Check-in-Tag: Schüler schnuppern in den Berufsalltag hinein

Von: Kristina Toussaint
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Vorbereitung auf den Check-in-Tag: Manuel Struve, Michael Schmitz, Astrid Brockmann, Felix Meisel und Wolfgang Gurzan (von links) haben mit Schülerinnen und Schülern die Chancen des Tages besprochen. Foto: Michael Jaspers

Städteregion. Praktika, Girls- und Boysday, Potenzialanalyse und Berufsfelderkundung – die Initiativen, die Schülerinnen und Schülern bereits vor Erlangen der mittleren Reife bei der beruflichen Orientierung helfen sollen, sind vielfältig. Anknüpfend an diese Maßnahmen will seit 2015 auch der Check-in-Tag zur Umsetzung des Landesvorhabens „Kein Abschluss ohne Anschluss“ beitragen.

Beim praktischen Erleben im Betrieb können Schülerinnen und Schüler am 13. Juni herausfinden, welche Ausbildungs- und dualen Studiengänge etwas für sie sind – und die über 40 teilnehmenden Unternehmen in der Städteregion können die Fühler nach künftigen Auszubildenden ausstrecken.

„Für mich war es von Anfang an klar, dass es beruflich in die technische Richtung gehen soll“, berichtet der 14-jährige Yannick Bergs. Während der Berufsfeldorientierung wird er zwar auch einmal in die Welt des Rechts hineinschnuppern, doch seit einem Praktikum bei einem Softwareunternehmen steht für den Schüler am Anne-Frank-Gymnasium in Aachen fest, dass er auch den Check-in-Tag im Bereich IT verbringen möchte.

Viele seiner Altersgenossen sind sich da aber noch nicht so sicher. Anna-Michelle Cornelius zum Beispiel möchte neben der Medizin auch in die Bereiche Radio und Tiermedizin hineinschauen. Der große Vorteil am Check-in-Tag sei, dass man direkt mit Menschen sprechen kann, die den betreffenden Beruf im Alltag ausüben, so Astrid Brockmann von der Agentur für Arbeit, die sich an der Organisation der Aktion beteiligt. Was gibt es für Berufe, die zu meiner Zukunft gehören könnten, und kann ich mir das selbst für mein tägliches Leben vorstellen? Das seien Fragen, die die Teilnehmer klären können.

Die Ausbildungsbetriebe sind händeringend auf der Suche nach neuen Fachkräften, mehr Ausbildungsplätze als je zuvor sind für den diesjährigen Start noch unbesetzt. Das liege unter anderem daran, dass so viele Jugendliche wie noch nie auf weiterführende Schulen gehen, so Brockmann. Für andere Ausbildungswege als ein Studium gehe dabei bei vielen der Blick verloren, so Felix Meisel, Studien- und Berufswahlkoordinator am Anne-Frank-Gymnasium.

„Deshalb ist es uns wichtig aufzuzeigen, welche Potenziale und Aufstiegschancen zum Beispiel in dualen Ausbildungsgängen stecken.“ Nicht zuletzt soll der Check-in-Tag auch eine Möglichkeit bieten, Bereiche kennenzulernen, die man auf Anhieb nicht bevorzugt.

Einen solchen Plan hat zum Beispiel die 14-jährige Monique Stollenwerk, die den Check-in-Tag am Aachener Klinikum verbringen wird: „Eigentlich kann ich mir keinen medizinischen Beruf vorstellen, aber vielleicht gefällt es mir dann ja doch ganz gut, wenn ich da bin.“ Und falls nicht, seien in der Uniklinik ja auch noch zahlreiche andere Berufsfelder vertreten, die man kennenlernen können, wirft Lisa Beeretz ein. Bei der Achtklässlerin liegt der Arztberuf in der Familie – beide Schwestern stecken bereits im Medizinstudium.

Auch Levin Engbrocks dachte lange, dass er beruflich in familiäre Fußstapfen treten und wie sein Vater eine Karriere als Informatiker einschlagen würde. Beim Check-in-Tag im vergangen Jahr erlebte er in der Firma des Vaters jedoch eine Überraschung: „Im Endeffekt habe ich festgestellt, dass das Fachgebiet meinen Interessen nicht so richtig entspricht.“

Spaß hatte er dagegen bei einem Praktikum in einer Grundschule, das er anschließend machte. „Ich kann daher allen Schülern nur raten, den Check-in-Tag zu nutzen!“ Mitmachen können alle Schülerinnen und Schüler aus der Städteregion ab der achten Klasse.

Weitere Informationen im Netz: www.checkin-aachen.de

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