Center-Abriss: Millionenauftrag wird ausgeschrieben

Von: Rudolf Müller
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Treiben die Neugestaltung des City-Centers voran: die Investoren Ralf Schumacher (r.) und Bernd Pieroth (2.v.l.) sowie Bürgermeister Rudi Bertram (l.) und Beigeordneter Hermann Gödde. Foto: Rudolf Müller
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So soll es aussehen, das von einer kleinen „Allee“ durchzogene neue „Rathaus-Quartier“ zwischen Peilsgasse, Dürener Straße, Wollenweber- und Indestraße, das das Rathaus (im Vordergrund) einschließt. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Seit Dienstag liegt er im Rathaus vor: der Bescheid der Bezirksregierung, dass mit den Abrissmaßnahmen des City-Centers samt Hertie-Kaufhaus, Parkhaus, landwirtschaftlichem Anwesen und Moschee begonnen werden kann, ohne dass sich dies negativ auf noch ausstehende Förderbescheide auswirke.

Zwar hatte NRWs Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, Michael Groschek hat den vorzeitigen Maßnahmenbeginn bereits Mitte Februar genehmigt, für die Stadt aber blieb die schriftliche Zusage der zuständigen Bezirksregierung maßgebend. Jetzt, so Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde, kann der Abriss des rund 40 Jahre alten Centers ausgeschrieben werden.

Ein Abriss, um den es in den vergangenen Tagen einigen Wirbel gab. Hatte die Stadt die Kosten dafür nach Berechnungen einer Fachfirma auf rund 4,7 Millionen Euro beziffert, so legte CDU-Fraktionschef Willi Bündgens das aus dem Jahr 2015 stammende Schreiben eines Heinsberger Unternehmens vor, das die Kosten auf knapp 1,9 Millionen Euro bezifferte. Ein „Kostenvoranschlag“, der laut Bündgens „sehr ausführlich und mit Einzelpreisen der zum Abriss anstehenden Aufbauten versehen“ sowie „von den Anbietern auf der Grundlage intensiver Prüfungen abgegeben worden“ sei.

Bündgens: „Bei der bekannten, sicherlich noch immer schwierigen Finanzsituation im Land NRW, aber auch in unserer Stadt Eschweiler wäre es doch nahezu sträflich, hier nicht auf die extremen Unterschiede in den Angeboten hinzuweisen. Das gehört zu den originären Aufgaben jedes Ratsmitgliedes.“

Ausschreibung zählt

Gödde dagegen widerspricht den Behauptungen Bündgens: Die vorgelegten Zahlen stammen nicht aus einem an die Stadt gerichteten Kostenvoranschlag, sondern aus einer internen Kalkulation des Unternehmens, das gleichzeitig als Investor für die Überbauung des Areals auftreten wollte. Und die Kalkulation berücksichtige weder nötige Gutachten, noch Baustelleneinrichtung, noch Schadstoffanalysen und -entsorgung und vieles andere mehr, sondern umfasse nur die reinen Abrisskosten der Aufbauten – Moschee ausgeschlossen. Dies habe eine Rückfrage an die Geschäftsführung des Unternehmens bestätigt.

Gödde: „Wir haben die von dem Heinsberger Unternehmen aufgelisteten Positionen mit den entsprechenden Angaben des uns von einem anderen Anbieter vorliegenden Kostenvoranschlags verglichen. Ergebnis: Die Zahlen sind nahezu deckungsgleich. Das uns vorliegende Angebot ist sogar noch etwas günstiger, da es den Abriss der Moschee mit einschließt.“

Viel Lärm um nichts? „Bündgens‘ Sorgen um eine erhöhte Förderung sind völlig unbegründet“, weist Gödde die Unterstellung, hier könne der Steuerzahler deutlich stärker als nötig zur Kasse gebeten werden, zurück. „Es ist zwingend, dass eine bundesweite öffentliche Ausschreibung der Abrissmaßnahmen erfolgt. Deren Ergebnis ist dann Grundlage der Förderung.“ Und da zählt das günstigste Angebot. Von den förderfähigen Kosten trägt das Land 80 Prozent, die Stadt zehn. „Ein Anruf von Bündgens bei mir wäre ausreichend gewesen, Bündgens‘ Sorge sofort vom Tisch zu holen“, betont Gödde. Das habe er dem CDU-Fraktionsvorsitzenden in einem Schreiben am Mittwoch auch „sehr sachlich“ mitgeteilt.

Im Frühsommer, so schätzt Gödde, werde mit dem Abbruch der Gebäude begonnen werden können. Allerdings solle schon zuvor das Ausräumen der Keller und ähnliche, nicht in die Bausubstanz eingreifende Maßnahmen in Angriff genommen werden. Bis Ende kommenden Jahres sollen im neuen „Rathaus-Quartier“ Wohn- und Bürogebäude entstehen, die im Erdgeschoss Ladenlokale unterschiedlichster Größe besitzen und über Dachgärten verfügen. Auch zwei Tiefgaragen und eine Kindertagesstätte sollen dort entstehen.

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