Eschweiler - Carsharing wird gut angenommen

Carsharing wird gut angenommen

Von: Sonja Essers
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Sie wollen das Carsharing in Eschweiler in den kommenden Monaten weiter voran bringen: Gisela Warmke, , Claudia Strauch, Hermann Gödde (hintere Reihe) und Eberhard Büttgen (vorne). Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Einkäufe erledigen, spontan einen Ausflug mit Freunden unternehmen oder die Verwandtschaft besuchen: Wer kein eigenes Auto hat, ist in vielen Städten auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. In der Indestadt ist das nicht der Fall. Seit Ende September wird das so genannte Carsharing angeboten.

Nach fast fünf Monaten geben Hermann Gödde, Technischer Beigeordneter der Stadt Eschweiler, Eberhard Büttgen, Demografiebeauftragter der Stadt Eschweiler, Gisela Warmke, Geschäftsführerin der Firma Cambio und Claudia Strauch, Projektleiterin im Bereich Carsharing der Städteregion Aachen, eine erste Zwischenbilanz. Ihr Fazit: Die Idee des Carsharings wird in Eschweiler gut angenommen, sollte allerdings noch weiter ausgebaut werden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema.

Was ist Carsharing?

Beim Carsharing mieten Firmen und Privatpersonen ein Auto für einen bestimmten Zeitraum an. „Ein Carsharing-Fahrzeug spart elf Privatfahrzeuge ein“, meint Gisela Warmke, Geschäftsführerin der Firma Cambio, die das Carsharing seit September in der Indestadt anbietet.

Für wen ist Carsharing geeignet?

Prinzipiell für jeden Autofahrer. War der durchschnittliche Nutzer bis vor einigen Jahren noch zwischen 30 und 40 Jahre alt, Akademiker und wohnte in der Innenstadt, so gibt es heute auch viele junge Menschen, die das Angebot nutzen, so Warmke. Auch Fahranfänger können das Carsharing in Anspruch nehmen. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, so Warmke.

Was kostet das Carsharing?

Nach einem kostenlosen Probemonat wird eine einmalige Anmeldegebühr von 30 Euro fällig. Neben einem monatlichen Tarif, der bei Startern drei Euro beträgt, setzen sich die Fahrtkosten aus Zeit- und Kilometerpreisen zusammen. Wer den Startertarif wählt, zahlt pro Stunde 1,90 Euro (nachts 0,50 Euro) sowie für jeden Kilometer 0,32 Euro. Fährt man mehr als 100 Kilometer liegt der Preis bei 0,21 Euro pro Kilometer. Einen Monat später erhält der Fahrer die Rechnung.

Wie funktioniert die Buchung?

Wer sich dazu entschieden hat, das Carsharing auszuprobieren oder einen Nutzungsvertrag abgeschlossen hat, erhält, gegen Vorlage von Führerschein und Personalausweis, eine Chipkarte. Die Buchung erfolgt entweder per Telefon, Internet oder App und ist rund um die Uhr möglich. Wenn das Fahrzeug zur gewünschten Zeit frei ist, dann kann es mit der Chipkarte geöffnet werden.

Welche Fahrzeuge gibt es in Eschweiler und wo ist die Station?

Die Carsharing-Station befindet sich vor dem Rathaus. Derzeit gibt es zwei Wagen (ein Dreitürer und ein Fünftürer), zwischen denen gewählt werden kann. Der Dreitürer ist ein Elektroauto, mit dem vor allem kurze Strecken zurückgelegt werden. Der Fünftürer ist ein Benziner.

Welches Ziel hat das Carsharing?

Auf diese Weise sollen verschiedene Mobilitätsangebote miteinander vernetzt werden, meint Claudia Strauch, Projektleiterin bei der Städteregion Aachen. Außerdem sollen die Kunden bewusster mit dem Thema Mobilität umgehen und die Umwelt soll entlastet werden.

Wie wird das Carsharing in Eschweiler angenommen?

Derzeit wird die Möglichkeit von 14 Privatpersonen und drei Firmen - darunter auch die Stadtverwaltung - genutzt. Die Auslastung der Fahrzeuge liegt im Schnitt bei 20 Prozent am Tag, dabei ist das Elektroauto bei den Fahrern beliebter, als der Benziner. In Aachen gibt es derzeit 40 Stationen. Dort liegt die Auslastung bei rund 35 Prozent am Tag.

Wird es in Eschweiler bald mehr Stationen geben?

Ziel ist das Carsharing weiter auszubauen. Die Stadtverwaltung will auf weitere Betriebe zugehen und für das Projekt, das von der EU gefördert wird, werben. So könnten, laut Hermann Gödde, auch am Bushof, am Talbahnhof oder am Hauptbahnhof weitere Stationen entstehen.

Wie spontan kann man ein Fahrzeug buchen?

„Das geht ganz spontan“, sagt Eberhard Büttgen. Zwar sei es zum Teil schwierig das Elektrofahrzeug in der Woche zu bekommen, am Wochenende hingegen stelle dies kein Problem dar. „Man kriegt hier eigentlich immer einen Wagen“, so Gödde.

Eignet sich das Carsharing auch für Urlaubsreisen?

„Definitiv“, meint Warmke. „Wir haben viele Kunden, die die Fahrzeuge dafür nutzen.“

Wo kann man sich über das Carsharing informieren?

Entweder in der Buchhandlung Oelrich & Drescher an der Neustraße - dort können auch Verträge abgeschlossen werden - oder im Internet unter www.cambio-carsharing.de.

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