noch nicht. Die 15 besten aus Göttingen müssen sich dann noch einmal bei Experimenten im Labor messen. Erst nach dieser Runde steht fest, wer die vier glücklichen Gewinner sind, die zur Olympiade nach Bangkok reisen dürfen. Tim jedenfalls hofft, wäre gerne einer davon. Dann säße er schon bald im Flieger nach Thailand. Mit der Teilnahme an der Chemie-Olympiade würde für ihn ein Traum in Erfüllung gehen.

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