Chaos vor Kitas und Schulen: Polizei klopft Rasern auf die Finger

Von: Rudolf Müller
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Nicht nur im Stadtwald, auch a
Nicht nur im Stadtwald, auch am Blausteinsee und in der Innenstadt sind diese beiden jungen Damen und ihre Kollegen der Landesreiterstaffel aus Düsseldorf anzutreffen. Bis zu zweimal pro Woche kommen sie nach Eschweiler, wenn nicht andere Einsätze - bis hin zu Gorleben - ihre Anwesenheit erfordern. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Die Gesprächsrunde hat Tradition. Zu Jahresbeginn kommen Vertreter der Polizei, des Ordnungs-, des Jugend- und des Schulamtes im Rathaus zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und über geplante Einsätze zu reden.

Dass die Runde der Teilnehmer immer größer wird, das - so Polizei-Bezirksdienstleiter Wofgang Robioneck - zeige nicht nur, dass man wachsenden Problemen gegenüberstehe, sondern vor allem, dass die Probleme ernstgenommen werden und immer mehr Dienststellen sich engagieren.

Mit wachsendem Erfolg, wie Bürgermeister Rudi Bertram und Uwe Pasternak, der Leiter der Polizeiinspektion 2 (die das Gebiet des einstigen Kreises Aachen umfasst) unisono betonen: Die Zusammenarbeit zwischen den Behörden klappt hervorragend. Ergebnis, so Bertram: „Die Bürger können das Gefühl haben, dass ihre Sicherheit hier in Eschweiler gewährleistet ist!”

Und sollte das einmal nicht der Fall sein, so sind häufig eben jene sich beklagenden Bürger selbst schuld daran. Leidiges Thema: die Sicherheit vor Schulen und Kindergärten. Hier wird viel zu schnell gefahren, hier wird falsch geparkt, hier werden Zufahrten blockiert und Überwege zugestellt.

Meist von Elternteilen, die ihre Sprösslinge am liebsten in den Kindergarten hineinfahren würden. Und seit Wegfall der Schulbezirke auch von Eltern solcher Schüler, die in Ermangelung besserer Busverbindungen zwischen einzelnen Stadtteilen - oder weils gerade regnet - gern aufs „Taxi Mama” zurückgreifen.

„Sie glauben nicht, was wir hier erleben!”, unterstreicht Wolfgang Robioneck die Uneinsichtigkeit „erwischter” Fahrer. Doch - entgegnet Rudi Bertram. Der Bürgermeister wohnt gleich in der Nähe eines Kindergartens: „Da erlebe ich tagtäglich das reinste Verkehrschaos!”

Jetzt wollen Polizei und Stadt gemeinsam an die Vernunft der Eltern appellieren: über die Kindergarten- und Schulleiter, die den Fahrern per Elternrundschreiben klarmachen sollen, dass uneinsichtige Fahrer künftig mit schmerzhaften Bußgeldern rechnen müssen.

Wie auch all diejenigen, die auf anderen Straßen Eschweilers zu fest aufs Gaspedal treten: Hier wird in diesem Jahr verstärkt gemessen und zur Kasse gebeten .Mit Abzocke habe dies nichts zu tun, betont die Polizei. Sondern mit Abschreckung: Bei angemessener Geschwindigkeit wäre es vor wenigen Wochen in Aachen-Brand nicht zu dem grausamen Unfall mit fünf Toten gekommen.

Stärkere Kontrollen wünscht sich Rudi Bertram auch für die Fußgängerzone. Unerlaubtes Radfahren ist hier an der Tagesordnung - und abends werden Graben-, Englerth- und Neustraße häufig wieder zur „Rennbahn” aus automobilen Vorzeiten. Im Fokus der Kontrollen, so versichern Ordnungsamtsleiter Edmund Müller und Polizeichef Uwe Pasternak, bleibe auch der Blau-steinsee - auch wenn die Zahl der Anliegerbeschwerden über Lärm und Raserei massiv zurückgegangen sei.

Nicht zuletzt deshalb, weil Autorennen durch den Einbau von „Kölner Tellern” ein Riegel vorgeschoben wurde. Hauptproblem dort ist inzwischen der Müll. „Junge Leute sollen sich auf diesem Parkplatz ruhig treffen”, sagt Rudi Bertram, „aber es geht nicht an, dass wir jeden Montag eine Firma kommen lassen müssen, um hinter denen her aufzuräumen.”

Dass die Polizeiführung und Bürgermeister Rudi Bertram geteilter Meinung sind, was ausreichende Polizeipräsenz in Eschweiler betrifft, ist nichts Neues. Eine 24-Stunden-Wache wird es hier auch in 2012 nicht geben.

Allerdings, so versprach Pasternak, werden Konzeptionen verstärkter Präsenz unter Beteiligung von Bereitschaftspolizei und Reiterstaffel nicht nur fortgeführt, sondern noch intensiviert. Und auch in Sachen operativer Kriminalitätsbekämpfung - Wohnungseinbrüche, Straßenkriminalität - bleibt die Indestadt Schwerpunktkommune.

Rosenmontagszug, Fußball-EM mit Public Viewing, Talstraßenkreisel und Schrankenschließungszeiten am Langwahn - Themen, die Polizei und Stadt gemeinsam betreffen, gibt es genug.

Eine gute Nachricht hatte Uwe Pasternak in die Besprechung mitgebracht: In Sachen Kriminalität aus der rechten Ecke spielt Eschweiler keine besondere Rolle. Und dennoch: Für den Raum Aachen ist der Aufbau einer Art Sonderkommission geplant, die der rechten Szene verstärkt auf die Finger sieht.
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